Radverkehr

Oberhausen: „Radweg auf der Teutoburger ist Verbesserung“

Der neue Radweg an der Teutoburger Straße beschäftigt Bürger und Kommunalpolitik.

Der neue Radweg an der Teutoburger Straße beschäftigt Bürger und Kommunalpolitik.

Foto: Jörg Schimmel / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Anlässlich des Streits um den Radweg an der Teutoburger Straße fordern Grüne und Linke Liste ein Umdenken: Radverkehr-Ausbau ist Klimaschutz.

In der Bezirksvertretung Osterfeld ist die Auseinandersetzung um fehlerhafte Markierungsarbeiten beim neuen Radweg auf der Teutoburger Straße wie berichtet weitergegangen. Grüne und und Linke Liste melden sich nun zu Wort: „Anstatt konstruktiv mit der Situation umzugehen, sprich sich gemeinsam zu überlegen, welche der drei von der Verwaltung vorgeschlagenen Varianten für die Radwegeführung die beste ist, wird eine Diskussion über zu wenige Parkplätze vom Zaun gebrochen“, kritisiert Grünen-Bezirksvertreter Ralf Langnese.

Respektvolle Gesprächskultur

Zudem stößt Langnese auf, dass BOB-Mitglied Karl Heinz Mellis in „respektloser Weise die Verwaltung der Falschaussage und Zensur beschuldigt“. Mellis fehle dann auch noch die Bereitschaft, sich dafür zu entschuldigen, als ihm mehrmals aufgezeigt wurde, dass die Planung der Verwaltung den Rechtsnormen entspreche. „Das lässt nichts Gutes ahnen. Statt Populismus und Diffamierungen dieser Art braucht es gerade heute eine respektvolle Gesprächskultur im politischen Diskurs, die auch andere Auffassungen als die eigene zulässt.“ Nach Ansicht von Ralf Langnese hätte diese andere Auffassung vielleicht der in der Bezirksvertretungssitzung anwesende ADFC vertreten (Allgemeiner Deutscher Fahrradclub), „wäre da nicht BOB und Herr Mellis gewesen, die ein Rederecht des ADFC-Mitglieds als einzige ablehnten“.

Linie gehört zum Spielfeld

„Was soll die Aufregung? Beim Fußball gehört die Linie auch zum Spielfeld“, scherzt Michael Hake, Mitglied im Planungsausschuss für die Linke Liste, in Anspielung auf die 25 Zentimeter breite Markierung. Jene 25 Zentimeter, die den Parkstreifen zu schmal machen und fälschlich auf die Straße gemalt wurden. „Wir halten die Debatte für vorgeschoben. BOB will sich auf Teufel-komm-raus profilieren und fabuliert Lebensgefahr für Radfahrer*innen herbei, die CDU jammert um 19 von 800 Parkplätzen“, so Hake. „Entgegen der vorherigen Regelung – Radfahren auf Bürgersteig – ist die neue Lösung inklusive aller Fehler eine wesentliche Verbesserung für die Radfahrer“, stellt der Kommunalpolitker fest.

Auf alten Hochbord-Radwegen parken

„Statt sich künstlich aufzuregen, sollte der Vorschlag umgesetzt werden, der bereits mit dem ADFC abgestimmt ist. Die bisherige Fahrbahnmarkierung kann erhalten bleiben, dafür können Autos auf beiden Straßenseiten jeweils halbseitig auf den alten Hochbord-Radwegen parken.“

Auch Ratsfrau Andrea-Cora Walther kritisiert, dass BOB ein Veto gegen das Rederecht des ADFC in der Bezirksvertrertung eingelegt hat. „Hat man Angst vor der einen Stimme, die die Bedürfnisse von Fahrradfahrenden darlegen kann inmitten all der Autofahrenden, die um die Stehplätze für ihre fahrbaren Untersätze fürchten?“, fragt Walther. Der Kampf um jeden Stehplatz sei ein Anachronismus in einer Zeit, in der zumindest die Wissenschaft und Jugend um die Reduktion der Folgen des Klimawandels kämpfe.

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