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Mixer-Streamer „Kalibaah“ träumt vom Millionenpublikum

Greenscreen in der heimischen Zockstube: Der Oberhausener Benjamin Heckhoff streamt seine Videospiele auf der Plattform Mixer und zählt zu den großen deutschen Live-Streamern​​ auf der Plattform – mit gerade einmal 8000 Followern. Mixer ist der Microsoft-Konkurrent des bei Gamern beliebten Twitch. ​

Greenscreen in der heimischen Zockstube: Der Oberhausener Benjamin Heckhoff streamt seine Videospiele auf der Plattform Mixer und zählt zu den großen deutschen Live-Streamern​​ auf der Plattform – mit gerade einmal 8000 Followern. Mixer ist der Microsoft-Konkurrent des bei Gamern beliebten Twitch. ​

Foto: Heckhoff

Oberhausen.  Benjamin Heckhoff überträgt Videospiele auf der Streaming-Plattform Mixer. Er gehört mit nur 8000 Followern zu den großen deutschen Streamern.

Die Xbox von Benjamin Heckhoff ist jeden Tag eingeschaltet. Sieben Tage die Woche spielt der 27-jährige Oberhausener Videospiele, taucht in die knallbunte Action-Welt von „Fortnite“ ein oder mimt den virtuellen Anti-Terror-Kämpfer in „Call of Duty“. Das tut er jedoch nicht alleine, etliche Menschen gucken ihm dabei über die Streaming-Plattform Mixer zu.

Heckhoff ist ein Streamer. Und wer sich so nennt, der ist Teil einer Unterhaltungswelt, die rasant wächst und ein spielebegeistertes junges Publikum in seinen Bann zieht. Denn weltweit folgen Millionen Zuschauer viele Stunden den Live-Übertragungen von Computer- und Konsolenspielen auf großen Streaming-Plattformen wie Twitch, Youtube Gaming oder eben Mixer. Einige Spieler verdienen mit dem Zocken sogar ihren Lebensunterhalt – teilweise in Millionenhöhe.

„Kalibaah“ gehört zu den großen deutschen Streamern auf Mixer

„Ich war schon immer leidenschaftlicher Konsolenspieler und habe vor drei Jahren angefangen, meine Spiele live auf Mixer zu streamen, ohne mir groß etwas dabei zu denken“, erzählt Benjamin Heckhoff, der in der Gaming-Szene unter dem Namen „Kalibaah“ bekannt ist. Plötzlich sahen ihm immer mehr Menschen virtuell über die Schulter. Und mit derzeit über 8000 Followern – in der Netzwelt nicht gerade viel – gehört er in Deutschland sogar zu den großen Mixer-Streamern mit einer eigenen kleine Fangemeinde.

„Das wäre schon ‘was, wenn ich damit meinen Lebensunterhalt verdienen könnte“, sagt der Familienvater, der zu den ganz Großen in seiner Szene aufschaut. Der US-Amerikaner Tyler Blevins, besser bekannt als „Ninja“, ist mit Millionen Followern der internationale Streamer-König, was Beliebtheit und Verdienst angeht, und hat sich im vergangenen Jahr den ganz großen Coup geleistet: Er wechselte vom Marktführer Twitch (Amazon) zum kleinen Konkurrenten Mixer aus dem Hause Microsoft. Die Gaming-Szene munkelt, dass da eine Menge Geld im Spiel war.

Zuschauer können Gamer finanziell unterstützen

„So bekommt die Plattform aber auch in Deutschland mehr Beachtung“, erhofft sich Benjamin Heckhoff nun vom Promi-Wechsel. Er selbst hatte seiner digitalen Zockstube mangels Wachstum sogar zeitweise den Rücken gekehrt und sein Glück auf Youtube versucht – mit weit weniger Zuschauern. Das große Geld macht Heckhoff mit dem Streamen zwar nicht, aber immerhin kann er sein heißgeliebtes Hobby über die Möglichkeiten der Plattform refinanzieren.

So hat er vom „Fortnite“-Entwickler Epic einen eigenen „Battle Royale Server“ und einen Creator Code bekommen, den Fans in ihrem Spiel eingeben und so den Streamer monetär ein wenig unterstützen können. Auch über einen Spenden-Button und über sogenannte Subscriptions (Abonnements) auf seiner Mixer-Seite bekommt „Kalibaah“ etwas Geld. Hin und wieder darf er auch ein neues Spiel an seine Zuschauer verlosen – dank Sponsoring.

Mixer lebt von der Interaktion

Seine Fans gucken aber nicht einfach nur zu, sie sind während eines Streams immer per Chat mit dabei, kommentieren das Geschehen oder nehmen sogar aktiv teil. „Mixer lebt besonders von der Interaktion“, betont Heckhoff, dessen Konterfei beim Streamen in einem kleinen zweiten Video-Fenster eingeblendet ist. „Wenn ich will, kann ich sogar meinen Controller freigeben und die Zuschauer übernehmen die Steuerung des Spiels.“

Kaum zu glauben, dass „Kalibaah“ manchmal zehn Stunden am Stück vor der Konsole sitzt und ihm Menschen dabei zusehen, wie er sich durch die Straßenschluchten von „GTA5“ manövriert oder verrückte Auto-Fußball-Duelle beim Spiel „Rocket League“ austrägt – man könnte sich ja auch selbst vor die Konsole setzen und daddeln. Die Unterstützung von Frau und Kindern hat er jedenfalls. „Papa leg mal den Controller weg, höre ich aber immer öfter von meinen beiden sechsjährigen Töchtern“, erzählt Benjamin Heckhoff und lacht. Die hatten offenbar Erfolg. An manchen Tagen lässt er die Xbox nun auch mal ausgeschaltet.

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