Castle Rock

Rammstein-Tribute: Stahlzeit rockt das Near Castle Festival

Stahlzeit ist als Headliner beim Near Castle Festival aufgetreten.

Stahlzeit ist als Headliner beim Near Castle Festival aufgetreten.

Foto: Carsten Klein / FUNKE Foto Services

Mülheim.  Beim Near Castle Festival in Mülheim rockt die Band Stahlzeit fast so wie ihr Vorbild Rammstein. Der Umzug in die Müga bleibt eine Ausnahme.

Helfried Reißenweber steht am Fuß der Bühne und dirigiert mit einer Hand die grölende Menge. Unzufrieden wiegt er den Kopf hin und her. Mit der Lautstärke des Publikums ist Sänger von Stahlzeit noch nicht zufrieden. Band und Fans treiben sich aber noch gegenseitig zur Höchstleistung und sorgen somit für einen gelungenen Abschluss des Near Castle Festivals, das einmalig das Castle Rock ersetzte und mit einem etwas anderen Konzept daherkam. Im nächsten Jahr geht es aber definitiv zurück ins Schloss.

„Hier kommt die Sonne“, sangen Stahlzeit in einer ihrer ersten Nummern des Abends. Das war allerdings genau genommen gelogen, denn die Sonne kam nicht mehr. Stattdessen setzte pünktlich zum Auftritt des Headliners der Regen ein. „Schön, dass ihr durchgehalten habt bei dem Wetter“, rief Sänger Reißenweber dem Publikum zu.

Stahlzeit haben sich Namen als Rammstein-Tribute-Band gemacht

Unter dem Namen „Märzfeld“ war seine Band schon einmal beim Castle Rock mit dabei. Mittlerweile haben sich Stahlzeit einen Namen als Rammstein-Tribute-Band gemacht. Das Ensemble spielt nur Cover der bekannten Berliner Band, auch die Bühnenshow inklusive reichlich Pyrotechnik ist an Rammstein angelehnt. Sänger Reißenweber macht seinem Vorbild Till Lindemann sowohl stimmlich als auch optisch Konkurrenz.

Trotz des Regens blieb die Atmosphäre auf der Müga-Wiese vollkommen entspannt. Auch wenn es durchaus ulkig aussah, wie sich kräftige Männer in düsteren Outfits in durchsichtige Regenmäntel zwängten. Die Bierstände waren nicht nur wegen des flüssigen Golds beliebt, sondern auch als Unterstellmöglichkeit. In der Menge erkannten sich ein ums andere Mal Besucher von anderen Konzerten wieder und fielen sich freudig in die Arme.

500 bis 600 Stammgäste beim Castle Festival

„500 bis 600 Stammgäste kommen eigentlich immer“, erklärt Michael Bohnes, Leiter des Kulturbüros. Die Leute kämen aus ganz Deutschland, teilweise aber auch aus Holland oder Belgien zum düsteren Rockfest nach Broich. „Diesmal sind aber noch mehr Mülheimer hier gewesen“, hat Bohnes beobachtet. Dies liegt vor allem daran, dass am Freitag lokale Bands eine Plattform bekamen. Etwa die Lokalmatadore, Another Tale oder Double Crush Syndrome mit Leadsänger Andy Brings.

Aufgrund der Sanierungsarbeiten zog das Festival einmal auf die Müga-Wiese um. Aus Castle Rock wurde das Near Castle Festival. „Logistisch war es eine ganz andere Herausforderung. Dafür hatten wir aber auch die Möglichkeit, mal etwas anderes zu machen“, erklärt Organisator Bohnes. Es wird aber bei der einmaligen Ausnahme bleiben. 2020 kehrt die Veranstaltung zu ihrem 20. Geburtstag in die Schlossmauern zurück. Unter den Festival-Besuchern wurden am Samstag bereits 200 Karten für das kommende Jahr verkauft.

Mülheimer Veranstaltung ist Talentschmiede für Bands

Das Castle Rock hat sich über die Jahre nicht nur bei den Besuchern, sondern auch bei den Musikern angesprochen. Viele klopfen mittlerweile von selbst an. Außerdem hat Organisator Michael Bohnes nach 20 Jahren Erfahrung ein umfangreiches Netzwerk zur Verfügung. Als ihm noch vor drei Tagen eine Band absprang, sorgte er innerhalb von 20 Minuten für Ersatz.

Er sieht die Mülheimer Veranstaltung mittlerweile als „Talentschmiede“ an. Viele Bands aus der Vergangenheit hätten später auf noch größeren Festivals gespielt. „Diesmal waren auch wieder ein, zwei dabei, die großes Potenzial haben“, meint Bohnes und ergänzt: „Wir versuchen, uns immer etwas einfallen zu lassen, um uns von anderen Festivals abzuheben.“

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