Nahverkehr

Die Stoag baut das Elektrobus-System in Oberhausen aus

Start der Elektrobusse mit Minister Michael Groschek im Herbst 2015.

Start der Elektrobusse mit Minister Michael Groschek im Herbst 2015.

Foto: Fabian Strauch / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Die Oberhausener Stoag ist mit den Elektrobussen, die seit Herbst 2015 in der Stadt unterwegs sind, zufrieden. Nun sollen drei weitere Busse folgen.

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Sie sind noch mehr als doppelt so teuer wie Diesel-Omnibusse, sie müssen eine tonnenschwere Batterie durch die Gegend fahren, doch die Aufladezeit hat sich bereits auf zehn Minuten verkürzt: Die Stoag macht seit Herbst 2015 im harten Praxistest mit zwei rein elektrisch betriebenen Solaris-Bussen so gute Erfahrungen, dass das Oberhausener Nahverkehrsunternehmen drei weitere Elektrobusse kaufen will. „Wir bauen unsere Elektromobilität aus, weil sie für mehr Lebensqualität in Ballungsräumen sorgt: Keine Abgase vor Ort, weniger Lärm“, verkündet Stoag-Geschäftsführer Werner Overkamp auf der Bilanzpressekonferenz am Dienstag die Millionen-Investition.

Förderung vom Bund benötigt

Aus eigener Kraft ist das bisher nicht möglich: „Der Betrieb von Elektrobussen lässt sich noch nicht wirtschaftlich darstellen, wir benötigen dafür die Förderung des Bundes und des Landes.“ Für die ersten jeweils 480.000 Euro teuren Elektrobusse zahlte NRW 90 Prozent der Mehrkosten. Für die drei neuen Busse ist ein Förderantrag beim Bund gestellt. Diese sollen auf der mit der Vestischen organisierten Linie 979 zwischen Sterkrade und Bottrop-Mitte eingesetzt werden.

Mit dem nötigen Strom versorgen sich die neuen Elektrobusse an den bisherigen Schnellladestationen am Bahnhof Sterkrade und am Unterwerk Neumarkt. Neben Dresden ist Oberhausen die einzige deutsche Stadt, in der die Busse direkt den Hochspannungsstrom der Straßenbahnlinie anzapfen – deshalb ist die Batterie in zehn Minuten voll. Geladen wird immer dann, wenn der Bus auf seiner Tour am Wendepunkt ohnehin auf seinen Neustart warten muss. Bisher absolvierten die Solaris-Busse auf der Linie 962 und 966 rund 80.000 Kilometer – weitgehend anstandslos. Der Stoag sind dabei nur kleinere Kinderkrankheiten der zwölf Meter langen Busse aufgefallen.

Keine größeren Hemmnisse

„Ich bin davon überzeugt, dass es für den Einsatz von Elektrobussen in zehn bis 15 Jahren keine größeren Hemmnisse mehr geben wird“, zeigt sich Overkamp auch angesichts der von den Autokonzernen Daimler und VW angekündigten Investitionen in Batterien und Elektrofahrzeuge optimistisch. Sie würden dann nicht mehr viel teurer sein als normale Dieselbusse.

Derzeit tauchen des Öfteren Fachleute anderer Verkehrsbetriebe auf dem Stoag-Gelände an der Max-Eyth-Straße auf – sogar aus Israel und Holland. Sie wollen von den Elektro-Erfahrungen lernen.

Von der Stoag-Begeisterung über den Stromantrieb sollen auch Fahrer normaler Elektroautos in Oberhausen profitieren: Nach den Sommerferien gehen drei Schnellladestationen für Pkw in Betrieb.

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