Konzert

Die Krupps spielen im Oberhausener Kulttempel

Frontmann Jürgen Engler (Mitte) wird heute Abend die Bühne des Kulttempels rocken. 

Frontmann Jürgen Engler (Mitte) wird heute Abend die Bühne des Kulttempels rocken. 

Foto: NRZ

Oberhausen.  Harte Maschinensounds: Fast vier Jahrzehnte nach „Wahre Arbeit – wahrer Lohn“ stehen Die Krupps wieder auf der Bühne.

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In Sekunden ausverkaufte Touren, gefeierte Shows in der ganzen Welt und inzwischen fast schon ein Denk- oder besser Mahnmal der deutschen Musikszene: Ein Vierteljahrhundert nach ihrer Gründung in Berlin gehören Rammstein inzwischen zum Kulturgut im Land der Dichter und Denker. Hunderttausende Menschen wollen ihre Pyroshow sehen und ihren „Neue deutsche Härte“ genannten rohen Metal-Sound hören.

Lange bevor sich die bösen Jungs in der Hauptstadt formieren, macht im Westen eine Band auf sich aufmerksam, die nicht nur Rammstein nachhaltig beeinflussen: Die Krupps aus Düsseldorf. Wie der Name vermuten lässt, beziehen sich Frontmann Jürgen Engler und Co. auf die Industriellenfamilie aus Essen – und leiten mit harten, maschinellen Klängen sowie einer Ästhetik wie direkt aus dem Stahlwerk eine neue Welle ein. Im Oberhausener Kulttempel stellen sie an diesem Donnerstag ihr neues Album „Vision 2020 Vision“ vor.

Maschinenklänge wie bei Kraftwerk

Es ist die Zeit, als der Punk tot ist. Ende der 70er, Anfang der 80er sind New Wave und Industrial der neue, heiße Scheiß. Der alte Gleichklang von Gesang, Gitarre, Schlagzeug und Bass wird abgelöst von synthetischen Sounds. Die Stadt am Rhein, Heimat der Elektronik-Pioniere Kraftwerk, ist ein guter Nährboden für Bands wie Neu!, deren Nachfolger La Düsseldorf – und Die Krupps.

Mit „Wahre Arbeit – wahrer Lohn“ haben sie 1981 einen ersten Szene-Hit. „Meine Muskeln sind Maschinen, Sehnen stählern, Schweiß wie Öl, Schmutz und Dreck ist wahre Arbeit, Schmerz und Tadel wahrer Lohn“, dazu ein schneller, stumpfer Beat und ein rasselnde Eisen: Die Krupps heroisieren in ihren Songs den Ethos der Arbeiterklasse, die sich zur Hochzeit der kruppschen Stahlindustrie allerdings wohl eher für einen ruhigen Feierabend als für tanzbare elektronische Musik interessiert.

Wegweisend für ein eigenes Genre

Egal, in den frühen 80ern werden ihre Songs nicht nur in jedem Indie-Club rauf und runter gespielt, sondern gelten als wegweisend für ein eigenes Genre: der Electronic Body Music. Wie die meisten Bands, die früher mal wichtig waren, verlieren auch Die Krupps irgendwann ihre Relevanz. Die Band legt mehrjährige Pausen ein und ist seit 2015 mit den beiden verbliebenen Gründungsmitgliedern Jürgen Engler und Ralf Dörper im Zuge des New-Wave- und Industrial-Revivals wieder äußerst aktiv.

Die Krupps (Special Guest: Viral), Donnerstag, 21. November, 20 Uhr, Kulttempel, Mülheimer Straße 24, 46049 Oberhausen; Resttickets für 32 Euro im VVK (print at home), 35 Euro an der AK.

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