Menschen in Mülheim

Mülheimer illustriert Brettspiele mit fantastischen Bildern

Der Comiczeichner Andree Schneider zeigt einige seiner Zeichnungen. Oft zeichnet er für Spiele. Eine seiner Spezialitäten: Drachen.

Der Comiczeichner Andree Schneider zeigt einige seiner Zeichnungen. Oft zeichnet er für Spiele. Eine seiner Spezialitäten: Drachen.

Foto: Martin Möller / FUNKE Foto Services

Mülheim.  Der Mülheimer Andree Schneider illustriert Spiele. Auf der Spielemesse in Essen, die Donnerstag startet, stellt er sein Werk „Tinker Tailor“ vor.

Spieleerfinder brauchen nicht nur zündende Ideen, sondern auch einen guten Illustrator. Denn je schöner Spielbrett, Karten, Figuren oder Cover gestaltet sind, desto lieber spielt man es auch. „Die Illustration schafft Atmosphäre“, sagt Andree Schneider, der seit Jahren als Comiczeichner und Spiele-Illustrator tätig ist. Bei der großen Spiele-Messe, die am Donnerstag in Essen startet, wird mit „Tinker Tailor“ ein neues Kartenspiel vorgestellt, für das er alle Zeichnungen angefertigt hat.

Der Mülheimer hat sich das Zeichnen als Kind selbst beigebracht

Wie wird man Illustrator für Spiele? Der Mülheimer hat kein klassisches Kunststudium absolviert. Das Zeichnen und Malen hat er sich in Kindheit und Jugend selber beigebracht. „Ich habe sämtliche Maltechniken - von der Aquarellmalerei bis zum Zeichnen mit Kohlestiften - ausprobiert, mir mit Hilfe von Büchern die entsprechenden Kenntnisse angeeignet“, erinnert er sich. Später absolvierte er in Düsseldorf eine Ausbildung zum Mediengestalter. „Da habe ich das Handwerkszeug zum digitalen Bearbeiten erlernt.“

Illustrator verbindet Analoges mit Digitalem

Als Comiczeichner und Illustrator verbindet er das Analoge und das Digitale. Meist fertigt er zunächst eine Bleistiftzeichnung an, die dann mit Tuschestiften ausgearbeitet wird. Am Schluss wird die fertige Zeichnung am Computer koloriert. Die Motive entstehen frei aus dem Kopf. „Ich setze mich vorher aber mit dem Thema auseinander, lese mich ein, gucke mir Fotografien oder Bilder an“, erläutert Schneider.

In das Thema erst einlesen

So war es etwa bei „Magnificent Flying Machines“, einem Brettspiel, das der 51-Jährige vor einiger Zeit illustrierte. „Es ging um die Fliegerei in den Jahren 1901 bis 1910. Davon hatte ich ja keine Ahnung. Ich habe gelernt, dass es damals sogar nicht wenige Pilotinnen gab und dass mit Vorliebe Rennen geflogen wurden. All das ist dann in die Gestaltung des Spiels mit eingeflossen.“ So ähnlich war es auch bei „Nine Worlds“. Die Geschichte basiert auf der nordischen Mythologie, in die sich der Zeichner erst einfinden musste.

Seine Leidenschaft sind Fantasy-Szenarien

Buch-Cover hat Andree Schneider gestaltet, Comics gezeichnet, Illustrationen für Zeitschriften gemacht. Politische Karikaturen sind weniger seine Sache. „Ich bin mehr für Unterhaltung und Spaß“, sagt er. Sein Schwerpunkt ist aber das Illustrieren von Spielen, seine Leidenschaft das Zeichnen von Fantasy-Szenarien. Deshalb kreiert er das Zubehör für Rollenspiele (etwa Landkarten), wird aber immer auch wieder für das künstlerische Gestalten von Gesellschaftsspielen gebucht.

Witzige Figuren und malerische Stadtansichten

Ein Verlag oder ein Spieleautor wendet sich dann an ihn und weiht ihn in die grobe Idee des Spiels ein. Schneider reicht erste Bleistift-Skizzen ein. „Passt die Chemie“, zeichnet er im weiteren Verlauf des Projekts oft nur aufs Stichwort fantasievolle Motive. Bei „Tinker Tailor“, seiner aktuellen Arbeit, erklärte ihm Richard Denning, der Spieleautor und Verleger, lediglich: „Es geht ums Mittelalter. Ich brauche da eine Schneiderin und einen Kesselflicker.“ Der Illustrator erschuf malerische mittelalterliche Stadtansichten und witzige Figuren – Bilder, die man lange anschauen und dabei viel entdecken kann.

„Ich brauche da einen Kesselflicker...“

Auf der Spielemesse in Essen will Andree Schneider wieder Kontakte knüpfen zu weiteren Autoren und Verlagen – so wie er es auf vielen Comic- und Spielebörsen im In- und Ausland tut. Das nächste Projekt, das er in Kooperation mit einem holländischen Verlag angedacht hat, ist ein Buch mit kleinen Geschichten und (seinen) Bildern. Es soll um kleine mythologische Tiere und das viktorianische Zeitalter gehen - eine weitere spannende Aufgabe für den Illustrator.

Andree Schneider ist während der Spielmesse in Halle 5, Bereich J, Stand 118 zu finden, dort wo der Medusa Games Verlages sein neues Spiel vorstellt.

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