Polizeieinsatz

Neue Mitte: Golf überschlägt sich, illegales Rennen vermutet

Kontrolle verloren: der verunglückte Golf am Montagnachmittag auf der Osterfelder Straße.  

Kontrolle verloren: der verunglückte Golf am Montagnachmittag auf der Osterfelder Straße.  

Foto: Polizei Oberhausen / Pressestelle

Oberhausen.  Brüder sollen die Osterfelder Straße als Rennpiste genutzt haben. Ein Auto überschlägt sich. Seit 2017 gelten illegale Autorennen als Straftat.

Illegale Autorennen – da fällt einem sofort der Brammenring in der Neuen Mitte ein. 90 Mal im Jahr sind Streifenwagen der Polizei Oberhausen aus diesem Grund dort vor Ort. Doch illegale Autorennen gibt es auch andernorts in der Neuen Mitte, wie ein aktueller Fall zeigt.

Montagnachmittag, 11. November, Osterfelder Straße, zwei VW Golf an der Ampel direkt nach der Kanalbrücke in Richtung Centro – Zeugen berichten der Polizei später, dass die beiden Autos bei „Grün“ plötzlich immens beschleunigen. Der rasante Ampelstart bleibt nicht ohne Folgen: Einer der Fahrer verliert die Kontrolle über sein Auto; der Wagen überschlägt sich und landet auf dem Dach.

Gegen Fundament einer Schilderbrücke geprallt

Die Polizei eilt zur Unfallstelle: Bei den beiden Fahrern handelt es sich um Brüder, zwei Serben, 19 und 23 Jahre alt. Die Polizisten sichern vor Ort die Unfallspuren. Sie deuten laut Polizeibericht darauf hin, dass der Golf nach links von der mehrspurigen Fahrbahn der Osterfelder Straße abkommt, das Betonfundament einer Verkehrszeichenbrücke touchiert und dadurch zurückgeschleudert wird. Kurz darauf überschlägt sich der Wagen und bleibt auf dem Dach liegen.

Bei dem Unfall werden weder die beiden direkt Beteiligten noch andere Autofahrer oder Fußgänger verletzt. Wegen des Verdachts der Teilnahme an einem illegalen Autorennen stellten die Polizisten die beiden Golf sowie die Führerscheine und Fahrzeugpapiere, aber auch die Mobiltelefone der Brüder sicher.

Polizei sucht dringend Zeugen

Alkohol- oder Drogenmissbrauch sind nach dem derzeitigen Stand der polizeilichen Ermittlungen nicht im Spiel. Die Ermittler vom Verkehrskommissariat suchen jetzt dringend weitere Unfallzeugen, die den Unfallhergang und/oder das Verhalten der beiden Golf-Fahrer vor oder während des vermuteten Rennens beobachtet haben; Hinweise bitte unter 0208 8260 oder per E-Mail an: Poststelle.Oberhausen@polizei.nrw.de

Deftige Strafen für illegale Autorennen

Im Falle eines beweiskräftigen Ermittlungsergebnisses haben die beiden Brüder mit deftigen Strafen zu rechnen, denn der Gesetzgeber hat den Bußgeldkatalog an entsprechender Stelle verschärft. Seit 2017 gelten illegale Autorennen als Straftat, nicht mehr als Ordnungswidrigkeit. Wer als Kraftfahrer an einem verbotenen Autorennen teilnimmt, kann eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder eine Geldstrafe erhalten; plus Entzug des Führerscheins und drei Punkte in Flensburg. Werden Menschen gefährdet, kann sich die Haftstrafe auf bis zu fünf Jahre erhöhen; werden Personen als Folge des Rennens verletzt oder gar getötet, ist ein Strafmaß von bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe möglich.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben