Kinder in Pflegefamilien

Oberhausen: Kinderschutzbund hilft Eltern mit Gruppenangebot

Die Elterngruppe „Mein Kind lebt bei fremden Menschen“ soll Betroffenen in Oberhausen Raum geben, sich auszutauschen.

Die Elterngruppe „Mein Kind lebt bei fremden Menschen“ soll Betroffenen in Oberhausen Raum geben, sich auszutauschen.

Foto: Frank Rumpenhorst / dpa-tmn

Oberhausen.  „Mein Kind lebt bei fremden Menschen“: Unter diesem Motto bekommen Eltern in Oberhausen Unterstützung. Die Gruppe trifft sich am 12. Dezember.

Eltern, deren Kinder in einer Jugendhilfeeinrichtung oder einer Pflegefamilie leben, bekommen in Oberhausen Unterstützung durch die Gruppe „Mein Kind lebt bei fremden Menschen“. Vor Jahren wurde das Angebot vom Kinderschutzbund, dem Verein Löwenzahn Erziehungshilfe und dem Rotary Club ins Leben gerufen und bietet betroffenen Eltern die Möglichkeit, sich mit Menschen auszutauschen, die sich in einer ähnlich schwierigen Situation befinden.

Das nächste Treffen der Elterngruppe findet nun am Donnerstag, 12. Dezember von 18 bis 20 Uhr in den Räumen des Kinderschutzbundes, Styrumer Straße 27, statt. Gerade die Abgabe oder Herausnahme eines Kindes aus der Ursprungsfamilie ist für die leiblichen Eltern mit vielfältigen Erfahrungen verbunden. Überforderung, Schuld und Scham sind einige der Gefühle, mit denen viele betroffene Eltern konfrontiert sind und für die sie nur selten Gesprächsmöglichkeiten oder Verständnis in ihrem nahen Umfeld finden. Die Eltern sollen daher Wertschätzung, Verständnis, Mitgefühl und Unterstützung in der Gruppe erfahren.

Gruppe diskutiert Fragen, die von Eltern eingebracht werden

In den Treffen der Gruppe werden Fragestellungen diskutiert, die von den Eltern eingebracht werden. Etwa: Wie gehe ich mit meiner Scham oder der Schuldzuweisung und Stigmatisierung durch mein Umfeld um? Wie kann ich mit meinen Ängsten (vor Entfremdung meines Kindes/vor dem Verlust meiner Elternposition) umgehen? Wie kann ich trotz der Trennung mit meinem Kind in Kontakt bleiben? Wie gehe ich mit den Pflegeeltern/Erziehern um, bei denen mein Kind nun lebt? Wie kann ich mich beim Umgang verhalten, damit es meinem Kind gut geht? Welche (Umgangs-)Rechte habe ich? Wie kann ich mich konstruktiv im Hilfeplanprozess beteiligen?

Treffen wird durch eine Fachkraft moderiert

Aber auch der Bericht positiver Begegnungen und Erfahrungen soll Eltern ermutigen, sich weiter aktiv an der Entwicklung ihres Kindes zu beteiligen.

Moderiert wird die Gruppe durch Sebastian Röhl (Diplom-Pädagoge in Ausbildung zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten). Trotz der Moderation folgt die Arbeit aber im weitesten Teil dem Grundsatz „Hilfe zur Selbsthilfe“. Das Angebot des Kinderschutzbundes ist eines von mehreren aus der Reihe BIS (Bindung schützt).

Eine Voranmeldung ist nicht notwendig. Wer sich informieren möchte, kann über meinkindlebtbeifremdenmenschen@web.de Kontakt aufnehmen.

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