Theater-Projekt

Unbeugsame Theatergruppe zeigt in Oberhausen eine Zeitreise

Besonderer Gastauftritt bei Olgas Rock: Uschi Sikorra und Ulla Assing von der rüstigen Theatergruppe „Die Unbeugsamen“ sangen beim Rock-Festival zuletzt zwei Songs mit dem Künstler Butterwegge.

Besonderer Gastauftritt bei Olgas Rock: Uschi Sikorra und Ulla Assing von der rüstigen Theatergruppe „Die Unbeugsamen“ sangen beim Rock-Festival zuletzt zwei Songs mit dem Künstler Butterwegge.

Foto: Kerstin Bögeholz / FUNKE FotoServices

Oberhausen.  Die Inklusions-Theatergruppe „Die Unbeugsamen“ zeigt in Oberhausen eine neue Aufführung. Selbst bei „Olgas Rock“ standen sie schon auf der Bühne.

Sie denken schon an Autogrammkarten. Es ist einer von vielen amüsanten Scherzen, die bei ihrer Probe dazugehören. Zehn bis zwölf körperlich eingeschränkte oder von Demenz betroffene Menschen studieren mit Bürgern aus dem Sterkrader Quartier im Seniorenzentrum „Gute Hoffnung“ ein neues Theaterstück ein. Die engagierte Gruppe steckt viel Herzblut in „Das waren Zeiten – waren das Zeiten?“ – dabei standen zwei ihrer Mitglieder sogar schon beim Festival „Olgas Rock“ auf der Bühne.

Ensemble-Mitglieder sangen mit Butterwegge bei Olgas Rock

Anfang August fuhren Ulla Assing und Uschi Sikorra in den Olga-Park. Das zweitägige Umsonst-und-draußen-Festival hatte gerade begonnen. Der Duisburger Musiker Butterwegge heizte auf der großen Außenbühne dem Publikum ein. Und die beiden Mitglieder der „Unbeugsamen Theatergruppe“ flankierten mutig den Singer-Songwriter für zwei Songs. Mitsingen. Mittanzen – ein Teil des Ganzen sein.

„Auf Youtube haben wir uns vorher die Titel angehört“, erzählt Ulla Assing. „Es war eine tolle Erfahrung. Die Veranstalter des Festivals waren sehr nett.“ Die Gruppe von unterschiedlichen Kreativen kam 2016 für die vom Theater Oberhausen organisierte Inszenierung „Tabuzone“ zusammen. Die Arbeit daran gefiel den Teilnehmern so gut, dass sie beschlossen weiterzumachen.

Tournee führt selbst bei dichtem Schnee durch die Altenheime

Heute sind einige neue Mitglieder hinzugekommen. Aus dem Projekt ist seit Juni 2019 ein Verein geworden. „Wir wollen weitere Mitglieder hinzugewinnen – und weitere Inszenierungen vorbereiten“, sagen sie voller Tatendrang. Einmal in der Woche trifft sich die Gruppe mittwochs zwischen 10 und 12 Uhr. Gerne würden sie auch jüngere Interessierte in ihrem Kreis aufnehmen. Bislang sind die Männer noch in der Minderheit.

Vor allem über einen Ehrenamtler, der sich mit Ton und Technik auskennt, würden sie sich freuen. Die Ausrüstung ist vorhanden, doch eine helfende Hand wird dringend gesucht. Nicht nur Schauspieler werden hier gebraucht, sondern auch Unterstützer an organisierenden Stellen. Im vergangenen Jahr zogen sie von Altenheim zu Altenheim. „Selbst bei dichtem Schnee haben wir gespielt“, berichten die Aktiven über eine spannende Tournee in Oberhausen und Duisburg.

Ältere Zuschauer singen bei den Aufführungen gerne mit

Die Bewohner der Einrichtungen hätten ihre Inszenierungen immer gerne angenommen. Rosemarie Linden, mit 86 Jahren die Erfahrenste in der Gruppe, singt bei „Das waren Zeiten – waren das Zeiten“ gekonnt den Klassiker „Lili Marlene“ von Marlene Dietrich. Helga Maaß begleitet sie an der Quetschkommode.

Viele Besucher kennen die großen Melodien aus verschiedenen Jahrzehnten. Es geht um eine Zeitreise – weit zurück zu Prielblumen und großen Schlagern. „Oft singen unsere Zuschauer die Lieder mit – das ist für alle ein besonders Erlebnis.“

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