Radweg

Oberhausen: Radweg auf Teutoburger Straße falsch markiert

Der Weg ist frei, das Projekt „Teutoburger Straße“ aber noch lange nicht auf der Zielgeraden: Beigeordnete Sabine Lauxen (l.) steigt mit Norbert Marißen (r.) und Burkhard Schmidt vom ADFC aufs Rad.

Der Weg ist frei, das Projekt „Teutoburger Straße“ aber noch lange nicht auf der Zielgeraden: Beigeordnete Sabine Lauxen (l.) steigt mit Norbert Marißen (r.) und Burkhard Schmidt vom ADFC aufs Rad.

Foto: Kerstin Bögeholz / FUNKE FotoServices

Oberhausen.  Die zuständige Firma habe sich nicht an Vorgaben der Stadt gehalten. Nun muss die Bezirksvertretung Osterfeld entscheiden, wie es weitergeht.

Es hätte alles so einfach werden können mit dem neuen Radfahrstreifen an der Teutoburger Straße. In den Herbstferien sollte eine Alternative zum alten Hochbord-Radweg geschaffen werden und der Radverkehr dank neuer Fahrbahnmarkierungen auf die Straße verlegt werden. Dann folgte das schlechte Wetter, Protest von Anwohnern, Autofahrern und auch aus der Politik. Zuletzt legte Karl Heinz Mellis, für das Bürgerbündnis BOB in der Bezirksvertretung Osterfeld aktiv, den Zollstock an und stellte fest: Der Parkstreifen ist nicht breit genug. Sein Vorwurf: Die Stadtverwaltung hat auf ganzer Linie versagt.

Diesen „Markierungsfehler“ räumt die Stadt nun ein, sieht die Schuld aber nicht bei sich. „Die ausführende Firma hat nicht so markiert, wie es in der Planung vorgesehen war“, stellt Beigeordnete Sabine Lauxen klar. Die Firma habe den Fehler bereits eingesehen, aufgefallen war er der Verwaltung allerdings zu einem Zeitpunkt, als ein Großteil der Markierung bereits aufgetragen war.

„Der Markierungsfehler hätte nicht passieren dürfen“

neue radwege an der teutoburger straße erhitzen die gemüterDer Parkstreifen hat derzeit eine Breite von 1,75 Metern, geplant war eine Breite von zwei Metern. Der Strich sei auf der falschen Seite der vorgezeichneten Markierung gezogen worden. Durch die Strichbreite von 25 Zentimetern habe sich so die entsprechende Verengung ergeben, erklärte Lauxen etwas zähneknirschend.

„Der Markierungsfehler hätte nicht passieren dürfen“, meint auch Marcel Knauff, Verkehrsplaner der Stadt. Den aktuellen Status quo nennt er „ein Provisorium“, das so nicht durchgehe. Bislang sind etwa die Hälfte der geplanten Markierungsarbeiten erledigt. Die zusätzliche rote Linie, die den neuen Radfahrstreifen von der Fahrbahn abtrennt, fehlt beispielsweise noch.

Nun ist die Bezirksvertretung gefordert, denn aus der jetzigen Situation ergeben sich aus Sicht der Stadt drei Varianten, wie mit der Teutoburger Straße weiter verfahren werden könnte. Die Verwaltung hat dazu eine entsprechende Vorlage erstellt.

Stadtverwaltung schlägt drei Varianten vor

Variante eins sieht vor, dass die neu aufgebrachten Markierungen wieder entfernt werden. Dies beträfe die gesamte bereits markierte Länge zwischen Tonderner Straße und Harkortstraße. Anschließend würde eine neue Markierung im richtigen Abstand angebracht. „Die Kosten trägt hierbei die zuständige Firma“, sagt Sabine Lauxen und weist darauf hin: „Das Abfräsen der Markierung verursacht Schäden an der Fahrbahn.“

Variante zwei berücksichtigt das Gutachten von Prof. Jügen Gerlach (Universität Wuppertal), das BOB in Auftrag gegeben hatte. Um den Radweg richtlinienkonform nach Vorgaben des Landes NRW zu gestalten, schlägt Gerlach einen zwei Meter breiten Schutzstreifen mit 0,75 Meter Sicherheitstrennstreifen vor. Dies wäre nur realisierbar, wenn auf einer Straßenseite über die gesamte Länge der Strecke der Parkstreifen komplett entfiele. Nach Berechnungen von Marcel Knauff würde das einen Verlust von 400 Parkplätzen bedeuten. „Das ist keine Option, die wir angesichts der Diskussion um die Parkmöglichkeiten wirklich in Erwägung ziehen“, meint Lauxen.

Variante drei sieht vor, dass die bisherige Markierung bestehen bleibt, dafür aber Autofahrern erlaubt werden soll, auf beiden Straßenseiten jeweils halbseitig auf den alten Hochbord-Radwegen zu parken. Das würde aus Sicht der Verwaltung Raum für einen zusätzlichen 0,75 Meter breiten Sicherheitstrennstreifen schaffen, der in der aktuellen Planung nicht vorgesehen ist.

Halbseitiges Hochbordparken wäre für den ADFC ein „guter Kompromiss“

Sabine Lauxen zufolge sei die dritte Variante zusammen mit den Wirtschaftsbetrieben Oberhausen (WBO) erarbeitet und mit dem ADFC vorbesprochen worden. „Das ist unser präferierter Vorschlag, die Verwaltung könnte aber auch mit Variante eins leben.“

Auch der ADFC sieht in Vorschlag Nummer drei einen „guten Kompromiss“. „Damit würden wir noch mehr Abstand zum ruhenden Verkehr gewinnen“, meint ADFC-Sprecher Burkhard Schmidt. Aus seiner Sicht ist die Verlagerung des Radweges vom Bordstein auf die Straße bereits jetzt schon eine „echte Verbesserung“. „Man kann auf der Fahrbahn deutlich besser fahren, es sind sichtbar weniger Falschparker unterwegs und auch die Reinigung der Strecke ist gewährleistet“, so Schmidt.

Der etwa 2,4 Kilometer lange neue Radstreifen ist bereits befahrbar und verbindet Sterkrade mit Bottrop. Er stellt eine wichtige Ost-West-Achse dar, von der Fahrradfahrer im Alltag profitieren sollen. Verkehrsplaner Marcel Knauff nennt ihn trotz der offensichtlichen Geburtsfehler, „den besten Radweg, den wir in Oberhausen bekommen werden“. Ob dem wirklich so ist, darüber wird die Bezirksvertretung Osterfeld in der nächsten Sitzung am Dienstag, 3. Dezember, entscheiden müssen.

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