Modernes Wohnen

Stadt Oberhausen plant neues Wohnquartier am Centro

Musical-Theater, Riwetho-Siedlung, und oben rechts zu sehen auf diesem Foto aus dem Jahr 2016: das Newag-Gelände, das nun bebaut werden könnte.

Musical-Theater, Riwetho-Siedlung, und oben rechts zu sehen auf diesem Foto aus dem Jahr 2016: das Newag-Gelände, das nun bebaut werden könnte.

Foto: Hans Blossey

Oberhausen.   In der Neuen Mitte Oberhausen könnte ein modernes Wohnquartier entstehen. Ein Masterplan soll Ideen für ein 15 Hektar großes Areal entwickeln.

An der Ripshorster Straße, in direkter Nachbarschaft zur geschichtsträchtigen Riwetho-Siedlung, könnte ein neues und modernes Wohnquartier entstehen. Im Dezember 2018 hatte der dort ansässige Maschinenbauer Newag wegen Insolvenz den Betrieb eingestellt. Die Fläche bietet Platz, um neue Wohnungen zu errichten.

Die Pläne gehen aus einer Vorlage hervor, die der Rat in seiner Sitzung am 20. Mai beschließen könnte. Die Belebung des alten Newag-Geländes soll Teil eines neuen „Masterplans 4.0“ für die gesamte Neue Mitte sein. Der soll sich nach Wunsch der Stadtspitze 20 Jahre nach dem letzten Mega-Konzept mit der Zukunft dieser zentralen Oberhausener Region auseinander setzen. 775.000 Euro will die Stadt dafür bis 2023 ausgeben.

15 Hektar großes Areal

Im Gegensatz zu den ursprünglichen Ideen für die Neue Mitte in den 80er Jahren entstanden dort keine nennenswerten Wohnungen. Doch gerade der Wohnungsbau „spielt bei der Entwicklung lebendiger, vielfältiger und urbaner Stadträume eine entscheidende Rolle“, heißt es in der Vorlage.

Daher rückt eine mögliche Bebauung des insgesamt rund 15 Hektar großen Areals südlich der Ripshorster Straße nun in den Fokus der Stadtplaner. Das neue Wohnquartier soll „aktuelle Trends des innerstädtischen Wohnungsbaus zum umwelt-, klima- oder wasserorientierten Wohnen aufgreifen“. Zum Bestand, also zur Riwetho-Siedlung, sollen „angemessene Bezüge“ hergestellt werden. Eine attraktive Lage hätte das neue Wohnquartier: Einkaufszentrum und Freizeitattraktivitäten sind einen Steinwurf entfernt, bis zum Grün des Läppkes Mühlenbachs und des Gehölzgartens Haus Ripshorst sind es nur wenige Schritte.

Der Masterplan 4.0 soll neben der Wohnbebauung folgende weitere Bausteine beinhalten:

1. Das Centro. Das Einkaufs- und Freizeitzentrum soll weiter gestärkt werden, neue Attraktionen angesiedelt werden. Die Stadt ist auf die Zugkraft der Neuen Mitte angewiesen und will diese daher weiter stärken, um noch mehr Besucher in die Stadt zu locken.

2. Das Stahlwerksgelände. Das Areal am Brammenring gilt als Sorgenkind. Nur wenige Firmen siedeln sich dort an, ein Gesamtkonzept fehlt. Nötig sind Impulse, die die Gutachter entwickelt sollen.

3. Das Gewerbegebiet Lipperfeld. Das Gebiet gilt als gut durchmischt. Freie Flächen sind allerdings rar – und dennoch gibt es Anfragen zur Erweiterung. Der Masterplan soll untersuchen, wo noch Freiraum geschaffen werden kann.

4. Der Verkehr. Lange Staus und verstopfte Straßen sorgen regelmäßig für Ärger. Auch hier fehlt ein Gesamtkonzept, das nun erstellt werden soll.

Kritik von SPD, FDP und Linken an vielen Gutachten

Die stolze Summe von 775.000 Euro will die Stadtführung für eine frische Zukunftsstrategie zur Neuen Mitte ausgeben. Linken-Ratsherr Martin Goeke glaubt nicht, dass die Gutachter so viele wertvolle Ideen aufbringen, SPD-Fraktionschef Wolfgang Große Brömer zweifelt am Sinn eines Masterplans, wo doch Privatleuten der Großteil der Flächen gehört – und der Verkehr das eigentliche Problem ist.

FDP-Gruppenchef Hans-Otto Runkler sieht gar die Gefahr, in die „Ursula- von-der-Leyen“-Falle zu gehen und zu viele Gutachten in Auftrag zu geben. „Warum macht die Stadtverwaltung das nicht selbst?“ OB Daniel Schranz hält es aber für notwendig, verschiedene Verkehrsgutachten miteinander zu verknüpfen und zu überlegen, wie die Neue Mitte auch nach 2030 für Besucher als Freizeitstandort attraktiv bleibt.

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