Start-up

In Oberhausen treffen sich Start-ups in der Espresso-Bar

In gemütlicher Café-Atmosphäre präsentieren junge Gründer in der Homebar ihre Geschäftsideen.

In gemütlicher Café-Atmosphäre präsentieren junge Gründer in der Homebar ihre Geschäftsideen.

Foto: Michael Dahlke / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Mit der „Proto Bühne“ gibt es in Oberhausen eine Anlaufstelle für Start-ups. Junge Gründer präsentieren sich und ihre Ideen in einer Bar.

Raus gehen, die eigenen vier Wände verlassen, sich vernetzen und austauschen. Kosta Papadopoulos (32) und Jens Budzik (34) haben mit der „Proto Bühne“ den passenden Rahmen für ihr Vorhaben geschaffen: Seit mittlerweile einem Jahr geben die Geschäftsführer der Oberhausener Werbeagentur „Ideas For You“ Start-ups aus dem gesamten Ruhrgebiet mitten in Oberhausen eine Bühne.

Start-ups stellen sich vor

Sieben Minuten haben zwei bis drei Start-ups Zeit, das Publikum im Café Homebar-Oberhausen von ihrer Idee, ihrem Geschäftsmodell oder Produkt zu überzeugen. Im Anschluss gibt es eine Fragerunde. Und die war bei dem jungen Start-up „Pottwatch“ üppig. Grubenlicht 5.1 heißt das Produkt der Gründer Damian te Heesen (27), Jason Sell (25) und Lucas Heinen (25). Eine Uhr, mit der man ein Stückchen Heimat am Handgelenk trägt. Auf der Innenseite wurden nämlich kleine Kohlestückchen von der letzten geförderten Kohle aus der Bottroper Zeche Prosper-Haniel eingearbeitet.

Während die ersten Uhren von Pottwatch schon produziert und Ende Oktober verschickt werden, steckt das zweite Start-up des Abends noch in den Kinderschuhen. Thorsten Taplik (39) und Lenka Mildner haben ihr Start-up „MIT KIDZ - Der Digitalguide für barrierefreie Familienfreizeit“ gerade erst gegründet. Künftig soll „MIT KIDZ“ Eltern eine schnelle Übersicht über barrierefreie und kinderfreundliche Ausflugsziele geben. Den Prototypen haben sie auf dem Afterwork-Event vorgestellt.

Netzwerken bei der Proto Bühne

Dass Kosta Papadopoulos und Jens Budzik mit der Proto Bühne einen Nerv getroffen haben, zeigen die Besucherzahlen und die vielen Gespräche nach den Start-up-Vorstellungen, neudeutsch Pitches: Schnell bilden sich Grüppchen, die Geräuschkulisse schwillt an und Visitenkarten wechseln ihre Besitzer.

Die Idee zu dem Format keimte vor rund zwei Jahren auf, als Kosta Papadopoulos die „Startup-Nights“ vom Ruhr Hub in Essen, einer überregionalen Anlaufstelle für junge Gründer, besuchte. Schnell war dem 32-Jährigen klar: „Das müssen wir nach Oberhausen holen.“ Gesagt getan. Rund ein Jahr später startete die erste Folge der Proto Bühne. Seither hält er zusammen mit seinem Geschäftspartner immer wieder Ausschau nach jungen Start-ups und sogenannten Speakern, die ein Teil der Veranstaltung sein möchten. „Die Teilnahme ist eine Win-win-Situation. Wir füllen mit den Gründern unser Programm und sie können sich und ihre Produkte, Ideen präsentieren und sich vernetzen“, so Kosta Papadopoulos. Mitmachen kann übrigens jeder.

In wenigen Monaten geht es mit neuem Input weiter

Die Proto Bühne macht nun aber erst mal Pause. Doch schon Anfang Februar 2020 soll es mit neuen, innovativen Start-ups, spannenden Gesprächspartnern und einem neuen Unterstützer weitergehen. Die Techniker Krankenkasse übernimmt für die insgesamt vier geplanten Folgen im kommenden Jahr die Schirmherrschaft.

Bis es wieder auf die Bühne geht, soll im Hintergrund aber noch einiges geschehen und dabei bekommen die zwei Gründer Unterstützung von Oberhausener Unternehmen: Monavia tüftelt beispielsweise aktuell an einer Webseite. Dokumentationen zu den Veranstaltungen, Buchempfehlungen der Woche, Interviews mit Experten und vieles mehr ist geplant. Und auch für die Veranstaltung an sich gibt es schon Planungen. So soll es im kommenden Jahr eine Pott-Edition geben: Einen Abend soll sich alles um Start-ups mit typischen Produkten aus dem Pott drehen, so wie bei Damian te Heesen, Jason Sell und Lucas Heinen von Pottwatch.

Auch wieder mit dabei sein sollen die 20-minütigen „Speakernotes“: Unternehmer referieren über Fachthemen, die für Start-ups interessant sein könnten. Wie beispielsweise Oliver Hox (26), der bei der fünften Proto Bühne über das Thema „Vom Langschläfer zum Frühaufsteher“ sprach oder Alexander Gelsin, Geschäftsführer von „Bee Smart City“. Zusammen mit seinen Kollegen hat er die Bee-Smart-City-Plattform entwickelt. Hier findet man zu ganz verschiedenen Problemen einer Stadt Lösungsansätze. Mitmachen kann auch hier jeder.

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