Tempokontrolle

In neuer 40er-Zone zur A 516 in Oberhausen wird nun geblitzt

Scharf gestellt: In Höhe Grafenbusch gilt ein 40 km/h-Tempolimit.

Scharf gestellt: In Höhe Grafenbusch gilt ein 40 km/h-Tempolimit.

Foto: Kerstin Bögeholz / FFS

Oberhausen.  60 km/h, dann 40 und wieder 60 km/h: Auf Raser, die das nicht beachten, wartet nahe der A516 in Oberhausen der Blitzer. Das kann teuer werden.

Dieser neue Blitzer könnte zur einer Goldgrube für die Stadt werden: Seit Mittwoch steht der mobile Blitzanhänger der Stadt in Höhe der Abfahrt Grafenbusch. Nur noch 40 km/h sind hier seit Monatsbeginn erlaubt. 99,9 Prozent der Fahrer waren hier bei ersten, bußgeldfreien Tempo-Tests am 4. und 5. September zu schnell unterwegs.

Für den neuen Blitzerstandort wurde eigens eine Fläche auf dem Grünstreifen rechts von der Fahrbahn asphaltiert. 300 Meter vor der Mess-Stelle weisen Schilder auf die „Radarkontrolle“ hin. Zudem gibt es hier ja nach wie vor die stationäre Blitzsäule am Beginn der Kanalbrücke, wo 60 km/h gilt. Der Gesamtabschnitt zwischen Schloss Oberhausen und A 516 in Fahrtrichtung Norden ist jetzt also nahezu nahtlos überwacht und lässt Temposündern kaum eine Chance.

„Eine fiese Frechheit“, sagt ein Facebook-Kommentator

„40 km/h? Das ist an dieser Stelle neben der Verkehrsbehinderung eine fiese Frechheit!“, kommentiert ein Facebook-Nutzer das neue Tempo-Limit. Ein anderer Kommentator formuliert: „Ich habe noch nie so einen Schwachsinn wahrgenommen. Erst 60 km/h, dann für 150 Meter runter auf 40 km/h, dann wieder 60 km/h in Höhe der Ausfahrt Osterfeld, um dann Richtung in A 516 zu beschleunigen. Und das soll Unfälle vermeiden?“

Es gibt auf Facebook aber auch andere Stimmen, die das neue Tempo-Limit verteidigen: „Man hat sich nun mal an ein solches Limit zu halten. Wer das nicht will, sollte laufen statt Auto fahren“, lautet einer der über 200 Kommentare zu unserem Bericht Ende voriger Woche. Ein weiterer Kommentar schlägt vor, eine Petition zu starten, um so auf politischem Weg gegen die 40 km/h in Höhe Grafenbusch vorzugehen.

SPD greift das kontroverse Thema auf

Die Lokalpolitik ist unterdessen bereits auf das Thema aufmerksam geworden. Die SPD-Ratsfraktion möchte von der Verwaltung erfahren, welche Überlegungen den neuen Markierungen und dem neuen Tempolimit in Höhe der Abfahrt Grafenbusch zugrunde liegen und welche Konsequenzen sich bislang daraus ergeben haben. „Wenn herauskommt, dass sich 99,9 Prozent der Autofahrer nicht an das neue Limit halten, besteht ja ganz offensichtlich Erklärungs- und Handlungsbedarf“, sagt die SPD-Fraktionsvorsitzende Sonja Bongers. Unter anderem wollen die Sozialdemokraten wissen, ob es Alternativen zur derzeitigen Verkehrsleitung in dem Bereich gibt und - wenn ja - wie sie aussehen.

Die geänderten Fahrbahnmarkierungen und das 40 km/-Tempolimit waren eingeführt worden, um die Verkehrssicherheit in diesem Abschnitt zu erhöhen. Zudem wurde auf diese Weise eine dauerhafte Komplettsperrung der Abfahrt Grafenbusch verhindert, wogegen Anwohner und Geschäftsleute vor genau einem Jahr vor Ort heftig protestiert hatten. Und so betont die SPD in ihrer aktuellen Anfrage an die Stadt: „Die Schließung der Abfahrt Grafenbusch, gegen die sich Anwohnerinnen und Anwohner sowie Gewerbetreibende ganz klar ausgesprochen haben, darf keine Option sein.“

Gefährliche Geschwindigkeitsunterschiede

Die Stadt weist den in Online-Foren erhobenen Vorwurf des Abkassierens strikt zurück und wertet den scharf gestellten Blitzer in Höhe Grafenbusch als ein Mittel zur Erhöhung der Verkehrssicherheit. Durch erhebliche Geschwindigkeitsunterschiede zwischen jenen Fahrzeugen, die korrekt mit 40 km/h unterwegs seien, und den Rasern mit erheblich höheren Geschwindigkeiten entstünden neue Unfallrisiken: „Aus diesem Grund haben wir am 11. September mit den Geschwindigkeitsmessungen in diesem Bereich zur Senkung der Unfallgefahren begonnen.“

Hohes Bußgeld und Fahrverbot drohen

Wer also besagte „fiese Frechheit“ (Facebook-Kommentar) in Höhe Grafenbusch nicht ernst nimmt, muss bei erheblicher Überschreitung des Tempolimits mit einem Bußgeld bis zu 680 Euro und einem Fahrverbot von bis zu drei Monaten rechnen. Die Stadt will eine erste Bewertung der dortigen Geschwindigkeitsverstöße in der kommenden Woche vornehmen.

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