Kriminalität

Polizei warnt Oberhausener: Teure Hilfe gegen Ameisen

Ameisen – in der Natur nützlich und geschützt, in der Wohnung ein Riesenproblem: Bei der Wahl eines Kammerjägers sollte man im Falle des Falles Vorsicht walten lassen.

Ameisen – in der Natur nützlich und geschützt, in der Wohnung ein Riesenproblem: Bei der Wahl eines Kammerjägers sollte man im Falle des Falles Vorsicht walten lassen.

Foto: Peter Steffen / dpa

Oberhausen.  Ameisen in Mauerwerk und Türrahmen! Ein Sterkrader alarmierte einen Kammerjäger, den er im Internet fand. Und bereut nun seine Wahl bitter.

Mit dem Sommer kommen die Wucherer – sie haben sich ein besonders lohnendes Feld ausgesucht: die Ameisenbekämpfung.

Das zeigt eine aktuelle Polizeimeldung aus Oberhausen: Ein Mann aus Sterkrade hat Anzeige erstattet – wegen Wucher. Da er daheim ein massives Ameisenproblem hatte, startete er im Internet die Suche nach einem Kammerjäger und machte sogleich einen Termin aus, als er im Netz fündig geworden war. Die Zeit drängte. Die Ameisen krabbelten in der Wohnung des Sterkraders schon im Mauerwerk und im Türrahmen, wie die Polizei berichtet.

Polizei ermittelt wegen Verdachts auf Betrug und Wucher

Der Kammerjäger kam prompt. Mit einem privaten Pkw ohne Firmenaufschrift. Auf Nachfrage des Sterkraders gab der Mann an, sein Service koste rund 400 Euro. Dann legte er los und war nach 20 Minuten fertig mit seiner Arbeit.

Bei der Abrechnung kassierte der Mann allerdings nicht „nur“ die 400 Euro, wie er zuvor angekündigt hatte. Die Polizei berichtet: „Bei der Abrechnung über ein Kartenlesegerät erhöhte er den Betrag insgesamt erheblich bis über 2000 Euro.“ Jetzt ermittelt die Oberhausener Polizei wegen des Verdachts auf Betrug und Wucher.

Offenbar kein Einzelfall

Der Sterkrader Ameisen-Fall ist offenbar kein Einzelfall. Bereits zu Wochenbeginn hatte eine Frau aus Oberhausen Anzeige erstattet. Auch sie hatte einen Kammerjäger beauftragt, der dann den Rechnungsbetrag über ein EC-Terminal gleich zwei Mal abbuchte. Auch in diesem Fall, so die Polizei, sind die Firmenverhältnisse unklar und es erfolgte zunächst keine Rückerstattung.

Die wichtigsten Tipps der Polizei zum Schutz vor solchen Praktiken lauten: Vor dem Auftrag immer in schriftlicher Form feste Kostenvoranschläge einfordern. Im Impressum der Internetseite eines Handwerkers sei oft ersichtlich, woher dieser komme. Im Zweifelsfall sollte man, so ein weiterer Tipp, zum Beispiel Kontakt zu nächsten Verwandten oder Bekannten aufnehmen, um sich beraten zu lassen. Bei Zahlung über ein mobiles Bank-Terminal sollte man stets eine Quittung einfordern und darauf achten, dass der Vorgang wirklich nur einmal ausgeführt wird.

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