Tierfreunde

Geflügelschau überrascht mit dem Ambiente eines Tierparks

Sie verbindet die Freude am Federvieh: (v.li.) Sonja Woitun mit einem Huhn der Rasse Orpington, Felina Königshofen mit einem Antwerpener Bartzwerg und Evelyn Woitun mit einem Zwergdresdener.

Sie verbindet die Freude am Federvieh: (v.li.) Sonja Woitun mit einem Huhn der Rasse Orpington, Felina Königshofen mit einem Antwerpener Bartzwerg und Evelyn Woitun mit einem Zwergdresdener.

Foto: Franz Naskrent / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Wer bei den Geflügelzüchtern langweilig Käfig an Käfig erwartet hatte, lag falsch. Wie im Tierpark fühlte man sich beim Besuch ihrer Zuchtschau.

„Frisch-Auf Schmachendorf“ nennt sich der Rasse- und Ziergeflügelzuchtverein im Oberhausener Norden. Schon vor Jahren hat er das Hinterhof-Dasein seiner jährlichen Zuchtschau aufgegeben. Mit hohem Aufwand statten die Aktiven des Vereins seitdem für drei Tage im Jahr ein großes Zelt, wie es früher bei Schützenfesten verwendet wurde, aus. Dort wurden die Besucher auf dem Parkplatz des Penny-Marktes an der Gabelstraße wie bei einer Fachmesse empfangen.

Schauvolieren mit Fasanen

Gleich am Eingang erwarteten sie mehrere Schauvolieren mit farbenfrohen Fasanen-Pärchen und sogenannten Limikolen. Das sind Vögel, die sich bevorzugt am Wasser und am Strand aufhalten. Natürlich durften auch bei der 55. Ausstellung des Vereins die vielen Käfige mit Rassehühnern, Enten, Tauben und Gänsen nicht fehlen. Gleich fünf Preisrichter hatten am Freitag den ganzen Tag damit zu tun, die Zuchtergebnisse der rund 20 Aussteller aus dem Verein zu begutachten und zu bewerten.

Die besondere Atmosphäre verliehen der Ausstellung zwei Teiche, in denen sich Wasservögel tummelten, zumal sie liebevoll in Streu eingebettet und bepflanzt waren, so dass man sich wie in einem Tierpark fühlen konnte. Drei Tage lang hatten die Aktiven des Vereins um Vorsitzenden Dirk Wolniewicz (50) für den Aufbau dieser Ausstellung gebraucht. Mit dem Besucheraufkommen waren sie wieder sehr zufrieden. Er sichert dem Verein immer wieder neue Interessierte.

Das „Erntedankfest der Züchter“

„Ein Verein, der nicht ausstellt, ist tot. Die Ausstellung ist das Erntedankfest der Züchter“, erklärte der Vorsitzende am Samstag. Vier von ursprünglich sieben Zuchtvereinen in Oberhausen gebe es nicht mehr. „Wir sind der einzige Verein, der expandiert“, ergänzte Pressesprecher Thomas Klein (59). Die aufwendige Schau habe dem Verein vor einigen Jahren neues Leben eingehaucht.

Der Bio-Boom der letzten Jahren sorgt für zusätzlichen Auftrieb. „Eier aus Freilandhaltung essen zu können, das bringt uns neue Mitglieder, auch wenn sie zunächst nicht züchten“, sagte Thomas Klein. Nach und nach erwachse dann aber auch das Interesse daran. So war es bei Sonja Woitun (42), der Jugendleiterin des Vereins. „Mein Mann wollte unseren Kindern zeigen, dass das Ei und das Geflügelfleisch nicht beim Discounter im Regal wachsen“, berichtete sie. Also habe man sich ein paar Hühner angeschafft. Und weil die regelmäßig geimpft werden müssten, sei der Kontakt zum Verein zustandegekommen.

Tochter Evelyn (13) gehört zu den Jungzüchtern im Verein. Das macht sie zusammen mit ihrem Großvater, der Brieftauben hält. Immerhin zwölf der 80 Mitglieder des Vereins sind Jugendliche. Drei von ihnen haben am Wochenende ihre Zuchtexemplare ausgestellt. Evelyn faszinieren die verschiedenen Rassen. „Nicht jedes Huhn sieht gleich aus“, sagte sie. Besonders haben es ihr natürlich die Küken angetan. Wer beim Besuch der Ausstellung Glück hatte, konnte in einem sogenannten Schaubrüter Küken beim Schlüpfen zusehen. „Am liebsten mögen Küken geriebenen Käse“, erklärte ihre Mutter Sonja.

Vom Züchten infiziert

Damit sich nicht alles nur ums Federvieh dreht, veranstaltet Woitun für die Jugendlichen einen Grillnachmittag und ein Sommerfest. Am Stand bei der Wottelkirmes sind sie auch mit dabei. „Wenn die Eltern erst vom Züchten infiziert sind, überträgt es sich meist auf die Kinder“, weiß Thomas Klein aus eigener Erfahrung.

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