Totschlag

Oberhausener wegen Totschlags zu acht Jahren Haft verurteilt

Das Urteil gegen den Oberhausener fiel vor dem zuständigen Landgericht in Duisburg.

Das Urteil gegen den Oberhausener fiel vor dem zuständigen Landgericht in Duisburg.

Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Er tötete seine Frau und entsorgte ihre Leiche im Kanal. Der Gericht hat den 36-jährigen Oberhausener nun zu acht Jahren Haft verurteilt.

Mit einer Verurteilung wegen Totschlags zu acht Jahren Gefängnis endete vor dem Landgericht Duisburg das Verfahren gegen einen 36-jährigen Oberhausener. Am 11. April 2018 hatte er in der ehelichen Wohnung an der Mülheimer Straße seine Frau (35) durch Schläge und Tritte gegen Kopf und Brust und durch Drosseln mit einem Schal getötet. Anschließend verpackte er die Leiche in Laken und Folie und versenkte sie im Rhein-Herne-Kanal, wo sie elf Tag später gefunden wurde.

Ehekrise nach 16 Jahren

Nach 16 Jahren Ehe hatte die Beziehung gekriselt. Die Frau hatte eine außereheliche Beziehung begonnen. Die flog auf, als der Ehemann entdeckte, dass sie dem Mann Nacktfotos von sich geschickt hatte. Mehrfach war es zu vorübergehenden Trennungen der Eheleute gekommen. Zuletzt hatte der Angeklagte allerdings noch einmal auf einen Neuanfang gehofft.

Am Tattag hatte das Paar einen Mietvertrag für eine neue Wohnung in Essen unterschrieben. Doch nur wenige Stunden später, so hatte es der Angeklagte geschildert, hatte die 35-Jährige jede Hoffnung auf einen Neuanfang zunichte gemacht. Sie kündigte an, sich nun endgültig trennen zu wollen. Sie sei in der Ehe nie glücklich gewesen, habe erstmals in der außerehelichen Beziehung sexuelle Erfüllung gefunden. „Ich habe mich auf sie gestürzt, schlug sie, zog an ihrem Schal und stieß mehrfach ihren Kopf vor die Wand“, so der Angeklagte zu Prozessbeginn. Als er wieder zu sich kam, habe die Frau nicht mehr geatmet.

Psychischer Ausnahmezustand

Die Verteidigung plädierte angesichts dieser Umstände auf einen Totschlag im Affekt. Der Angeklagte, der sich zuvor noch Hoffnungen machte, habe sich durch die Worte seiner Frau in einem psychischen Ausnahmezustand befunden, der mindestens eine eingeschränkte Schuldfähigkeit verursacht habe.

Ein psychiatrischer Sachverständiger hatte dafür allerdings keine Anzeichen entdecken können. Zu detailliert sei die Erinnerung des Angeklagten an die Tat. Zu rational habe er unmittelbar davor und unmittelbar danach handeln können.

So sah das am Ende auch die Schwurgerichtskammer. Sie ging wie die Staatsanwältin von einem direkten Tötungsvorsatz aus. Die Tat unterscheide sich nicht wesentlich von dem, was sich über ähnliche Beziehungstaten feststellen lasse. Strafmildernd wirkte sich lediglich aus, dass der Angeklagte bislang nicht vorbestraft war und ein umfassendes Geständnis abgelegt hatte. Mit dem Urteil blieb die Kammer nur ein halbes Jahr unter dem Strafantrag der Sitzungsvertreterin der Staatsanwaltschaft.

Die drei Kinder des Paares befinden sich seit der Tat in psychologischer Behandlung. Die beiden jüngeren Kinder leben inzwischen in einem Heim.

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