Musical-Premiere

Blutige Aftershowparty von „Tanz der Vampire“ in Oberhausen

Unter Beißern: Claudia Norberg, ehemalige Partnerin von Schlagersänger Michael Wendler, und Benjamin Piwko, Schauspieler und erster gehörloser Kandidat bei der RTL-Show „Let’s Dance“, bei der Premiere von „Tanz der Vampire“ im Metronom-Theater in Oberhausen.

Unter Beißern: Claudia Norberg, ehemalige Partnerin von Schlagersänger Michael Wendler, und Benjamin Piwko, Schauspieler und erster gehörloser Kandidat bei der RTL-Show „Let’s Dance“, bei der Premiere von „Tanz der Vampire“ im Metronom-Theater in Oberhausen.

Foto: Kerstin Bögeholz / FUNKE FotoServices

Oberhausen.  1400 Gäste feiern bei der Premiere von „Tanz der Vampire“ in Oberhausen nicht gerade blutleer. Eine Premieren-Spezialität sorgt für dicke Luft.

Nach der Premiere gibt es hurtig was zu beißen! Endlich, wird mancher der 1400 Premieren-Gäste von „Tanz der Vampire“ am Donnerstagabend im Oberhausener Metronom-Theater gedacht haben. Denn nach mehr als zweieinhalb Stunden Musical-Spektakel sind bei der Aftershowparty die Tabletts der Kellner dicht umlagert. Blutleere Küche kann man den Machern nicht vorwerfen: Teilzeit-Vampire verteilen Blutwurst in Schälchen, Rote-Beete-Chips in kleine Papiertüten und Beef Tatar auf Holzbrettchen – in den Gläsern landet der Cocktail „Bloody Mary“.

Knoblauch-Suppe sorgt bei „Tanz der Vampire“ für dicke Luft

Überhaupt sehen manche Teller aus wie nach dem Angriff der Killertomaten. Viel rotes Gemüsemark, viel Ketchup – das Auge isst bei einer Musical-Premiere eben mit.

Kurz nach dem Schlussapplaus lässt sich Claudia Norberg, ehemalige Partnerin von Schlagersänger Michael Wendler gemeinsam mit Schauspieler Benjamin Piwko, erster gehörloser Kandidat in der RTL-Show „Let’s Dance“, für ein schnelles Selfie ablichten. Danach geht es in die obere Etage des Musical-Theaters. Hier startet hinter der Absperr-Kordel der Premieren-Plausch.

Ein Gesprächsthema hängen sich Vampir-Jäger normalerweise um den Hals: Knoblauch! Und tatsächlich wird die duftende Abwehrmaßnahme gegen aufdringliche Beißer zur Aftershowparty gleich tablettweise serviert. Knoblauchsuppe in kleinen Keramiktassen sorgen bei Naserümpfern für dicke Luft, aber erfreut zugleich einige Promis.

Kult-Moderator Harry Wijnvoord („Der Preis ist heiß“) gesteht: „Ich liebe Knoblauch in der Küche. Ich kann davon nicht genug bekommen.“ Der sympathische Niederländer hat bei der hohen Fledermaus-Dichte gleich doppelt vorgesorgt. „Ich trage ein silbernes Kreuz als Anhänger um den Hals. Mir kann heute Abend also nichts passieren!“

Selbst Gäste tragen bei „Tanz der Vampire“ geschminkte Gesichter

Von der Inszenierung sind die meisten begeistert. „Unglaublich aufwendig gestaltet!“, „Opulentes Bühnenbild!“ und „Grandiose Umsetzung!“ hört man in den Gesprächen häufig, wenige Minuten nach dem ersten gefallenen Vorhang.

Moderatorin Birgit Lechtermann („1, 2 oder 3“) könnte beim „Tanz der Vampire“ problemlos mitmachen. Sie erscheint im mintgrünen Jackett und verspielten Rüschenhemd. Damit setzt sie einen klaren Kontrast zum sonst eher Opernball-ähnlichen Schwarz bei Anzügen und Kleidern. Besser verkleidet kommt nur Schauspieler Heinz Hoenig („Das Boot“), der mit voller Gesichtsschminke als Vollblut-Vampir durchgeht.

Schauspielerin Janine Kunze („Hausmeister Krause“) kommt mit ihrer hübschen Tochter Lili nach Oberhausen, mit der sie immerhin seit sechs Jahren gemeinsam in der ZDF-Krimi-Serie „Heldt“ zu sehen ist.

Schauspieler Uwe Rhode erscheint ohne goldenen Handschuh (Titel seines letzten Kinofilms), sondern trägt einen schwarzen Anzug mit weinroter Fliege und passendem Einstecktuch. Die Siegerin von „Deutschland sucht den Superstar“ aus dem Jahr 2018, Marie Wegener, trotzt unterdessen dem Herbstwind mit einem warmen Lächeln und eher frühlingshaften Ledershorts.

Im Getümmel des Party-Palavers schauen die Gäste bei den später ebenfalls eintrudelnden Musical-Darstellern genauer hin. Angesichts der schmucken Bühnen-Kostüme, kommen die Charaktere von eben auf der Party plötzlich völlig verändert herüber. „Ist das da vorne wirklich Graf von Krolock?“ Es beginnt das muntere Darsteller-Raten. „Professor Abronsius ist in Wahrheit schon etwas jünger, oder?“ Die Diskussionen sind weit nach Mitternacht noch nicht abgeschlossen.

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