Schulprojekt

Kultur zum Ausprobieren beim ersten „Schools@Culture“-Tag

Bei einer großen Revue präsentierten die Schüler zum Abschluss, was sie alles gelernt haben.

Bei einer großen Revue präsentierten die Schüler zum Abschluss, was sie alles gelernt haben.

Foto: Kerstin Bögeholz

OBERHAUSEN.   250 Oberhausener Schüler trafen sich in der Luise-Albertz-Halle zum ersten „Schools@Culture“-Tag. In zwölf Workshops tobten sie sich aus.

„Kunst“, sinniert Paula, „das ist etwas, was es gar nicht gibt.“ Das kinnlange Haar wippt der Achtjährigen ins ernste Gesichtchen. „Kunst, das sind ganz verrückte Sachen.“ Und, schwupps, ist sie hinter einem Stuhl verschwunden, nur die Papp-Krone mit den Glitzersteinen lugt noch hervor.

Paula übt gerade Spagat. Die Grundschülerin ist eines von 250 Kindern, die in der Luise-Albertz-Halle am „Schools@-Culture“-Tag teilnehmen. In zwölf Projekten dürfen die Zweit- bis Zehntklässler Kunstformen wie Tanz, Theater, Trommeln und Malen ausprobieren. Angeleitet werden sie dabei von Lehrern und Künstlern. Eingeladen zu dieser erstmaligen Veranstaltung haben das Bildungsbüro und das Kulturbüro der Stadt.

In Paulas Workshop haben sie erst ein Märchen gelesen, bevor gemeinsam gebastelt wurde: Des Kaisers neue Kleider. Am Tisch reichen sich Schüler nicht nur einer Schule die Scheren und Stifte weiter, wie in allen Workshops ist es auch hier eine bunte Mischung – was das Besondere an diesem Projekt ist, wie Silke Becker vom Bildungsbüro findet. Schüler und Lehrer von 17 Schulen sind heute hier. „Das gab es so noch nie“, sagt Becker. Sabine Bergforth vom Kulturbüro ergänzt, dass sich hier Schulen, die kulturell aktiv sind und solche, die es noch werden wollen, begegnen. Die einen haben ihre Schüler aus den AGs mitgebracht, die anderen steigen ein und machen mit. In den Foyers und Sälen der Luise-Albertz-Halle haben sie Zeit und Raum, um sich inspirieren zu lassen. Oder, wie Sabine Bergforth es formuliert, „einfach Dinge ausprobieren und mal einen ganz anderen Schultag erleben“.

Auf der Bühne im großen Saal geht der Percussion-Workshop noch schnell seine Show für die gleich startende Revue durch, bei der sich zum Abschluss alle Gruppen präsentieren werden.

Sechs Mädchen stehen ganz mutig weit vorne und singen. Salibonani, Salibonani. Sali Sali Salibonani. Dabei machen sie Schritte nach links und rechts und Tanzbewegungen. „Das bedeutet Guten Morgen und ist ein Lied aus Simbabwe“, erklärt Karl-Heinz Cramer vom Käthe-Kollwitz-Kolleg. Er steht vor der Bühne, singt und tanzt mit und leitet mit Gesten die Trommler an, die hinten auf ihren Cajons sitzen und auf ihre Kpanlogo oder Djembé einschlagen. „Eine super Truppe“, lobt der Lehrer.

Auch Harald Schulte schwört seine Workshop-Teilnehmer auf den bevorstehenden Auftritt ein. „Denk dran, das Publikum sieht dich“, ruft er einem Jungen zu, der etwas verloren im Saal herumirrt.

Doch die Mädchen halten den modernen Improvisationstanz zusammen, schütteln sich, heben die Arme, ganz so, wie der Mülheimer Künstler es ihnen sagt. Ohne Scham und Scheu. Er wolle den Kindern zeigen, „was man mit Kunst alles machen kann“, sagt Schulte. Es scheint zu klappen.

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