Landgericht

Heißhunger auf Bockwurst überführte Oberhausener Dealer

Heißhunger auf Bockwurst kann verdächtig sein – jedenfalls, wenn man sie vor aufmerksamen Polizisten auf einen Schlag verschlingt.

Heißhunger auf Bockwurst kann verdächtig sein – jedenfalls, wenn man sie vor aufmerksamen Polizisten auf einen Schlag verschlingt.

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Polizisten kontrollierten 32-Jährigen, nachdem er eiligst seinen Tankstellen-Imbiss verschlungen hatte – und fanden ein buntes Drogen-Sortiment.

Die Ursache dafür, dass ein 32-jähriger Oberhausener nun für drei Jahre und drei Monate in Haft muss, ist eine Bockwurst. Die hatte sich der 32-Jährige am 28. August 2019 an einer Tankstelle auf einen Schlag in den Mund geschoben. Die Heißhungerattacke kam zwei Polizisten verdächtig vor. So etwas sei typisch für Drogensüchtige meinten sie, und kontrollierten den Mann und sein Auto.

Tatsächlich fanden die Beamten ein buntes Sortiment an Drogen. Insgesamt rund 30 Gramm Kokain, Heroin und Marihuana fuhr der Mann durch die Gegend. Eine Tat die am Ende des dreitägigen Verfahrens vor dem Landgericht Duisburg allerdings nur als Beihilfe gewertet wurde. Denn die Behauptung des Angeklagten, er habe die Drogen nur transportiert, um einem Bekannten einen Gefallen zu tun, war nicht zu widerlegen.

Die letzte Haftentlassung war erst fünf Monate her

Auch ein weiterer gewichtiger Anklagepunkt brach in der Beweisaufnahme zusammen: der Vorwurf der Abgabe von Drogen an Minderjährige. Am 8. September, das ergab die Auswertung des Handys des Angeklagten, hatte der offenbar vier Gramm Amphetamin an einen Jugendlichen in Duisburg geliefert. Der 32-Jährige gab das auch zu. Allerdings verteidigte er sich damit, er habe nicht geahnt, dass der Kunde noch minderjährig gewesen sei. Und das, so mussten auch die Juristen zugeben, sah man dem Zeugen wohl auch nicht an. Abgeurteilt wurde die Sache deshalb nur als gewöhnliches Handeltreiben.

Dass die Strafe am Ende dennoch nicht im ganz unteren Bereich lag, verdankte der Angeklagte vor allem seinem Vorleben. Zwar hatte er keine einschlägigen Vorstrafen, aber das Bundeszentralregister war auch keineswegs leer. Der 32-Jährige hat bereits Hafterfahrung und zur Tatzeit – die letzte Haftentlassung war erst fünf Monate her – stand er noch unter Bewährung. Zu seinen Gunsten wertete das Gericht allerdings das Geständnis.

Nach mehr als sieben Monaten Untersuchungshaft wurde der Mann vorerst vom weiteren Vollzug verschont. Allerdings muss er sich bis zum Haftantritt, der mutmaßlich nach Corona im offenen Vollzug stattfinden wird, regelmäßig bei der Polizei melden und monatlich seine Drogen-Abstinenz nachweisen.

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