Fridays for Future

Pause machen für den Klimastreik von Fridays for Future

Auch im Juli versammelten sich Oberhausener Schüler auf dem Friedensplatz, um für den Klimaschutz zu demonstrieren.

Auch im Juli versammelten sich Oberhausener Schüler auf dem Friedensplatz, um für den Klimaschutz zu demonstrieren.

Foto: Olaf Fuhrmann / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Am Freitag wollen Schüler nicht alleine für den Klimaschutz streiken: Alle Oberhausener sollen mitmachen. Kirchen und Gewerkschaften sind dabei.

Pause machen oder einen Betriebsausflug, die Gleitzeit nutzen oder Überstunden abbauen: Arbeitnehmer können kreativ mit ihrer Arbeitszeit umgehen, um am Freitag, 20. September, bei den Protesten für den Klimaschutz mitzumachen. Darauf hoffen die Oberhausener Schüler von Fridays for Future und die Eltern von Parents for Future. Beide Gruppen rufen am Freitag anlässlich des globalen Klimastreiks an diesem Tag auch in Oberhausen zur Demonstration auf.

Keine Ausrede mehr

Unter dem Motto #AlleFürsKlima fordern die Aktivisten der Klimaschutzbewegung alle Bürger dazu auf, ihre Arbeit am Freitagvormittag ruhen zu lassen und um 11.30 Uhr zum Rathaus zu kommen. Unterstützt wird dieser Aufruf von Kirchen, Gewerkschaften, Naturschutzverbänden, der Stoag oder dem Theater. „Es gibt eigentlich keine Ausrede mehr, außer Faulheit oder Desinteresse“, sagt Eileen Krauße von Parents for Future Oberhausen.

„Läden und Geschäfte halten wir an, in dieser Zeit zu schließen. Unternehmen bitten wir, ihren Arbeitnehmern durch großzügige Pausen- oder Gleitzeitregelungen die Streikteilnahme zu ermöglichen“, heißt es im Aufruf von Parents for Future. Parallel zur Tagung des Klimakabinetts in Berlin mit Blick auf den UN-Sondergipfel zum Klimaschutz in New York soll so klimapolitischen Forderungen Nachdruck verliehen werden. „Wir brauchen einen gesellschaftlichen Wandel“, sagt Eileen Krauße (33). Auch ein Jahr nach Beginn der weltweiten Klimaproteste sitze die Politik in Bund, Land und Kommunen das Thema immer noch aus, so Krauße.

Billiger Busfahren

200 Schülerinnen aus Oberhausen sind in der „Fridays for Future“-Whatsapp-Gruppe, rund 40 Eltern machen in der „Parents“-Gruppe mit. Sie haben schon konkrete Forderungen an die Oberhausener Stadtpolitik gestellt: einen günstigeren ÖPNV und eine bessere Taktung sowie ein nachhaltiges Beschaffungssystem im Rathaus (Einkauf von umweltfreundlichen Produkten, Lehr- und Lernmitteln etc.). Bei der Umsetzung ist Geduld gefragt, wie steht es also um den Erfolg der Bewegung? „Es vergeht mittlerweile kein Tag in Deutschland, an dem wir nicht über das Thema Klimaschutz sprechen“, sagt Eileen Krauße, „insofern: die Aufmerksamkeit ist da. Wenn jetzt noch gehandelt würde, wäre das klasse.“

Die Kirchen in Oberhausen unterstützen die Aktionen am Freitag, „weil diese Umweltbewegung einfach Recht hat“, sagt Joachim Deterding, Superintendent der evangelischen Kirche in Oberhausen und Vorsitzender der hiesigen Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen. Der Auftrag der Kirche sei die Schöpfung zu bewahren. Fridays for Future biete den Anlass, sich selbst zu hinterfragen und anders zu handeln als bisher. „Aber wir dürfen und müssen auch Forderungen an die Politik stellen und Druck ausüben – und nicht erst dann, wenn wir selbst alles richtig machen“, sagt Joachim Deterding in Richtung der Kritiker, die Klimaschutzaktivisten vorwerfen, auch Umweltsünder zu sein.

Dem Beispiel folgen

Der Evangelische Kirchenkreis setzt am Freitag die Kernarbeitszeit außer Kraft, so dass Mitarbeiter (bis auf Notbesetzungen) an der Demo teilnehmen können – indem sie zum Beispiel Überstunden abbauen. So wird es auch Mark Bothe, Pastoralreferent von St. Clemens, halten. Die katholische Stadtkirche könne zwar den Mitarbeitern nicht frei geben, weil diese beim Bistum angestellt sind, aber „ich werde Überstunden abbauen und hoffe, dass viele meinem Beispiel folgen“.

Auch die Gewerkschaft Verdi ermutigt Arbeitnehmer, „außerhalb der Arbeitszeit (in Pausen, nach dem Ausstempeln, im Urlaub)“ an den Aktionen teilzunehmen. In Oberhausen wird Dieter Schäfer, Verdi-Regionalvorsitzender für Mülheim und Oberhausen, auf der Kundgebung sprechen. „Das Klima zu schützen und dem Klimawandel entschieden entgegen zu wirken ist weltweit eine Herausforderung von absoluter Dringlichkeit“, heißt es in der Pressemitteilung von Verdi. „Der Klimawandel bedroht die Lebensgrundlagen künftiger Generationen. Der Wandel hin zu einer nachhaltigen Wirtschaft und Gesellschaft ist dringend notwendig und nicht mehr aufzuhalten“, so die Dienstleistungsgewerkschaft.

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