INNENSTADT

City-Hochhaus: Kein Durchkommen für Rollstuhl und Rollator

Der nicht-barrierefreie Aufgang am Hochhaus („Oberhaus“) beschäftigte die Bezirksvertretung.

Der nicht-barrierefreie Aufgang am Hochhaus („Oberhaus“) beschäftigte die Bezirksvertretung.

Foto: Hendrik Niebuhr

Oberhausen.   Das „Unterhaus“ im City-Hochhaus am Hauptbahnhof ist ein gefragter Treffpunkt. Aber eine Treppe stoppt Rollstuhlfahrer und Menschen mit Rollator.

„Unterhaus“, so nennen Eingeweihte ein ehemaliges, rückwärtig gelegenes Ladenlokal im Untergeschoss des Hochhauses Friedrich-Karl-Straße 4. Es ist das große Haus an der Unterführung Concordiastraße, auf dem neuerdings zwei große Schriftzüge leuchten – und das viele mittlerweile als „Oberhaus“ bezeichnen.

Das „Unterhaus“ hat sich in den letzten Jahren zum gefragten Szene-Treff für junge, kreative Leute entwickelt. Es hat nur einen Schönheitsfehler: Für Menschen im Rollstuhl oder mit Rollator ist es nicht erreichbar. Darüber wurde in der Bezirksvertretung Alt-Oberhausen diskutiert.

Die Linke Liste hatte den Antrag eingebracht, diesen Zustand zu beenden und die Zugänge zum „Unterhaus“ barrierefrei auszubauen. Das „Unterhaus“ liegt genau zwischen Saporishjaplatz und Friedrich-Karl-Straße. Zur einen wie zur anderen Seite ist es nur über Treppen erreichbar, die zwar beide auch Rampen haben, aber nicht für Rollstuhlfahrer oder Menschen am Rollator. Sie sind so steil angelegt und so schwer begehbar, dass es selbst mühsam ist, ein Fahrrad darüber zu schieben. Das „Unterhaus“ liegt höhenmäßig genau in der Mitte.

Treppen an beiden Seiten

Das trug Heike Hansen (Linke) den Mitgliedern der Bezirksvertretung vor. Werner Nakot (CDU) konnte das kaum glauben. „Auch nicht zur Friedrich-Karl-Straße hin barrierefrei?“, hakte er nach. „Von beiden Seiten nur Treppen“, antwortete ihm Hansen.

„Ist die Stadt dafür überhaupt zuständig? Ist es nicht Sache des Eigentümers?“, wollte Stadtverordneter Peter Bruckhoff (BOB) wissen. Ricarda Mauksch von der Stadtverwaltung erklärte dazu, das Oberhaus habe zwar einen privaten Eigentümer, aber die Wegefläche davor gehöre der Stadt. „Der Umbau müsste in jedem Fall in Zusammenarbeit erfolgen“, ergänzte Beigeordnete Sabine Lauxen. Dazu wäre allerdings eine immens lange Rampe mit der entsprechend geringen Steigung nötig.

Bruckhoff: Eigentümer in der Pflicht

Heike Hansen folgerte daraus: „Wenn es sich um eine öffentliche Fläche handelt und Veranstaltungen im Unterhaus mit öffentlichen Geldern gefördert werden, dann müssen auch alle Menschen sie erreichen können.“ Was die Einbeziehung von Menschen mit Behinderung angehe, Inklusion also, sei das ein absolutes Minimum.

Peter Bruckhoff sah weiterhin den Eigentümer in der Pflicht. Und Werner Nakot riet, Kosten und Zuständigkeiten doch mal richtig prüfen zu lassen. „Ich halte die Kritik für nachvollziehbar“, schloss sich Marc Hoff (FDP) an. „Wir werden Vonovia anschreiben“, versprach Sabine Lauxen.

Heike Hansen wollte das aber nicht auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben wissen. Deshalb erklärte sie sich mit dem Vorschlag von Andreas Blanke einverstanden, die Verwaltung möge in der ersten Sitzung nach der Sommerpause über den Ausgang der Prüfung berichten. So wurde es einstimmig beschlossen.

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