Förderung

Neues Projekt in Mülheim: Sprachförderung durch Rap-Musik

Zhivko (10) und sein Bruder Krazimir (9) produzieren gemeinsam mit Workshopleiter und Musikproduzent Johannes Schepp einen Rap-Song. Die beiden Jungs nehmen an einem Hip-Hop-Workshop in Mülheim-Styrum teil.

Zhivko (10) und sein Bruder Krazimir (9) produzieren gemeinsam mit Workshopleiter und Musikproduzent Johannes Schepp einen Rap-Song. Die beiden Jungs nehmen an einem Hip-Hop-Workshop in Mülheim-Styrum teil.

Foto: Michael Dahlke / FUNKE Foto Services

Mülheim.  Ein neues Projekt der Mülheimer Caritas soll besonders Kinder und Jugendliche mit Fluchtgeschichte ansprechen. Dabei hilft vor allem die Musik.

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„Gemeinsam stark – miteinander Leben gestalten“ heißt ein neues Projekt, das der Verein Caritas-Sozialdienste Mülheim an der Ruhr ins Leben gerufen hat. Das Projekt, das insbesondere Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrung ansprechen soll, ist auf drei Jahre angelegt und wird durch das Bundesministerium für Migration und Flüchtlinge finanziert.

Angebote für Kinder und Jugendliche in Styrum steigen durch das Projekt

Das Jugendzentrum am Marienplatz in Styrum ist für viele Kinder und Jugendliche wie ein zweites Zuhause. Hier treffen sie Freunde, erhalten Hilfe bei den Hausaufgaben oder nutzen die Freizeitangebote. Die meisten haben einen Flucht- oder Migrationshintergrund, kommen aus sozial schwächeren Familien.

Umso mehr freut es Georg Jöres, Leiter des Caritas-Fachdienstes Jugendarbeit und Schule, dass durch das Projekt die Angebote für Kinder und Jugendliche in Styrum nun deutlich steigen. „Wir bieten unterschiedlichste freizeitpädagogische Workshops, Gruppenangebote und Exkursionen an, die natürlich für alle offen sind, aber ganz besonders Kindern und Jugendlichen mit Fluchtgeschichte helfen sollen, sich in der neuen Heimat besser zurecht zu finden“, erklärt Jöres. „Neben Sprachförderung stehen der kulturelle Austausch, das Thema Identitätsentwicklung und auch das Demokratieverständnis im Mittelpunkt des Projektes.“ Außerdem konnten mithilfe der Bundesmittel zwei zusätzliche Mitarbeiter eingestellt werden.

Jugendliche schreiben beim Hip-Hop-Workshop ihre eigenen Texte

Wie man gleich ganz viele Fliegen mit einer Klappe schlagen kann, zeigt der Hip-Hop-Workshop, der jeden Mittwoch von 17 bis 18.30 Uhr, angeboten wird. Musikproduzent Johannes Schepp nimmt gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen Rap-Songs auf. Sie schreiben eigene Texte, nehmen die Lieder gemeinsam mit Schepp auf und drehen zuletzt sogar noch ihr eigenes Video.

„Damit Rap authentisch rüber kommt, müssen sich die Jugendlichen mit dem Text auseinandersetzen, ein Gefühl dafür bekommen, worüber sie eigentlich rappen“, sagt Schepp, der viel Erfahrung in der Kinder- und Jugendarbeit hat. Regelmäßig bietet er Workshops an Schulen an. „Rap-Musik hilft auf jeden Fall bei der Sprachförderung und ermöglicht den Kindern und Jugendlichen, sich mit ihrem eigenen Leben und mit gesellschaftlichen Themen auseinander zu setzen.“

Zhivko rappt über sein Leben, die Schule und das Jugendzentrum in Styrum

Als ein absolutes Naturtalent hat sich der kleine Zhivko erwiesen. Er hat seinen ersten Song schon aufgenommen und damit sogar den Profi überrascht. „Er rappt, als wäre er schon ein alter Hase im Geschäft. Auch beim Text brauchte er so gut wie keine Unterstützung, den hat er runter geschrieben, als hätte er nie etwas anderes gemacht.“

Auch Zhivko, der vor sieben Jahren mit seinen Eltern und Bruder Krasimir aus Bulgarien nach Deutschland kam, ist überrascht und mächtig stolz, als er seinen ersten, fertigen Rap-Song hört. „Das hört sich echt cool an. Hätte ich gar nicht gedacht.“ In seinem Song rappt Zhivko über sein Leben, die Schule und natürlich auch über das Jugendzentrum in Styrum.

Weitere Angebote sollen in das Projekt aufgenommen werden

Nach und nach werden nun weitere Angebote in das Projekt mit aufgenommen. Gemeinsames Klettern, ein Parcours-Kurs oder Ausflüge für ältere Jugendliche zu kulturellen und politischen Themen sind geplant. „Um das Projekt bekannt zu machen, werden wir an den Schulen darüber informieren“, so Jöres. Es wäre zu schade, wenn das Angebot nicht wahrgenommen wird. Mit dem Hip-Hop-Kurs ist schon mal ein guter Start gelungen.

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