Krankenhauslandschaft

Katholisches Klinikum: Keine Kündigungen beim Jobabbau nötig

Außenansicht des St.-Clemens-Hospitals in Sterkrade, eines von drei Krankenhäusern des KKO in Oberhausen.

Außenansicht des St.-Clemens-Hospitals in Sterkrade, eines von drei Krankenhäusern des KKO in Oberhausen.

Foto: Martin Möller / Martin Möller / Funke Foto Services

Oberhausen.  Der Sanierungskurs des finanziell angeschlagenen Katholischen Klinikums (KKO) mit Stellenabbau läuft – jetzt gibt es eine gute Nachricht.

Das in der Finanzkrise steckende Katholische Klinikum Oberhausen (KKO) schreitet offenbar auf seinem angestrebten Sanierungskurs zügig voran. Der Stellenabbau läuft bisher geräuschlos, die Verhandlungen mit neuen Investoren für den wichtigen Gesundheitsbetrieb stehen vor dem Abschluss.

Jetzt gehen die Vertreter der 2300-köpfigen Arbeitnehmerschaft und die Sanierungs-Geschäftsführung der KKO-Gruppe davon aus, dass beim geplanten Abbau von 230 Arbeitsplätzen doch keine betriebsbedingten Kündigungen notwendig sein werden. Beim Start des Restruktierungskurses glaubten die Sanierer noch, auf Kündigungen nicht verzichten zu können. Die neuen KKO-Chefs, die Mitarbeitervertretung und die Betriebsräte haben in Verhandlungen miteinander erreicht, dass trotz des laufenden Stellenabbaus keine Kündigungen ausgesprochen werden mussten.

Individuelle Vereinbarungen mit Abfindungen

Das gelingt durch verschiedene Schritte: Man lässt befristete Arbeitsverträge auslaufen, man besetzt frei werdende Stellen nur teilweise und man schickt ältere Mitarbeiter in Rente. „Darüber hinaus werden wir durch individuelle Aufhebungsvereinbarungen in den meisten Fällen eine sozialverträgliche Lösung finden“, verspricht der KKO-Generalbevollmächtigte Christoph Niering. Der Vorsitzende der Arbeitnehmervertretung, Stephan Stachwitz, zeigte sich nach Darstellung einer offiziellen Pressemitteilung erfreut über das Ergebnis: „Wir haben intensiv um jeden Arbeitsplatz gerungen – bislang mit großem Erfolg.“

Ein ganzes Krankenhaus wird geschlossen

Das KKO schließt bekanntlich sein Alt-Oberhausener Krankenhaus St.-Josef-Hospital. Das Klinikum will in Zukunft konzentriert an zwei Standorten alle bisherigen Gesundheitsdienstleistungen in Oberhausen anbieten – die Psychiatrie wird in das Osterfelder St.-Marien-Hospital umziehen, die Neurologie in das Sterkrader St. Clemens. Dies soll bereits Anfang des nächsten Jahres geschehen. Das St.-Marien-Hospital konzentriert sich damit in Zukunft auf die Geriatrie und Psychiatrie.

Zunehmend rückt auch die Entscheidung näher, wer in Zukunft das KKO mit seinen zwei Krankenhäusern, drei Altenheimen, drei Hospizen und vier Pflegediensten führen wird. Bisher gehört das KKO drei Kirchengemeinden und dem Bistum Essen. Ein neuer Investor soll nun aber die Mehrheit übernehmen – mit insgesamt sieben Interessenten ist seit Ende September ernsthaft verhandelt worden.

Entscheidung über künftigen Investor rückt näher

Diese Zahl ist nach Informationen der Redaktion weiter geschrumpft – nun rückt der Verkündung des Gewinners im Bieterwettbewerb näher. Dabei schauen die Insolvenzfachleute nach eigenem Bekunden nicht nur darauf, wer den höchsten Preis für die KKO-Gruppe zahlen will, sondern auch, wie der künftige Betreiber des KKO das Personal behandeln will.

„Alle in Frage kommenden Investoren haben signalisiert, das Restrukturierungskonzept als Grundlage für weitere Personalplanungen nehmen zu wollen. Das freut uns, auch, wenn die weitere Personalplanung dann natürlich in den Händen des neuen Trägers liegt“, sagt der derzeitige KKO-Geschäftsführer Christian Eckert, der als Partner der Münchner Unternehmensberatungsgesellschaft „WMC Healthcare GmbH“ das Sanierungskonzept miterstellte. Und der letzte Satz bedeutet auch: Ganz ausschließen kann der KKO-Chef betriebsbedingte Kündigungen für die weitere Zukunft nicht, wenn der neue Eigentümer das Heft des Handelns in der Hand hat.

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