Versteigerung

Oberhausener Hochbunker kommt in Köln unter den Hammer

Markantes „Eigenheim“ zu ersteigern: Der Bunker in Osterfeld kostet mindestens 60 000 Euro.

Foto: Ute Gabriel

Markantes „Eigenheim“ zu ersteigern: Der Bunker in Osterfeld kostet mindestens 60 000 Euro. Foto: Ute Gabriel

Oberhausen.  Wer immer schon mal einen Bunker besitzen wollte, hat jetzt die Gelegenheit: 60.000 Euro beträgt das Mindestgebot für den Hochbunker Osterfeld.

Der Hochbunker in Osterfeld an der Baustraße kommt unter den Hammer. Am Samstag, 18. März, wird das Kriegsrelikt bei einer Auktion in Köln angeboten. Mindestgebot: 60.000 Euro.

Fünf Geschosse plus Keller

Der Bunker, der mitten in einem gepflegten Wohngebiet in Osterfeld steht, stammt aus dem Jahr 1941/42 und verfügt über fünf Geschosse plus Keller. „Das Objekt befindet sich in einem soliden Zustand mit weiterem Sanierungsbedarf“, steht in dem Auktionskatalog beschrieben. Damen- und Herrentoiletten seien vorhanden, die alten Möbel bleiben im Bunker.

Auch ein Bunker in Mülheim-Styrum, zwischen Hammer- und Eberhardstraße, wird bei derselben Auktion angeboten. Warum stößt die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben diese Relikte nun ab? Kurzum: Die Hochbunker werden „zur Erfüllung von Verwaltungsaufgaben nicht mehr benötigt“, sagt ein Sprecher der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, der die Bunker gehören. „Aus diesem Grund ist die Anstalt gehalten, derartige Liegenschaften unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu verwerten.“ Will heißen: Die Bunker sind jahrelang für eventuelle Krisenzeiten vorgehalten worden, zum Teil hat der Bund die Bunker saniert und sie für den Zivilschutz genutzt. Jahre später ist dann die sogenannte Zivilschutzbindung gefallen. Seitdem können die Bunker verkauft, umgestaltet oder abgerissen werden.

Nachgefragte Objekte

Bereits zum Jahresende 2012 forderte die Bundesanstalt für Immobilien die Stadt auf, die Bunker leerzuziehen, soweit sie von Vereinen genutzt worden sind. Damals mussten die Bunker an der Baustraße, an der Eichelkamp- und Brandenburger Straße (Sterk­rade) sowie in der Girondelle (Lirich) und an der Helmholtzstraße (Alt-Oberhausen) geräumt werden.

Nach Angaben des Sprechers der Bundesanstalt seien Bunker durchaus nachgefragte Objekte. „Im Laufe eines Jahres verkauft das Verkaufsteam in Düsseldorf mehrere derartiger Liegenschaften“, sagt der Sprecher.

Auktion am Samstag ab 11 Uhr in Köln

Und warum wird der Bunker in Oberhausen nicht direkt verkauft, sondern bei einer Auktion angeboten? „Bei der Verwertung von Immobilien kommen grundsätzlich verschiedene Verfahren zur Anwendung. Zum einen verkauft die Bundesanstalt entsprechende Objekte mit eigenem Personal. Im vorliegenden Fall hat sie sich dazu entschlossen, den Bunker in die Auktion einzuliefern um hierdurch einen besonderen Interessenten- und Bieterkreis zu erreichen“, erklärt der Sprecher.

Die Auktion beginnt am morgigen Samstag, 18. März, um 11 Uhr im Hilton Cologne Hotel, Marzellenstraße 13 bis 17, in Köln. Veranstalter ist die Westdeutsche Grundstücksauktionen AG. Insgesamt stehen an diesem Termin 47 Immobilien zur Auktion. Mehr Informationen online: wdga-ag.de.

Update 21. März 2017: Der Bunker an der Baustraße ist bei der Auktion für 80.000 Euro verkauft worden. Das Anfangsgebot lag bei 60.000 Euro. Wer der Käufer ist, teilt die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben aus Datenschutzgründen nicht mit.

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