Geburten

Zahl der Geburten in der Mülheimer Frauenklinik nimmt zu

Frauen sind für die Frauen da in der Mülheimer Frauenklinik. Von links: Kerstin Schwarz (Hebamme), Mary Ann Meixner (Stationsleitung), Sarah Redeker (Hebamme), Chefärztin Dr. Andrea Schmidt und die Leitende Hebamme Anja Walther.

Frauen sind für die Frauen da in der Mülheimer Frauenklinik. Von links: Kerstin Schwarz (Hebamme), Mary Ann Meixner (Stationsleitung), Sarah Redeker (Hebamme), Chefärztin Dr. Andrea Schmidt und die Leitende Hebamme Anja Walther.

Foto: Martin Möller / FUNKE Foto Services

Mülheim.  Die individuelle Geburtshilfe wird in Mülheim groß geschrieben. Das hat sich in den Nachbarstädten herumgesprochen. Mehr Zulauf von auswärts.

Die Zahl der Geburten in der Mülheimer Frauenklinik am Evangelischen Krankenhaus (EKM) steigt seit Jahren kontinuierlich – sieht man von einem Peak in 2016 ab, der bisher nicht wieder erreicht worden ist. Für Chefärztin Dr. Andrea Schmidt eine Bestätigung des Konzepts der individuellen Geburtshilfe, die im Haus groß geschrieben wird. Das neueste Angebot, die Kaisergeburt, lässt die Eltern auch bei einer Kaiserschnitt-Entbindung teilhaben an dem Moment, an dem ihr Kind geboren wird.

Die „Kaisergeburten“ sind das neueste Angebot für Schwangere in Mülheim

Noch keine zehn „Kaisergeburten“ gab es bisher in diesem Jahr in Mülheim, das neue Angebot gibt es seit März. Eine noch geringe Zahl, gemessen an der Zahl aller Geburten, die seit 2014 zwischen 750 und 840 pro Jahr liegt, mit einem „Boom“ in 2016, als 913 Kinder zur Welt kamen. Die Kaiserschnittrate liegt in Mülheim bei 27 Prozent, etwas niedriger als bundesweit, wo sie laut Dr. Schmidt etwa bei 31 Prozent liegt.

Die Kaisergeburt, so Schmidt, sei ein besonderes Geburtserlebnis für Frauen mit Kaiserschnitt, die dann auch bewusst beteiligt sind. Das OP-Tuch, das als Sichtschutz zwischen den Eltern und den operierendenden Ärzten dient, wird für den Moment, wenn das Baby auf die Welt geholt wird, gesenkt. „Die Kaisergeburt verhilft dazu, die erste Minute zur wichtigsten zu machen“, sagt Schmidt. „Das ist ein besonderer Geburtsmoment für Frauen mit Kaiserschnitt.“

Bindung zwischen Mutter und Kind wird von Anfang an gefördert

Nicht nur Mülheimerinnen entbinden im EKM, auch aus den Nachbarstädten kommen werdende Mütter zunehmend nach Mülheim, wo drei Kreißsäle, einer mit Gebärwanne, zur Verfügung stehen. „Wir sehen schon einen steigenden Zulauf aus anderen Städten“, hat die Chefärztin beobachtet. „Unsere individuelle Geburtshilfe spricht sich herum.“ Es gibt 14 Ein- bis Zweibettzimmer sowie eine Familiensuite, wo auch der Vater übernachten kann. Bei Bedarf werden weitere Familienzimmer eingerichtet.

Die Mülheimer Frauenklinik fördere die beste Bindung zwischen Mutter und Kind von Anfang an, so Dr. Schmidt. Dazu gehört nicht nur die Unterstützung beim Stillen, wofür den Müttern neben den Still-Expertinnen auch ein separates Stillzimmer zur Verfügung stehe. In Mülheim gibt es keine Neugeborenenstation, sondern ein 24-Stunden-Rooming-in: Das Baby ist rund um die Uhr bei der Mutter im Zimmer.

„Unser Konzept: Die Eltern kümmern sich, aber wir sind für sie da und stehen mit Rat und Tat zur Seite“, sagt Chefärztin Andrea Schmidt. „Das Kind ist ab der ersten Minute bei den Eltern, und da gehört es ja auch hin.“ In der Mülheimer Frauenklinik seien die Eltern bei allen Untersuchungen ihres Kindes dabei. Kinderärzte sind im Haus, das nächste Perinatalzentrum für Kindermedizin ist im Evangelischen Krankenhaus Oberhausen, EKO, dem Schwesterhaus der Mülheimer Frauenklinik.

Auch alternative Methoden werden auf Wunsch angeboten

Mütter, die alternative Methoden zur Geburtseinleitung und zur Schmerzlinderung möchten, etwa Aromatherapie und Homöopathie, bekommen das in Mülheim. „Das ist bei uns auch Standard.“ Zudem bekommt jedes Neugeborene in Mülheim einen Babyschlafsack mit nach Hause sowie selbstgestrickte Söckchen aus dem Projekt „Mülheimer Kuschelfüßchen“.

Ein Geschenk der älteren Generation an die jüngere, so Dr. Andrea Schmidt, „und das kommt bei den jungen Müttern gut an“. Strickfreudige Damen aus Handarbeitskreisen, Gemeinden, Senioreneinrichtungen, aber auch andere Patientinnen und grüne Damen stricken Babysöckchen, die sie an die Frauenklinik spenden. Die Botschaft ist klar: Hier wird Wärme weitergegeben.

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