Natur

Mülheimer Gärtnermeister gibt Tipps für heimischen Garten

Gärtnermeister Christof Rumbaum aus Mülheim-Selbeck erklärt, was jetzt im Garten zu tun ist.

Gärtnermeister Christof Rumbaum aus Mülheim-Selbeck erklärt, was jetzt im Garten zu tun ist.

Foto: Martin Möller / FUNKE Foto Services

Mülheim  Die ersten Apriltage sind für viele der Start in die Gartensaison. Was soll man tun, was lassen? Wir fragten Gärtnermeister Christof Rumbaum.

Schönes Wetter, oft zu Hause - jetzt startet für viele Hausbesitzer die Gartensaison. Wir sprachen mit Gärtnermeister Christof Rumbaum über das, was jetzt ansteht im Grünen.

Viele sonnige Tage hintereinander - der Garten ist schon wieder trocken...

Rumbaum: Ja, das stimmt. Obwohl es in den Wintermonaten viel geregnet hat, ist die oberste Schicht des Bodens schon wieder sehr trocken. Das heißt, man muss den Garten schon jetzt wieder ordentlich wässern. Und die Beete mit der Harke auflockern, damit das Wasser auch eindringen kann. Wer auf dem Friedhof schon frisch gepflanzt hat, sollte auch dort unbedingt gießen.

Im März war es recht warm. Ist die Natur ihrer Zeit voraus?

Im März hat vieles schon recht früh und vor allem alles gleichzeitig geblüht. Aber das hat sich relativiert, Anfang vergangener Woche war es ja plötzlich recht kalt. Da haben einige Pflanzen durch den Frost auch einen mitgekriegt.

Was sollte man jetzt im Garten tun?

In dieser außergewöhnlichen und belastenden Zeit, in der man viel zu Hause ist, sollte man sich den Garten schön machen, etwas Frühlingshaftes pflanzen, das hebt auch die Laune. Stiefmütterchen, Vergissmeinnicht, Ranunkeln, Narzissen, Nelken blühen jetzt und vertragen auch Frost, falls es noch mal kalt werden sollte.

In manchen Gartencentern sieht man auch schon Geranien, Petunien, Margeriten...

Den Sommerflor sollte man noch nicht draußen pflanzen. Auch das Setzen von Dahlien- oder Gladiolenknollen ist jetzt noch zu riskant. Ebenso das Aussäen von anderen Sommerblumen. Wer will, kann ja schon einmal Pflänzchen auf der Fensterbank vorziehen.

Was verbietet sich noch?

Den Flieder und die Hortensien sollte man jetzt nicht mehr beschneiden, die haben schon Knospen, und wenn man jetzt daran herumschneidet, dann blühen sie das ganze Jahr nicht mehr.

Man hört jetzt schon viele Rasenmäher rattern, ist das nicht ein bisschen früh?

Man sollte nachschauen, wie hoch der Rasen schon ist. Es ist kein Fehler jetzt schon zu mähen, man kann auch schon vertikutieren und düngen. Dann muss man den Rasen allerdings auch gut wässern.

Wie sieht es mit den Stauden und Sträuchern aus?

Die kann man jetzt düngen - möglichst mit organischem Dünger - und muss sie ordentlich wässern. Vor allem auch Rhododendron und Azalee brauchen jetzt viel Wasser und können auch Dünger vertragen.

Und das Beschneiden der Sträucher und Hecken?

Ist jetzt fast zu spät, die Brutzeit der Vögel hat ja begonnen. Ein starker Schnitt ist bis Ende September gar nicht mehr erlaubt. Etwas beischneiden kann man eventuell, aber nur, wenn man vorher geprüft hat, ob es auch keine Nester in der Hecke gibt.

Rosen sollte man im Frühjahr runterkürzen, damit sie schöner werden...

Die Rosen haben schon getrieben, man kann sie aber jetzt noch runterkürzen, die jungen Triebe zurückschneiden, die wachsen auf jeden Fall wieder nach.

Und wie sieht es mit dem Obstbaumschnitt aus?

Dafür ist es zu spät, die Obstbäume blühen jetzt ja fast schon. Die Kirsche zum Beispiel hat schon ganz dicke Knospen. Man kann höchstens noch einzelne dünne Ästchen herausnehmen aus dem Baum, damit er nicht zu dicht ist. Auf jeden Fall kann man jetzt schon Obstmadenfallen anbringen, die gibt es im Gartenmarkt.

Kann man Kräuter und Gemüse schon draußen pflanzen?

Frostbeständige Pflanzen wie etwa Kerbel oder Petersilie ja, kälteempfindliche wie beispielsweise Basilikum oder Koriander noch nicht. Auch für Tomaten-, Paprika- oder Gurkenpflänzchen ist die Zeit noch nicht gekommen. Erstaunlich kältebeständig sind dagegen Kohlgemüse oder Salat.

INFO:

Wie viele andere Betriebe liefert die Gärtnerei Rumbaum in der Corona-Zeit auch verstärkt aus, vor allem an ältere Kunden, die nicht in den Laden kommen wollen.

Sind es in anderen Jahren meist nur größere Sträucher und Bäume, die zum Kunden gebracht werden, so werden derzeit auch kleinere Artikel wie Paletten mit Frühblühern, Blumenerde, Kräuter- und Gemüsepflanzen sowie Blumensträuße bestellt und ausgeliefert.

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