Gitarrenfestival

Guitar Festival Oberhausen muss ohne Klassik-Part auskommen

Fast stilecht: Die Britin Dani Wilde im US-Straßenkreuzer. Am Vorabend des Brexit-Halloweens spielt sie im Gdanska den Blues-Rock.

Fast stilecht: Die Britin Dani Wilde im US-Straßenkreuzer. Am Vorabend des Brexit-Halloweens spielt sie im Gdanska den Blues-Rock.

Foto: Susan Hinman

Oberhausen.  Geblieben sind bis zum 1. November acht Konzerte von Fingerstyle bis Blues – und drei klassisch geschulte Gitarristen im Rock-Repertoire.

Oberhausens Internationales Gitarrenfestival macht vom 25. Oktober bis 1. November das Dutzend voll – und muss dabei leider kürzer treten. Denn einen Klassik-Part inklusive Wettbewerb wird es in den kommenden Tagen nicht geben. Der zuletzt dafür verantwortliche Tristan Angenendt folgte einem Ruf als Professor nach Rostock – „und gleichwertiger Ersatz steht derzeit nicht zur Verfügung“, bedauert der Gitarrissimo-Vorsitzende Jürgen Reinke.

Drei Klassiker rocken zu ausgefeilten Videoprojektionen

So gibt es in diesem Jahr nur acht Konzerte an acht Abenden im Gdanska, die jeweils um 20 Uhr beginnen. „Diese Konzerte haben es allerdings in sich“, versichert Mr Gitarrissimo. Los geht’s am Freitag, 25. Oktober, mit der holländischen Band Vanderlinde, die zuletzt mit dem Cover des 49 Jahre alten Crosby, Stills, Nash & Young-Protestsongs „Ohio“ einen Hit verzeichneten. Überhaupt ist der Sound der Band etwas für Freunde der Musik von CSN sowie der Eagles, Byrds oder weiterer Westcoast-Bands.

Nach der großartigen Resonanz im Vorjahr geben sich am Samstag, 26. Oktober, noch einmal Chris Kramer & Beatbox ‘n’ Blues die Ehre. Im Sommer wurde ihre neue CD als beste Blues-CD des Jahres ausgezeichnet. Rocksongs arrangiert für drei klassische Gitarren bietet das Sonntagskonzert am 27. Oktober: Die drei Klassiker Bobby Rootvelt (aus den Niederlanden), Samuel T. Klemke (aus Weimar) und Alexei Belousov (aus Israel) nennen sich „Guitar Company“ und ergänzen ihr Programm mit Videoprojektionen und Lightshows: ein schon international mit großem Erfolg aufgeführtes Multimedia-Musikerlebnis.

Die Blues-Stimme aus dem Tausend-Seelen-Dorf

Am Montag, 28. Oktober, heißt es Bühne frei für den jetzt in Kanada lebenden Singer-Songwriter Paul O’Brien, der in den letzten Jahren auch hierzulande viele Freunde gewonnen hat. Als „Fixum“ (soviel Kalauer muss sein) folgt am Dienstag, 29. Oktober, dann der Tag für das alljährliche Michael Fix-Konzert. Der virtuose australische Charmeur ist schon seit Jahren Garant für einen ausverkauften Gdanska-Saal. Deshalb gilt: Karten schleunigst reservieren.

Als eine der besten Bluessängerinnen Englands gilt die 34-jährige Dani Wilde, die wie der sechs Jahre ältere Jazz-Sänger Jamie Cullum aus dem Tausend-Seelen-Dorf Hullavington in Wiltshire stammt. In Deutschland machte sich die Dani-Wilde-Band, die im Gdanska am Mittwoch, 30. Oktober zu erleben ist, einen Namen dank der Blues Caravan-Tournee von Ruf Records.

Go Music mit zwei Ausnahmegitarristen

Den Kanadier Dave Goodman dürfte das Gdanska-Stammpublikum bereits gut kennen. Zuletzt stellte der Sänger und Gitarrist im Frühjahr sein Können mit der Go-Music-Band vor. Am Donnerstag, 31. Oktober, bringt er Martin Röttger (alias Groove Minister) mit, der mit dem Cajon für den nötigen Groove sorgt. Dieses Konzert ist übrigens das 750. in der Gitarrissimo-Reihe.

Last not least krönt Martin Engeliens Go Music zum Abschluss das Festival am Freitag, 1. November. Glänzen lässt der Bassist diesmal neben Drummer Simon Jurczewski die beiden Ausnahmegitarristen Ben Granfeld aus Finnland und Thomas Blug aus dem Saarland. Auch hier empfiehlt Jürgen Reinke dringend eine Kartenreservierung.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben