Konzert

Musikverrückt: Pindakaas Saxophon Quartett spielt in Mülheim

Das Pindakaas Saxophon Quartett kommt zu seinen Ursprüngen zurück nach Saarn: Matthias Schröer, Thorsten Floth, Anja Heix, Guido Grospietsch.

Das Pindakaas Saxophon Quartett kommt zu seinen Ursprüngen zurück nach Saarn: Matthias Schröer, Thorsten Floth, Anja Heix, Guido Grospietsch.

Foto: Friedhelm Krischer

Mülheim.  Sie sind Pioniere mit viel Puste und seit 30 Jahren unterwegs. Nun kehrt das Pindakaas Saxophon Quartett für ein Konzert zurück nach Mülheim.

Mit Erdnussbutter läuft vieles besser, Klassik zum Beispiel. Ob den gebürtigen Mülheimer Matthias Schröder und Joachim Schoof sowie den Duisburger Guido Grospietsch der Schalk getrieben hat, als sie ihr Saxophon Quartett auf den Namen „Pindakaas“, also Erdnussbutter, tauften? Fest steht jedenfalls, dass sie damals, vor 30 Jahren, zu Pionieren wurden. Denn Bach und Mozart nur mit Saxophonen zu spielen – das traute sich 1989 kaum jemand.

Im Kloster Saarn ist das Quartett am 29. September zu hören

Am Sonntag, 29. September, sind sie im Kloster Saarn mit einem Jubiläumskonzert zu hören. Doch was heute kaum mehr verrückt erscheint, konnte damals bei Klassikfreunden durchaus Schluckbeschwerden verursachen. Zumal es nicht einmal Noten für das Instrument gab, das Johann Sebastian und Wolfgang Amadeus nicht einmal erahnt hatten.

„Wir haben deshalb alle Stücke selbst nachbearbeitet“, erzählt Bass-Saxophonist Schröder, und sie stellten fest: Das hört sich toll an. „Das Saxophon klingt bei Bach wie eine Orgel, dann wieder wie Streicher“, schwärmt Schröder, der übrigens über die Klarinette zum Saxophon fand, „weil ich immer in die Tiefe wollte, zum Bass“.

Wie die erfolgreichen Klassik-Pioniere ein modernes Kindermusiktheater schufen

Das Klang-Experiment glückte, wurde zum Erfolg und spornte die Musiker zu weiteren Testballons an. Vor gut 15 Jahren hoben sie mit einem Klassik-Kindertheater ab. Dabei war der Grundgedanke zunächst, etwas über den Erfinder des komisch konischen Instruments zu machen: Adolphe Sax. „Er war eine Art Daniel Düsentrieb, ein bisschen verrückt“, schildert Schröder, „dann dachten wir: Das ist was für Kinder.“

„Die Abenteuer des Monsieur Sax“ waren geboren und mit dem Kölner Schauspieler und Sänger Martin Heim 2005 als Kinderkonzertrevue auf die Bühne gebracht. Wieder einmal zeigte sich das Pindakaas Saxophon Quartett als Pionier. 2007 sendete der WDR davon eine Live-Hörspielfassung, ein weiteres Jahr später gab es eine lobende Erwähnung beim Deutschen Kinderhörspielpreis.

In Saarn kehren die Musiker zu ihren Wurzeln zurück

Etliche Konzerte auf internationalen Bühnen, CDs und weitere Musiktheaterstücke für Kinder haben sie seitdem gespielt. Mit ihrem Jubiläumskonzert in der Begegnungsstätte Kloster Saarn kehren die Musiker nach 30 Jahren auch zu ihren Ursprüngen zurück. „Hier haben wir in unserer Anfangszeit eines der ersten Konzerte gegeben“, erinnert sich der Bass-Saxophonist Schröder. Heute übrigens hat sich die Besetzung leicht verändert: Schröder und Grospietsch (Altsaxophon) sind geblieben, Thorsten Floth (Sopransaxophon) und Anja Heix (Tenorsaxophon) bilden mit ihnen das Quartett.

Das Jubiläum lässt eines ihrer jüngeren Programme aufleben: America – Musik also aus der so genannten neuen Welt. Und das bedeutet Klassisches wie Stücke von Dvorák (Symphonie „Aus der neuen Welt“) und Samuel Barber (Adagio for strings). Aber auch Modernes, Jazziges von Bernstein (Westside Story) und Gershwin bis Chick Corea (Children’s Songs). Es zeigt damit nicht nur die Bandbreite der Musiker sondern auch die vielleicht überraschende Vielseitigkeit des Saxophons. Unterstützt wird das Programm übrigens vom Europäischen Klassikfestival.

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