Soziales Engagement

Star-Wars-Fan aus Oberhausen hilft krebskranken Kindern

Spenden sammeln, du musst: Thomas Dommerdich ist leidenschaftlicher Star-Wars-Fan mit Hang zu karitativen Projekten.

Spenden sammeln, du musst: Thomas Dommerdich ist leidenschaftlicher Star-Wars-Fan mit Hang zu karitativen Projekten.

Foto: Jörg Schimmel / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Mit seinem Verein „Imperathomas“ sammelt Thomas Dommerdich Spenden und organisiert Charity-Veranstaltungen. Die Fan-Szene unterstützt ihn dabei.

Die Macht ist stark in Thomas Dommerdich, auch wenn er eigentlich Anhänger der dunklen Seite ist. Der Star-Wars-Fan aus Oberhausen hilft als „Imperathomas“ (zusammengesetzt aus „Thomas“ und dem „Imperator“, dem finsteren Chef von Bösewicht Darth Vader) mit seinem gleichnamigen Verein krebskranken Kindern und Jugendlichen. Sein Engagement zeigt, was für eine positive Kraft aus Fankulturen erwachsen kann.

Seit drei Jahren sammelt der Anhänger von George Lucas’ filmischer Sternenkrieger-Saga bereits Spenden. Zunächst für die deutsche Kinderkrebshilfe, dann folgten immer größere Events und im letzten Jahr sogar eine eigene Fan-Messe in Gelsenkirchen mit über 600 Gästen – die „Imperathomas Charity Con“. Mittlerweile hat der gemeinnützige Verein „Imperathomas“ 80 Mitglieder und über 45.000 Euro an Spendengeldern zusammenbekommen. Und längst ist der deutsche Synchronsprecher von Luke Skywalker Hans-Georg Panczak Schirmherr des Vereins. Eine echte Erfolgsgeschichte, nicht nur aus Fan-Sicht – aber von vorne:

Mit Star Wars das Leid vieler junger Krebspatienten lindern

„Es ging los mit Verkaufsevents bei Media Markt und Saturn“, erinnert sich Thomas Dommerdich an seine Anfänge. „Wir haben da aber nicht nur geholfen, Star-Wars-Produkte zu promoten, sondern waren von Beginn an mit eigener Spenden-Tombola vor Ort.“ Anfangs wurde er für sein Kostüm noch belächelt, doch immer wenn die Leute erfuhren, dass damit ein guter Zweck verbunden war, „zückten selbst die größten Skeptiker noch ihr Portemonnaie“, sagt Dommerdich und lacht.

Heute ist es dem 52-jährigen Familienvater – der das Ganze ehrenamtlich macht und den Großteil seiner Freizeit dafür opfert – sogar möglich mit Cosplayer-Gruppen, also einer ganzen Schar von kostümierten Unterstützern, auch mal Kinder auf der Krebsstation zu besuchen. Ein bisschen so wie ein Krankenhausclown. „Wir holen die Kids raus aus der Tristesse“, macht Dommerdich seine Aufgabe klar. Das Leid vieler junger Krebspatienten, könne er so ein bisschen lindern – und das sehe man.

„Wenn wir ankommen, wollen die Kinder mit uns knuddeln, es werden Geschenke verteilt oder wir basteln Laserschwerter“, erzählt der „Imperathomas“. „Die Augen der Kinder leuchten dann so richtig.“ Aber auch für einen gestanden Mann wie Thomas Dommerdich gehen die Schicksale der jungen Krebspatienten des Öfteren deutlich an die Substanz.

„Wir haben mal einen 16-jährigen Jungen besucht, der stark unter Morphium stand und an all den Kabeln und Geräten hing“, erzählt der Oberhausener. „Wir konnten dem Jungen eine große Freude machen. Aber wenig später, nachdem wir weg waren, bekamen wir die Nachricht vom Krankenhaus, dass er die Augen zugemacht habe und verstorben sei.“

Nach Bundeswehrzeit eine Sammelleidenschaft entwickelt

Schicksalsschläge hat Thomas Dommerdich selbst schon erlebt, zuletzt erlitt er im Herbst 2018 einen Herzinfarkt. Aber nicht nur das: „Ich habe Sachen gesehen, die man nicht sehen sollte.“ Zwölf Jahre lang war er bei der Bundeswehr in einer Einheit, die in den Kosovo-Krieg involviert war. Vor 20 Jahren suchte er dann einen neuen Job und ein neues Hobby, um „etwas runterzukommen“, wie er sagt.

Beruflich landete er schließlich als Verwaltungsbeamter bei der Stadt Gelsenkirchen. Als Hobby entwickelte er eben jene Sammelleidenschaft für alles rund um das Thema Star Wars. So entsteht die Basis für sein soziales Engagement.

Er fängt an, alles zu sammeln, das auch nur irgendwie mit den Jedi-Rittern und Co. zu tun hat. Immer weiter kommt er auf seinen Streifzügen mit der globalen Fanszene in Kontakt, geht auf Fanmessen, Conventions und tritt Fanclubs bei. Bei einem Fantreffen passiert es: Eine Freundin wirft ihm einen schwarzen Umgang über die Schultern, schaut ihm ins Gesicht und sagt: „Du bist der Imperator!“. Die Freundin wird ihm später sein erstes Kostüm nähen und wie das Schicksal es so will, soll auch sie an Krebs sterben.

„501st Legion“ – Das Vorbild aus den USA

Die Fanszene hat in den USA zu dem Zeitpunkt bereits ein glänzendes Beispiel hervorgebracht, das Thomas Dommerdich nachhaltig zu seiner Idee inspiriert. Der Amerikaner Albin Johnson, dessen Tochter an Krebs verstarb, verknüpfte als erster den Charity-Gedanken mit dem Star-Wars-Kult, geboren war die „501st Legion“, eine Cosplayer-Gruppe, in der aufwendig kostümierte Fans Gelder für wohltätige Zwecke sammeln.

Zusammen mit seinem Freund Ralf Mensing gründet Thomas Dommerdich dann im November 2017 schließlich den Verein „Imperathomas““, doch es dauerte ein wenig bis Disney, das Filmstudio, dem heute die Rechte an Star-Wars gehören, dem Vorhaben aus Lizenzgründen zustimmte.

Als aber endlich alle Hürden aus dem Weg geschafft sind, machen die beherzten Fans mit ihrer karitativen Mission weiter, was letztlich in ihrer eigenen Fan-Messe im Wissenschaftspark Gelsenkirchen gipfelt. „Das war der Wahnsinn“, so Dommerdich. „Alle großen Fangruppen aus Deutschland waren da.“

Seit 2019 sammelt der Verein aber nicht mehr ausschließlich für die deutsche Kinderkrebshilfe, die ihre Mittel für die Krebsforschung einsetzt. „Wir wollen noch näher an den Menschen sein und da helfen, wo die Not am größten ist“, erläutert Thomas Dommerdich seine Pläne für die Zukunft. Und vielleicht darf er mit seiner Truppe bald schon die Kinderonkologie am Uniklinikum Essen besuchen, um vielen Kindern, aber auch deren Angehörigen eine Freude zu machen. Die Macht, sie wird hoffentlich noch lange mit ihm sein.

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