Schulen in Oberhausen

Schulleiterin will Schülern aufzeigen, was sie alles können

Sabine Meder hat an der Ruhruniversität in Bochum gearbeitet, bevor sie Lehrerin wurde und vor rund zwanzig Jahren eine Stelle an der Gesamtschule Alt-Oberhausen, heute Fasia Jansen, antrat.

Sabine Meder hat an der Ruhruniversität in Bochum gearbeitet, bevor sie Lehrerin wurde und vor rund zwanzig Jahren eine Stelle an der Gesamtschule Alt-Oberhausen, heute Fasia Jansen, antrat.

Foto: Gerd Wallhorn / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Die Fasia-Jansen-Gesamtschule in Oberhausen hat seit diesem Schuljahr eine neue Leitung: Sabine Meder will Talente von Schülern zu Tage fördern.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Vor zehn Minuten ist sie aus dem Matheunterricht gekommen. „Ein wunderbares Fach“, schwärmt Sabine Meder. Das klingt bei der 57-Jährigen sogar für Menschen überzeugend, die sonst eher mit der Rechnerei fremdeln. Zum Lehren kommt die promovierte Biologin seit diesem Schuljahr aber nicht mehr so viel, Sabine Meder leitet jetzt die Fasia-Jansen-Gesamtschule in Alt-Oberhausen.

Damit managt die Mutter von zwei erwachsenen Zwillingstöchtern nun eine Schule mit rund 1200 Schülern und einem Kollegium von 95 Lehrern. Vor knapp zwanzig Jahren, im Februar 2000, hat Sabine Meder an der „Fasia“ angefangen, die damals noch Gesamtschule Alt-Oberhausen hieß. „Ihre“ Schule kennt sie nach so langer Zeit aus dem Effeff: Als Klassenlehrerin, Beratungslehrerin für die Oberstufe, Vorsitzende der Fachkonferenz Mathematik oder als Stellvertreterin für den ehemaligen Schulleiter Karl-Heinz Burkart (der im Sommer 2019 in Ruhestand gegangen ist) hat sie das Schulleben aus verschiedenen Perspektiven kennen gelernt.

Aus dem Elfenbeinturm raus

Eine „Liebesheirat“ sei die Anstellung an der Oberhausener Schule nach dem Referendariat nicht unbedingt gewesen, erinnert sich Meder, die gebürtig aus Hamm kommt und nun seit zwei Jahrzehnten schon in Essen wohnt, eher eine „praktische Entscheidung“. Die Diplom-Biologin hat 14 Jahre an der Ruhruniversität Bochum in ihrem Fach gearbeitet, aber aus dem „Elfenbeinturm wollte ich raus“, sagt die Schulleiterin. Sie studierte begleitend Mathematik und absolvierte nach dem ersten Staatsexamen ihr Referendariat unter anderem in Duisburg-Marxloh.

Bei ihrer Einstellung als Lehrerin sei die Schulform ihr eigentlich egal gewesen, aber es brauchte nicht lange, um Sabine Meder zu einer überzeugten Vertreterin der Gesamtschule zu machen. „Die Vorteile des Systems habe ich hier kennen gelernt“, sagt sie. „Viele Kinder verändern sich im Laufe der Zeit sehr“, als Schule des längeren gemeinsamen Lernens „stehen wir dafür, eine frühzeitige Festlegung zu vermeiden und die verschiedenen Möglichkeiten lange offenzuhalten“. So könnten die Talente von Schülern besser entwickelt und viele Enttäuschungen in der Schulkarriere vermieden werden. „Sollte etwas mal nicht funktionieren, so ist das mit einem Kurswechsel verbunden, aber nicht mit einem Schulwechsel“, sagt Sabine Meder.

Päckchen zu tragen

Ihr Credo: „Jedes Kind hat ein Recht auf Bildung“. „Das müssen wir an dieser Schule umsetzen“ – nicht immer leicht, die „Fasia“ hat einen hohen Anteil an Schülern mit Zuwanderer- oder Fluchtgeschichte, als „Schule des gemeinsamen Lernens“ werden hier auch Kinder und Jugendliche mit besonderem Förderbedarf unterrichtet. Viele Schüler „haben ein ganz schönes Päckchen zu tragen“, weiß Sabine Meder. Wie damit umgehen? „Wir versuchen unseren Schülern Selbstwirksamkeit zu vermitteln, sie sollen sich nicht als Getriebene oder Abgehängte wahrnehmen, sondern erfahren, dass wir ihnen etwas zutrauen, damit sie sich selbst etwas zutrauen.“ Und so ihr Leben selbst gestalten können.

In den Stadtteil hineinwirken

Ein Projekt zu Ende bringen, sich verantwortlich für etwas fühlen – das können die Schüler auch beim Video-Dreh zu einem Rap trainieren oder beim Pflegen des Schulgartens. „Dann bekommt man sie anderer Stelle auch dazu Mathe oder Vokabeln zu lernen“, ist Meder überzeugt. Die Vielfalt und Unterschiedlichkeit ihrer Schülerschaft schätzt die Schulleiterin sehr, sagt sie, das sei „Herausforderung und Inspiration zugleich“. Ihre Schule habe ein klares Profil mit einer Sportklasse und als Kulturschule. Ihre Schule könnte noch mehr „nach außen gehen“, in den Stadtteil hineinwirken oder soziales Engagement ausbauen, formuliert Sabine Meder pädagogische Ziele, die sie noch umsetzen will.

Auf ihrer Wunschliste an den Schulträger stehen ganz oben zwei Sachen: „Wir brauchen dringend neue naturwissenschaftliche Räume und einen Anbau, wir platzen aus allen Nähten.“ Als Ganztagsschule benötige die „Fasia“ eben auch Räume für Ganztagsangebote.

Von all dem, was sie im Schulleben umtreibt, kann Sabine Meder in ihrer Freizeit beim Wandern, Lesen, Handarbeiten, Kochen, Paddeln oder der Gartenarbeit Abstand nehmen. Oder dabei über die nächsten Schulprojekte nachdenken.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben