KKO-Insolvenzverfahren

KKO-Aufsichtsrat bittet Oberhausener Bürger um Vertrauen

Das zentrale Krankenhaus des Katholischen Klinikums Oberhausen ist das St. Clemens Hospital in Sterkrade. Insgesamt hat das KKO drei Krankenhäuser im Stadtgebiet Oberhausen.

Das zentrale Krankenhaus des Katholischen Klinikums Oberhausen ist das St. Clemens Hospital in Sterkrade. Insgesamt hat das KKO drei Krankenhäuser im Stadtgebiet Oberhausen.

Foto: Martin Möller / Martin Möller / Funke Foto Services

Oberhausen.  Erstmals seit Eröffnung des Insolvenzverfahrens hat sich auf Anfrage der Redaktion der Aufsichtsrat des Katholischen Klinikums eingeschaltet.

Nach den Aufregungen rund um das Insolvenzverfahren des Katholischen Klinikums KKO bittet der Aufsichtsrat des Unternehmens alle Patienten und überweisenden Ärzte um Geduld und Vertrauen. „Der Krankenhausbetrieb geht wie gewohnt weiter und ich hoffe, dass die Oberhausener uns die Treue halten“, sagt Wilhelm Hausmann, CDU-Parteichef und stellv. Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikums KKO.

„Bei allem Ärger, den es etwa über die Essensqualität in den Kliniken gibt, halte ich die Oberhausener Krankenhauslandschaft, die vorwiegend aus kirchlichen und ideellen Trägern besteht, für ein wichtiges Wesensmerkmal unserer Stadt. Die Menschen haben von Geburt und schicksalhaften Krankheiten bis hin zu unserem Sterbehospiz eine enge Bindung zu Einrichtungen des KKO, die eben nicht aus knallharter Gewinnmaximierung betrieben werden. Das macht uns im immer härter werdenden Gesundheitsmarkt aber auch empfindlicher.“

Interne Fehler eingeräumt

Hausmann räumt ein, dass es auch „unweigerlich interne Fehler“ im Katholischen Klinikum gegeben hat. Das liege auch daran, dass die Krankenhäuser mit vielen komplexen Anforderungen überschüttet würden. Beispielsweise sei es durch die derzeitige Struktur der Krankenhausfinanzierung kaum möglich, „Gewinne anzusammeln, um Sicherheit für schlechte Phasen zu haben“. Zudem befinde sich das KKO seit Jahren in einer schwierigen Umstrukturierungsphase. „Es war klar, dass nicht mehr alle Leistungen an allen Standorten angeboten werden können. Eine solche Umstrukturierung kostet viel Geld und es braucht Zeit, bis die verlegten Abteilungen auskömmlich arbeiten.“

Um zu verhindern, dass spätestens im Herbst nach Darstellung externer Fachleute das KKO tatsächlich zahlungsunfähig wird, hat man bereits jetzt das „Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung“ angemeldet – nicht nur für das KKO mit drei Krankenhäusern, drei Altenheimen, vier Pflegediensten und drei Hospizen, sondern auch für drei Tochterfirmen Reha-Zentrum Oberhausen GmbH, Mundita Sterkrade GmbH und KKO Service GmbH.

Seit Jahren Kontrolleur des KKO

Wilhelm Hausmann, seit vielen Jahren einer der Kontrolleure im KKO-Aufsichtsrat, zeigt sich optimistisch, dass das KKO aus dem Verfahren gestärkt hervorgeht. „Dass der Antrag auf Eigenverwaltungsinsolvenz der KKO genehmigt wurde, zeigt, dass das Unternehmen genug Substanz zur Restrukturierung hat, um wieder auf die Füße zu kommen. Das Verfahren bietet die Chance, viele ungünstige Verträge und Strukturen nun schneller verändern zu können.“ Das heutige Insolvenzrecht sei nicht dazu da, Unternehmen zu zerschlagen, sondern den lebensfähigen Kern herauszuarbeiten und Arbeitsplätze zu erhalten.

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