Massive Prüfung

Oxea-Chemiewerk in Oberhausen-Holten steht vier Wochen still

Zahlreiche Rohrverbindungen sind für die Kontrolle auf dem Werksgelände bereits eingerüstet worden. Am 26. Mai beginnt der Stillstand, der am 23. Juni endet.

Zahlreiche Rohrverbindungen sind für die Kontrolle auf dem Werksgelände bereits eingerüstet worden. Am 26. Mai beginnt der Stillstand, der am 23. Juni endet.

Foto: Gerd Wallhorn

Oberhausen.   Alle fünf Jahre kommt der TÜV – ab Samstag ist es wieder so weit. Anwohner der Chemiefabrik müssen sich auf mehr Laster und Gestank einstellen.

Das Oxea-Chemiewerk in Holten steht ab diesem Samstag, 26. Mai, für vier Wochen komplett still. Das bedeutet allerdings nicht, dass auf dem Areal absolute Stille herrscht. Im Gegenteil: Die 900-köpfige Stammbelegschaft und zahlreiche zusätzliche Einsatzteams nehmen die Anlagen unter die Lupe; der TÜV gibt das Okay für den Betrieb über weitere fünf Jahre.

Zum Arbeitsprogramm zählen zum Beispiel die Inspektion von Behältern, Rohrleitungen und Elektroverteilungen. 300 Kraneinsätze sind geplant. Auch Wartungen und Reparaturen startet die Oxea-Firmenleitung. Alles in allem sind in den vier Wochen rund 800 Beschäftigte von beauftragten Firmen zusätzlich auf dem Werksgelände, für die 250 Baustellencontainer aufgestellt werden.

Rund 100 Anwohner aus den nördlichen Stadtteilen Holten und Biefang informierten sich jetzt auf Einladung von Oxea aus erster Hand über den Stillstand. Die Oxea-Fachleute Horst Hanke, Gerald Mosel und Thomas Wüller beantworteten Fragen und luden zu einer Werksrundfahrt ein. Auch die Holtener Interessen- und Bürgergemeinschaft (HIB) und die Bürgerinteressengemeinschaft (BIG) Biefang waren dabei präsent.

Sicherheit hat „höchste Priorität“

Die klare Botschaft der Oxea-Experten: Der kommende Stillstand bedeutet keineswegs Ruhe, sondern teils sogar eine erhöhte Belastung für das Werksumfeld. Mehr Autos und Laster werden zur Chemiefabrik fahren. Mehrere Schwertransporte stehen auf dem Programm. Der Fackelbetrieb beim An- und Abfahren der Anlagen ist weithin sichtbar. Es können nicht besonders angenehme Gerüche entstehen, die sich kurzfristig beim Öffnen der zuvor freigespülten Anlagen entwickeln.

Die sichere Abwicklung des Stillstands hat für Oxea nach eigenen Angaben „höchste Priorität“: Es gibt im Vorfeld spezielle Vorbereitungskurse – zum Beispiel für über 60 Führungskräfte, für Sicherheits- und Umweltschutzbeauftragte.

Spezielle Einweisungen erfolgten für die Fremdfirmen. Behörden wie etwa die Bezirksregierung Düsseldorf, Polizei und Stadtverwaltung und die Berufsfeuerwehr Oberhausen sind eingebunden.

Oxea stellt am Standort Holten keine Endprodukte her, sondern so genannte Intermediate und Derivate. Sie werden zum Beispiel zur Herstellung von hochwertigen Beschichtungen und Schmierstoffen benötigt oder auch für kosmetische und pharmazeutische Produkte.

Das Unternehmen mit Hauptsitz in Monheim beschäftigt weltweit mehr als 1400 Mitarbeiter und ist seit 2013 Teil der „Oman Oil Company“, die der Regierung des Sultanats Oman gehört. Die Werksgeschichte in Holten reicht bis in das Jahr 1928 zurück, als dort die Ruhrchemie gegründet wurde.

>>>>INFO: Stillstand gilt für das gesamte Areal

Der vierwöchige Stillstand gilt für das gesamte Werksgelände; auch sechs Standortpartner von Oxea sind in Holten präsent, darunter zum Beispiel Air Liquide, Clariant und Celanese. Am 22. September wird Oxea wieder zum Tag der offenen Tür einladen, zu dem alljährlich Tausende Besucher strömen.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben