Polizeieinsatz

Oberhausen: Polizei nimmt mutmaßliche Diebesbande fest

Der Oberhausener Polizei gelang am Mittwoch ein Schlag gegen die Bandenkriminalität. Die Ermittler durchsuchten mehrere Wohnungen und nahmen mehrere Personen fest.

Der Oberhausener Polizei gelang am Mittwoch ein Schlag gegen die Bandenkriminalität. Die Ermittler durchsuchten mehrere Wohnungen und nahmen mehrere Personen fest.

Foto: Michael Dahlke / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Die Polizei nimmt am Mittwoch mehrere Personen in Oberhausen und Dinslaken fest. Etliche Fahrräder, Drogen und drei Waffen werden sichergestellt.

Der Oberhausener Polizei ist ein Schlag gegen eine mutmaßliche Diebesbande gelungen. Mit einem Großaufgebot haben die Beamten am frühen Mittwochmorgen zeitgleich mehrere Wohnungen und Geschäftsräume in Oberhausen und Dinslaken durchsucht. Mehrere Personen wurden verhaftet, das vermeintliche Diebesgut – Dutzende Fahrräder und Baumaschinen – wurde beschlagnahmt.

Einsatzort Brücktorstraße, kurz vor 6 Uhr morgens. Kaum ein Passant ist unterwegs, nur wenige Fenster sind um diese Uhrzeit beleuchtet. Ein lautes Türhämmern dringt von der zweiten Etage eines Mehrfamilienhauses bis auf die Straße. „Sofort öffnen, sonst treten wir die Tür ein!“ Lichter gehen an, Nachbarn schauen aus den Fenstern – einige verstohlen, andere auffällig. Eine Anwohnerin beobachtet das Geschehen trotz Temperaturen um den Gefrierpunkt bei sperrangelweit geöffnetem Fenster, die Arme abgestützt auf einem Kissen.

Einbruch ins Rathaus Oberhausen

Sie ist Zeugin einer großangelegten und lange geplanten Polizeiaktion. Seit Anfang Oktober sind die Ermittler der vermeintlichen Diebesbande auf der Spur. Die Gruppe soll für eine Serie von rund 50 Einbrüchen verantwortlich sein – in Wohnungen, Geschäftsräume, Keller, Gärten und Garagen. Fahrräder und hochwertige Baumaschinen gehörten zum bevorzugten Diebesgut der Bande. Aber auch ein Einbruch ins Oberhausener Rathaus in der Nacht zum 8. November und ein Einbruch in die Parteibüros der Oberhausener SPD sollen auf das Konto der wohl zwölfköpfigen Bande gehen.

Zurück zur Brücktorstraße. Anspannung liegt in der Luft. Gegen acht Tatverdächtige hat das Amtsgericht Duisburg auf Antrag der Staatsanwaltschaft im Vorfeld Haftbefehle erlassen, die Beamten sollen sie vollstrecken. Auch hier. Die Polizisten sind auf alles vorbereitet, blicken konzentriert auf die Eingangstür des Wohnhauses. Sie ist geöffnet, lässt einen Blick zu auf die liebevolle Weihnachtsdeko an der Wohnungstür im Erdgeschoss. Zwei Etagen darüber sind die Ermittler bereits im Einsatz – und geben Entwarnung für die Kollegen auf der Straße: Festnahme erfolgt, keine besonderen Vorkommnisse.

Polizei nimmt Verdächtige fest

Der Verdächtige wirkt unscheinbar. Mit gesenktem Kopf, die Hände auf dem Rücken fixiert, verlässt der junge Mann ruhig das Haus, abgeführt von zwei Polizisten. Er trägt Jeans, T-Shirt und einen Pullover. Eine Jacke liegt über den Schultern. Man sieht, dass es schnell gehen musste. Der Oberhausener lag schlafend im Bett, als die Polizisten gegen die Tür klopften.

Zwei Wohnungen durchsucht die Polizei an diesem Morgen allein an der Brücktorstraße. Drei Personen nimmt sie hier fest. Streifen-, Einsatz- und etliche zivile Wagen der Ermittler säumen die Straße, die für die Dauer des Einsatzes in Teilen gesperrt ist. Etwas mehr als 30 Minuten dauert der Zugriff.

Die Ermittlungen dauern an

Doch die Hauptarbeit beginnt nach der Festnahme der Verdächtigen. Beweissicherung. Die Polizei durchsucht die Wohnungen und Kellerräume der Verdächtigen, ein Drogenspürhund ist im Einsatz. Fündig werden die Ermittler schnell: Etliche Fahrräder tragen die Uniformierten aus dem Haus, mit leeren, weißen Kartons betreten sie die Wohnungen, mit gefüllten Kartons kommen sie später wieder heraus. Sie stellen Bolzenschneider und Trennschleifer sicher. Von außen sind die Silhouetten der Ermittler im beleuchteten Treppenhaus zu sehen, es herrscht ein reges Treiben.

Mittendrin: Ein Schulkind mit Tornister auf dem Rücken kommt aus einer der anderen Wohnungen. Die Mutter hält das Kind schützend im Arm, bringt es zur Eingangstür und verabschiedet sich mit einem Kuss. Auch die Beamten halten kurz inne. Doch schon kommt das nächste Fahrrad aus dem Keller. Ein blaues Mountainbike. Es landet, wie alle Beweismittel, in einem weißen Transporter.

Insgesamt stellten die Durchsuchungsteams etwa 50 Fahrräder und Fahrradrahmen, mehrere Dutzend Mobiltelefone, Laptops und Tablets, etwa 25 hochwertige Werkzeuge und Baumaschinen, Drogen, Bargeld und drei Waffen sicher. Die Verdächtigen werden nun von den Ermittlern zum Tatvorwurf des schweren Bandendiebstahls vernommen. Anschließend werden sie dem Haftrichter am Amtsgericht in Duisburg vorgeführt.

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