Ludwiggalerie

Jiny Lan verschifft ihre „Malerfürsten“ nach Venedig

Die Malerfürsten werden abgeräumt: Jiny Lan vor ihren hintersinnigen „Meister“-Gemälden mit (v.li.) Markus Lüpertz, Gerhard Richter und Georg Baselitz.

Die Malerfürsten werden abgeräumt: Jiny Lan vor ihren hintersinnigen „Meister“-Gemälden mit (v.li.) Markus Lüpertz, Gerhard Richter und Georg Baselitz.

Foto: Kerstin Bögeholz / FUNKE FotoServices

Oberhausen.  Die Malerin virtuoser Porträts tauscht acht große Gemälde in der Ludwiggalerie aus. Kurzfilmtage zeigen spezielle Auswahl von „Hollywood Stories“.

Mit Jiny Lan kann man sich blendend unterhalten – und jedes einzelne ihrer Gemälde spricht bereits Bände. Für die letzten Wochen der beiden im September endenden Ausstellungen des Kunstvereins in der Panoramagalerie und von „Hollywood Icons“ im Großen Schloss bietet die Ludwiggalerie ein filmreifes Programm.

Über ihr zwiespältiges Verhältnis zu den zugleich bewunderten und kritisierten deutschen „Malerfürsten“ spricht die in der Mandschurei aufgewachsene und nun in Bochum heimische Jiny Lan am Sonntag, 25. August, um 16 Uhr mit dem Essener Galeristen Colmar Schulte-Goltz. In acht virtuos gemalten Großformaten zwischen Huldigung und Karikatur porträtierte sie die „Meister“ (so der Titel der kleinen Kabinettschau) von Sigmar Polke bis Jörg Immendorff. Doch die „weißen, bärtigen Männer“ müssen jetzt weiterziehen.

Jiny Lan kombiniert „Geschichte und Gegenwart, Fantasie und Wirklichkeit“

Wie Jiny Lan angekündigt hatte, reisen die „Meister“-Werke nach Venedig zur ehrwürdigen Biblioteca Nazionale Marciana am Markusplatz mit ihrer fast eine Million Bände. Der Bilderwechsel erfolgt am Mittwoch, 28. August, voraussichtlich zwischen 14 und 17 Uhr im Kabinett. Den Platz übernehmen neue Gemälde, in die Jiny Lan während Mal-Sessions im Juli Porträts von Besuchern der Ludwiggalerie eingefügt hat. „Ich kombiniere sehr gern Geschichte und Gegenwart, Fantasie und Wirklichkeit, öffentliche und private Figuren, westliche und östliche Kultur“, sagt die 49-Jährige.

In der Ausstellung „Hollywood Icons“ im Großen Schloss berichtet bereits am Samstag, 24. August, um 16 Uhr Anita-Maria Goda in ihrem Vortrag „Made to be adored“ über das „Sterne-Erschaffen“ am Beispiel Greta Garbos. Kommerzielle Werbemittel, begehrte Fanartikel, kunstvolle Sammelobjekte – der Sinn und Zweck glamouröser Star-Fotografien ist vielfältig. Anhand ausgewählter Bildbeispiele und Filmszenen beleuchtet Anita-Maria Goda die Wirkung von Stars und ihren Bildern auf ein bewunderndes Publikum. Garbos langjähriger Erfolg machte sie zur „Göttlichen“, zur Ikone der Stumm- und frühen Tonfilmzeit. Am Sonntag, 25. August, um 15 Uhr führt die Kuratorin Jennifer Liß zum vierten Mal durch die Ausstellung Hollywood Icons.

Das gefährliche Dasein als Stuntman

Ein Highlight für das filmverliebte Publikum präsentiert die Ludwiggalerie am Sonntag, 1. September, um 16 Uhr unter dem Titel „Hollywood Stories“ in Gestalt ausgewählter Kurzfilme aus dem Archiv der Internationalen Kurzfilmtage. Zu sehen sind an diesem Nachmittag sieben preisgekrönte Werke von Regisseuren wie Volker Schreiner oder Björn Melhus, entstanden zwischen 1998 und 2018 und exklusiv für diese Vorführung zusammengestellt.

Damit fügt sich die kleine Werkschau thematisch in die Ausstellung „Hollywood Icons“ ein und bleibt doch in ihrer Herangehensweise sehr verschieden: ob ein Countdown zur Hauptrolle des Films aufsteigt, die ständige Gefahr des Daseins als Stuntman ins Licht rückt oder das gestörte Verhältnis zwischen Realität und Darstellung des Krieges im Film thematisiert wird. Teils intime Einblicke führen bis in die Badezimmer Hollywoods. Zu dieser Filmschau empfiehlt die Ludwiggalerie eine Teilnahme ab 16 Jahren.

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