Zweite Instanz

RWO-Fans wegen Attacke zu Bewährungsstrafen verurteilt

Falsch verstandene Fan-Liebe: Die verurteilten RWO-Anhänger müssen unter anderem Schmerzensgeld an die Opfer zahlen.

Falsch verstandene Fan-Liebe: Die verurteilten RWO-Anhänger müssen unter anderem Schmerzensgeld an die Opfer zahlen.

Foto: Micha Korb

Oberhausen.   Drei Anhänger des Fußballclubs RWO attackierten im Juni 2015 ein Paar aus Duisburg. Das Gericht verurteilte die Angeklagten zu Bewährungsstrafen.

Sozusagen in letzter Minute bekam ein 26-jähriger Oberhausener am Freitag bei einem Berufungsverfahren vor dem Landgericht Duisburg noch die Kurve: Am dritten Verhandlungstag gestand er, am 4. Juni 2015 an einer Attacke von Fans des RWO auf ein Paar aus Duisburg am Sterkrader Bahnhof beteiligt gewesen zu sein. Zusammen mit seiner Entschuldigung und einer Schmerzensgeldzahlung reichte das am Ende ganz knapp für eine Bewährungsstrafe.

Auch die beiden Mitangeklagten, von denen einer zur Tatzeit Heranwachsender gewesen war, kamen mit Bewährungsstrafen von 18 und 20 Monaten davon. Gemeinsam hatten sie einen Duisburger, der sich mit seiner Frau zuvor in die Stammkneipe von Oberhausener Fans verirrt hatten, verfolgt, geschlagen und getreten. Der Mann erlitt dabei eine Knieverletzung, unter deren Folgen er bis heute leidet.

Täter zahlten zum Ausgleich Geld an die Opfer

Das Amtsgericht Oberhausen hatte das Täter-Trio zu deutlichen Gefängnisstrafen zwischen 27 und 39 Monaten verurteilt. Dafür, dass die Strafen am Ende des dreitägigen Berufungsprozesses deutlich reduziert und auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurden, zeichneten vor allem drei Umstände verantwortlich: Seit der Tat ist geraume Zeit ins Land gegangen, alle drei Männer legten - wenn einer auch recht spät - in zweiter Instanz ein Geständnis ab. Und die Angeklagten leisteten im Rahmen eines Täter-Opfer-Ausgleichs bereits vierstellige Zahlungen an die Geschädigten beziehungsweise stellten das in Aussicht.

Um der irrigen weit verbreiteten Absicht entgegen zu wirken, eine Bewährungsstrafe sei ein Freispruch zweiter Klasse, verhängte das Gericht deutliche Auflagen: Die Angeklagten müssen zusätzliche Zahlungen zwischen 1500 bis 4000 Euro an die Geschädigten leisten. Alle drei dürfen drei Jahre lang kein Spiel von RWO besuchen und müssen sich zudem von den Aktivitäten einer gewaltbereiten Fan-Gruppierung fern halten, zu der zwei von ihnen gehörten. Der Vorsitzende fand in der Urteilsbegründung deutliche Worte für die Tat: „Sie entstand aus einer Mischung von Alkohol, Lust an der Gewalt und Hirnlosigkeit.“

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