Stadtentwicklung

Bezirksvertreter würden Eckhaus am liebsten abreißen

Seine Lage ist markant, sein Zustand bescheiden. Die Bezirksvertretung Alt-Oberhausen diskutierte jetzt über das Eckgebäude Grenzstraße/Lothringer Straße.

Seine Lage ist markant, sein Zustand bescheiden. Die Bezirksvertretung Alt-Oberhausen diskutierte jetzt über das Eckgebäude Grenzstraße/Lothringer Straße.

Foto: Gerd Wallhorn / FUNKE Foto Services

Die SPD hat die Zukunft des ehemaligen „Café Journal“ an der Grenzstraße zum Thema in der Bezirksvertretung Alt-Oberhausen gemacht.

Seine Lage ist markant, sein Zustand bescheiden. Die Rede ist vom Eckhaus Grenzstraße/Lothringer Straße, in dem über viele Jahre das „Café Journal“ seine Bleibe hatte. Dessen Name steht noch immer draußen angeschrieben. Die SPD setzte es jetzt auf die Tagesordnung der Bezirksvertretung Alt-Oberhausen. Sie wollte unter anderem wissen, ob man nicht etwas Besseres daraus machen könnte.

Denn gleich in der Nachbarschaft ist doch die neue Jugendfreizeitfläche angelegt worden. Würde das offensichtlich nicht mehr bewohnte Haus abgerissen, könnte ein attraktiver Zugang von Osten dazu geschaffen werden. „Das Café ist seit 15 Jahren dicht. Das Haus verfällt immer mehr. So viel ist neu in der Umgebung, nur dort nicht“, begründete Christiane Gerster-Schmidt den Vorstoß der SPD. Sie brachte alternativ zusätzliche Kita-Plätze dort ins Gespräch.

Nachbargrundstück hat neuen Eigentümer

„Vor zwei Jahren war vom Abriss die Rede“, ergänzte Werner Nakot (CDU) – und von der Aufnahme in das städtische Grünflächen-Entwicklungskonzept. Stadtplaner Rainer Mollerus musste die Erwartungen der Bezirksvertreter enttäuschen. „Es gibt noch ein Grundstück dazwischen“, also zwischen Café Journal und Jugendfreizeitfläche, erklärte er. Dieses Grundstück habe einen neuen Eigentümer und der wolle es nicht wieder verkaufen. Eine weitere Planung mache keinen Sinn, zumal die Stadt dort nicht auf einen Abriss hinwirken könne. Dietmar Ingenerf vom Immobilien-Management erklärte, für eine Kita sei das Anwesen zu klein.

Kein Vorkaufsrecht ohne Bebauungsplan

Ob denn die Stadt da kein Vorkaufsrecht gehabt habe, wurde aus der SPD nachgefragt. „Das gibt es nur bei einem Bebauungsplan“, antwortete Mollerus. Einen solchen gebe es für das Areal nicht. Die Bezirksvertretung hätte das Recht, einen solchen Bebauungsplan beim Rat anzuregen.

Bei den Lokalpolitikern machte sich Enttäuschung breit. „Ist das Gebäude überhaupt noch sicher?“, fragte Florian Wels (SPD). „Es ist kein Aushängeschild“, befand Stadtverordneter Peter Bruckhoff (BOB). „Stillstand dort kann nicht in unserem Interesse sein“, sagte Andreas Blanke (Grüne). Aus behördlicher Sicht gebe es dort nichts zu beanstanden, erklärte Beigeordneter Michael Jehn. Er sagte zu, sich damit noch einmal zu beschäftigen. Eine positive Entwicklung dort könnte Nachbarn ja auch animieren, erklärte er.

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