Ideensammlung

Studenten nach City-Workshop: Oberhausen hat viel Potenzial

Lukas Breil studiert an der TU Dortmund Raumplanung und stellte mit Studenten dreier weiterer NRW-Hochschulen einige der Ergebnisse des viertägigen Workshops zur Innenstadt-Zukunft vor.

Lukas Breil studiert an der TU Dortmund Raumplanung und stellte mit Studenten dreier weiterer NRW-Hochschulen einige der Ergebnisse des viertägigen Workshops zur Innenstadt-Zukunft vor.

Foto: Christoph Wojtyczka

OBERHAUSEN.  Sie kamen aus ganz Nordrhein-Westfalen nach Oberhausen, viele lernten die Stadt erst einmal kennen – und sie tüftelten Ideen zur Cityzukunft aus.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Zwei Stunden lang stellten Studierende von vier Hochschulen jetzt im „Supermarkt der Ideen“ ihre Vorschläge zur Innenstadt-Zukunft vor. In einem viertägigen Workshop hatten die künftigen Architekten und Raumplaner zuvor diese Gedankenspiele und Projekte ausgetüftelt. Ganz konkrete Vorstellungen haben die Studierenden entwickelt – eine Auflistung von City-Visionen.

Immer wieder gab es bei der Ergebnis-Präsentation einen kräftigen Applaus für die einzelnen Themengruppen – die Studierenden hatten sich diesen Beifall redlich verdient.

Zwischennutzungs-Agentur gegen Leerstände

Detailreich plädierten sie zum Beispiel für eine neue Zwischennutzungs-Agentur, die sich um die zahlreichen Leerstände in der Innenstadt und vor allem an der Marktstraße kümmern soll. Wegweisende Beispiele dafür gebe es schon in anderen Städten, etwa in Wuppertal oder Bremen.

Eine solche Agentur könne auf der Grundlage eines Leerstands-Katasters ein kompetenter Ansprechpartner sein, um Gewerbetreibenden oder auch Künstlern passgenau Ladenlokale zu vermitteln. Sie soll sich auch um die notwendigen behördlichen Genehmigungen kümmern, wenn es zu einer entsprechenden Nutzungsänderung kommt. Sie könnte auch eine Grundausstattung an Laden-Mobiliar oder Beleuchtung zur Verfügung stellen.

Oberhausen als Parkstadt war für die Studenten ein City-Eindruck, mit dem sie offenbar nicht gerechnet hatten. Sie schlagen ein „grünes Band“ vor, um die innerstädtischen Parks für Passanten wahrnehmbarer zu machen und besser miteinander zu verknüpfen. Dieses „grüne Band“ sollte in seinem südlichen Teil über den Saporishja-Platz und Friedensplatz möglichst auch den Hauptbahnhof mit einbeziehen; die Paketpost soll zum Parkhaus werden mit einem vorgelagerten Grünstreifen; der eingeschossige Pavillon, in dem sich heute eine Autowerkstatt und eine „Subway“-Filiale befinden, soll abgerissen werden, um diese neue, möglichst autofreie Grün-Verknüpfung attraktiv gestalten zu können.

Neues minimalistisches Stadt-Logo

Auch zur Wahrnehmung Oberhausens von außen haben sich die Studierenden Gedanken gemacht. Sie fordern ein neues, minimalistisches Stadt-Logo, das das jetzige „O“ für Oberhausen ablöst. Ein ausgeschilderter Rundweg soll vom Hauptbahnhof zu markanten innerstädtischen Zielen führen und das Rathausviertel mit seiner Wohnarchitektur einbeziehen.

Viele weitere Details wurden benannt. Sie lassen sich hier kaum vollständig aufführen. Die Studierenden der RWTH Aachen, der TU und FH Dortmund und der TH Köln sind sich sicher: „Oberhausen hat viel Potenzial!“ Im Juli soll eine Dokumentation als Handlungsempfehlung an Verwaltung und Politik vorliegen.

>>>>>> Mit Exkursion und Semesterarbeiten

Die Professorinnen Alexandra Apfelbaum (FH Dortmund) und Yasemin Utku (TH Köln) leiteten den Workshop, zu dem auch eine Exkursion nach Essen, Gelsenkirchen und Duisburg gehörte, wo markante Bauten der Nachkriegsmoderne (zum Beispiel Musiktheater im Revier und Lehmbruck-Museum) besichtigt wurden.

Ein Teil der Studenten wird sich in Semesterarbeiten speziell mit der „vertikalen Trennung“ von Häusern entlang der Marktstraße beschäftigen – dieser Effekt entsteht, wenn die Geschäftszeilen das Bild so dominieren, dass die übrige Fassade bzw. Architektur der Gebäude kaum noch Beachtung findet.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben