Lohnerhöhung

Auszubildende in Bäckereien bekommen 650 Euro Nachzahlung

Gute Nachrichten für alle Auszubildenden in Bäckereien: Die Vergütungen wurden deutlich angehoben.

Gute Nachrichten für alle Auszubildenden in Bäckereien: Die Vergütungen wurden deutlich angehoben.

Foto: Ralf Rottmann / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Die Ausbildungsvergütungen sind gestiegen: Bäcker-Lehrlinge erhalten bis zu 650 Euro mehr. Das Lohn-Plus muss aber bis Ende Juli beantragt sein.

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Frühes Aufstehen, Hitze am Backofen, Stress an der Ladentheke: Wer eine Ausbildung in der Bäckerei macht, darf nicht aus Zucker sein. Doch ein Großteil der rund 90 Bäcker-Azubis in Oberhausen kann sich jetzt über einen kräftigen Lohn-Nachschlag freuen. Rückwirkend ab September 2018 sind die Ausbildungsvergütungen in der Branche gestiegen.

Damit können Azubis, die bislang nicht nach Tarifvertrag bezahlt wurden, bis zu 650 Euro nachträglich bekommen. Darauf hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hingewiesen. Doch angehende Bäcker und Fachverkäufer müssen sich beeilen: Ein Großteil der Ansprüche kann bereits Ende Juli verfallen.

Bundesarbeitsministerium erklärte Vergütungen für allgemeinverbindlich

Hintergrund: Das Bundesarbeitsministerium hat die Ausbildungsvergütungen im Bäckerhandwerk im Nachhinein für allgemeinverbindlich erklärt.

„Damit hat jeder Azubi einen festen Anspruch auf die tarifliche Bezahlung – auch wenn sein Betrieb nicht tarifgebunden ist. Die Differenz muss der Chef dann für die letzten zehn Monate rückwirkend zahlen. Bei einem angehenden Bäcker im ersten Ausbildungsjahr kann das bis zu 65 Euro pro Monat ausmachen“, erklärt Adnan Kandemir von der NGG Ruhrgebiet.

Für Mitglieder fordert Gewerkschaft das Geld ein

Seit September liegen die Ausbildungsvergütungen im Bäckerhandwerk bei 565 Euro pro Monat im ersten, 670 Euro im zweiten und 800 Euro im dritten Jahr. Zum 1. September 2019 steigen die Azubi-Vergütungen erneut – auf dann 615, 700 und 820 Euro.

Der Gewerkschafter rät jetzt allen Auszubildenden in der Region, den letzten Lohnzettel zu prüfen. Eine Nachzahlung wird fällig, wenn in den letzten zehn Monaten weniger gezahlt wurde. „Wer leer ausgegangen ist, sollte sich unbedingt an die Gewerkschaft wenden. Für Mitglieder kann die NGG das fehlende Geld einfordern – notfalls vor Gericht“, so Kandemir.

Seit Anfang Juli bekommen in NRW auch Verkäufer im Einzelhandel drei Prozent mehr Gehalt. Darauf hatten sich Gewerkschaften und Arbeitgeber geeinigt. In welchen Branchen Berufsanfänger am schlechtesten verdienen, lesen Sie in unserem Gehaltscheck.

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