Wohnungswirtschaft

Mülheimer SWB setzt auf eigenes Personal und Ausbildung

Im Sanierungsgebiet Heißen-Süd reißt die SWB zehn Häuser mit 74 Wohnungen ab. Danach baut sie im Bereich Kleiststraße /Amundsenweg neu acht Häuser mit 100 Wohnungen.

Im Sanierungsgebiet Heißen-Süd reißt die SWB zehn Häuser mit 74 Wohnungen ab. Danach baut sie im Bereich Kleiststraße /Amundsenweg neu acht Häuser mit 100 Wohnungen.

Foto: Zoltan Leskovar / FUNKE Foto Services / FUNKE Foto Services

Mülheim.  Die SWB blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2018 und schüttet erstmals seit ihrem Bestehen Gewinne aus. Digitalisierung ist erforderlich.

„Es war eine weise Entscheidung, unsere eigenen Regiebetriebe gegründet zu haben, damit unsere Handwerker und Servicekräfte direkte Ansprechpartner für unsere Mieter sind. Auch in Zukunft setzen wir auf eigenes Personal, weil unsere Bewohner das schätzen. Wir bilden demnächst auch mehr Menschen aus, mit denen wir unser Unternehmen stärken können.“ Andreas Timmerkamp, Geschäftsführer der SWB (Service- Wohnungsvermietungs- und baugesellschaft), hat mit seinen Kollegen der Chefetage eine Zukunftsstrategie entwickelt, um den Mülheimer Wohnungsvermieter für Herausforderungen der nächsten Jahre gut aufzustellen. Dazu gehört auch ein Millionen schweres Sanierungs- und Neubauprogramm.

Unternehmen erwirtschaftet gute Gewinne

„Inzwischen kommt die vor mehr als 20 Jahren eingeleitete Kernausrichtung der SWB zum tragen“, betont Timmerkamp. „Wir sind gesund, haben im Geschäftsjahr 2018 einen Überschuss von 2,9 Millionen Euro erwirtschaftet. Bereits jetzt zeichnet sich ab: Das Jahr 2019 wird dem nicht nachstehen.“

Damit verbunden ist eine Premiere für die SWB. Die Gesellschaft schüttet planmäßig Gewinne an ihre Gesellschafter aus. „Das geschieht zum ersten Mal seit Bestehen unseres Unternehmens“, betont SWB-Geschäftsführer Timmelkamp. Die Stadt hält über ihre Beteiligungsholding 72,1 Prozent, die Medl 27,1 Prozent der SWB-Anteile.

Gute Kontakte zu Projektförderern des Landes helfen

Für diese guten Zahlen sehen die Verantwortlichen bei der SWB auch die günstigen Finanzmärkte sowie gute Förderbedingungen. „Wir könnten unseren Mietdurchschnittspreis von 5,50 Euro pro Quadratmeter ohne öffentliche Förderung nicht halten“, stellt Sven Glocker, bei der SWB Prokurist und für die Finanzen verantwortlich, klar.

„Wir haben inzwischen beste Kontakte zu den Ministerien des Landes aufbauen können. So haben wir attraktive Zuschüsse für Projekte erhalten, die außerhalb der üblichen Förderstränge liegen“, ergänzt Andreas Timerkamp. „Wir konnten mit unseren Vorhaben an den richtigen Stellen überzeugen und Extra-Zuschüsse einholen, von denen unsere Mieter in sanierten Wohnungen profitieren.“

Ökologie rück bei Sanierungen in den Vordergrund

Diese ideale Ausgangslage will die SWB weiter nutzen und „sich in den Bereichen Investition, Personal und Organisation weiter entwickeln“. Grundlage dafür sind eingehende Prüfungen der Entwicklung auf dem Wohnungs-, Finanz- und Arbeitsmarkt. Die Ökologie rückt in den Vordergrund. Blockheizkraftwerke und Mieterstrom sollen kommen.

Die Digitalisierung soll dem Mülheimer Wohnungsvermieter helfen, innerhalb der Belegschaft die Transparenz sowie die Geschwindigkeit in Arbeitsabläufen zu erhöhen. „Nur wenn wir da offen und zielstrebig vorangehen, können wir unsere anspruchsvollen Ziele auch erreichen“, erklärt Geschäftsführer Timmerkamp. Das Digitalisieren von Prozessen sei erforderlich, um dem Mangel an Fachkräften entgegenzuwirken.

Kaum qualifizierte Kräfte auf dem Arbeitsmarkt

„Wenn möglich, nehmen wir Personal aus den eigenen Reihen. Aber der Blick externer, neuer Mitarbeiter öffnet oft neue Türen und Horizonte. Darum möchten wir auf diese Qualitäten nicht verzichten“, betont Andreas Timmerkamp. Fortbildungen innerhalb der Belegschaft gehören ebenfalls dazu. Digitales sei kein Hexenwerk, „wenn es konsequent und an den richtigen Stellen eingesetzt wird“.

Gleichwohl werde es immer schwieriger, gut ausgebildete und qualifizierte Leute an die SWB zu binden. „Große Unternehmen sind da schneller.“ Timmerkamps Erfahrungen teilen auch andere Unternehmen in dieser Stadt. Andererseits hilft die SWB auch Quereinsteigern. Im Wohnungsvertrieb arbeite auch jemand, der nicht aus dem Fach komme, aber dafür andere Qualitäten mitbringt, „die wir schätzen“.

Dabei sei das Ruhrgebiet ein attraktiver Standort mit, im Vergleich zu anderen Metropolen, günstigen Mieten. „Da bleibt mehr für die eigene Tasche“, sagt Sven Glocker. Das sieht die SWB ähnlich. Sie will ihre Aktivitäten auch weiterhin auf Mülheim konzentrieren.

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