Sanierung

Mülheimer Kunstmuseum: Eröffnung auf Mitte 2021 verschoben

Die Eröffnung des Kunstmuseums am Mülheimer Synagogenplatz war eigentlich für Januar 2021 geplant. Doch dieser Termin ist nun „obsolet“.

Die Eröffnung des Kunstmuseums am Mülheimer Synagogenplatz war eigentlich für Januar 2021 geplant. Doch dieser Termin ist nun „obsolet“.

Foto: Michael Dahlke / FUNKE Foto Services

Mülheim.  Drei Kulturstätten bereiten dem Kulturausschuss weiterhin Sorgen: Kunstmuseum, Tersteegenhaus und Bismarckturm. Das liegt nicht nur am Geld.

Bis zur Eröffnung des Kunstmuseums am Synagogenplatz wird es länger dauern als bislang erhofft. Ursprünglich visierte der Immobilienservice, der aktuell die Sanierungsmaßnahmen im Auftrag der Stadt organisiert, den Januar 2021 für die Wiedereröffnung an. Doch dieser Termin sei nunmehr „obsolet“, kündigte Immo-Service-Leiter Frank Buchwald im Kulturausschuss an.

Mitte 2021 könnte die beliebte Kunststätte wiedereröffnen

Es gebe „große Schwierigkeiten“ Unternehmen zu finden, die zu „auskömmlichen Preisen“ arbeiteten, nannte Buchwald erneut als Grund für die Verzögerung „um einige Wochen nach hinten“. Vermutlich aber dürfte es sich eher um einige Monate handeln. Die Mietverträge mit den Räumen für das Museum Temporär sind bereits bis April verlängert, mit der Option wenigstens um drei weitere Monate zu strecken. Kulturdezernent Marc Buchholz kündigte daher vorsorglich schon mal „Mitte 2021“ an für die Wiedereröffnung der beliebten Kunststätte.

Nicht weniger Sorge bereitet weiterhin das Tersteegenhaus in der Altstadt. Untersuchungen hatten ergeben, dass die Beseitigung des Schwamms und des Schimmelpilzes 1,2 Millionen Euro kosten würde. Die Sanierungsarbeit soll 2020 erfolgen.

Entwicklung eines Planungskonzeptes für die anstehende Neugestaltung

Allerdings soll zusätzlich ein Planungskonzept für die anstehende Neugestaltung entwickelt werden, weil das Gebäude nun unter der Auflage der Denkmalförderung in den Zustand von 1529 versetzt wird. Das bedeutet: Die bisherige Raumaufteilung und Nutzung im Erdgeschoss und Dach müssen entsprechend überarbeitet werden. Der östliche Anbau soll durch einen Neubau ersetzt werden, in dem „adäquate Toilettenanlagen“ untergebracht werden können, so Buchwald.

SPD-Sprecherin Margarete Wietelmann zeigte sich besorgt, dass die bislang kalkulierten 1,2 Millionen Euro für die Restaurierung nicht reichen werden. Buchwald bestätigte das, man müsse „neue Förderquellen“ dafür akquirieren. „Es ist ein langer Weg, die Fertigstellung werde ich in meiner Dienstzeit nicht mehr erleben“, vermutete der Immobilienservice-Leiter, der in zweieinhalb Jahren seine Arbeit in Mülheim beenden wird.

Zukunft des Mülheimer Bismarckturms ist weiterhin ungewiss

Weiterhin ungewiss ist die Zukunft des Bismarckturms. Seit mehr als zwei Jahren ist von der Stadt dieser wegen statischer Mängel aus Sicherheitsgründen komplett gesperrt. Da die Konstruktionspläne womöglich im zweiten Weltkrieg verloren gingen, fehlt seitdem jedoch der Ansatzpunkt für eine Sanierung.

Immerhin gibt es nun Bewegung: Studierende der Hochschule Ruhr West wollen die Schäden und Sanierungsmöglichkeiten in einer Studienarbeit erfassen. Das ist gut für die klamme Stadt, denn das soll kostenlos geschehen. Über mögliche Kosten will Buchwald sich nicht festlegen, „denn wir wissen noch nicht, wo genau das Problem liegt“.

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