Mordverdacht

Weibliche Wasserleiche im Rhein-Herne-Kanal: Ehemann in Haft

Nach dem Fund der Leiche im April 2018 suchten Taucher im Rhein-Herne-Kanal unter der Konrad-Adenauer-Brücke in Oberhausen nach Beweismitteln.

Nach dem Fund der Leiche im April 2018 suchten Taucher im Rhein-Herne-Kanal unter der Konrad-Adenauer-Brücke in Oberhausen nach Beweismitteln.

Foto: René Anhuth / ANC-NEWS (Archiv)

Oberhausen/Duisburg.  Aus dem Kosovo wird ein 39-Jähriger nun doch nach Deutschland ausgeliefert. Er soll seine Frau im April 2018 getötet und im Kanal versenkt haben.

Überraschende Wende im Fall um den Fund einer weiblichen Wasserleiche im Rhein-Herne-Kanal in Oberhausen: Der Ehemann der Toten ist nun doch zurück in Deutschland. Am Donnerstagabend landete er am Düsseldorfer Flughafen. Am Freitag wurde er am Amtsgericht Duisburg einem Haftrichter vorgeführt.

Der inzwischen 39-Jährige sitzt jetzt wegen des Verdachts des Mordes in Untersuchungshaft. In seiner Anhörung vor dem Haftrichter soll der Mann die Vorwürfe gegen ihn bestritten haben, er habe damit nichts zu tun. Ausgeliefert worden war er aus dem Kosovo.

Die Ermittlungsbehörden gehen davon aus, dass der Mann seine Frau im April des vergangenen Jahres erschlagen und dann in einem Sack in Höhe der Konrad-Adenauer-Brücke im Kanal versenkt hat. Das Bündel mit der Toten war beschwert, stieg dann aber doch an die Oberfläche auf. Eine Kanufahrerin entdeckte die Leiche schließlich an einem Sonntagmittag. Da hatte die Leiche wohl schon einige Tage im Wasser gelegen. Der Ehemann hatte sich nach der Tat abgesetzt. Er galt den Ermittlungsbehörden schnell als „dringend tatverdächtig“. Ehe-Streitigkeiten könnten ein mögliches Motiv gewesen sein, hieß es damals.

Verfahren sollte eigentlich im Kosovo geführt werden

Bislang hatte es so ausgesehen, dass dem Mann in seiner kosovarischen Heimat der Prozess gemacht werden sollte. Dorthin hatte die in Deutschland zuständige Staatsanwaltschaft das Verfahren auf Bitten ihrer Kollegen auf dem Balkan im Frühjahr abgegeben und auch ein üppiges digitales und analoges Aktenpaket übermittelt. Eigentlich liefern Deutschland und der Kosovo eigene Staatsbürger untereinander nicht aus.

Nach der Tat hatte die Staatsanwaltschaft einen Europäischen Haftbefehl gegen den Mann erwirkt. Auf dessen Grundlage erfolgte offenbar die Festnahme des Mannes im Kosovo, wo er zuletzt ebenfalls in Haft gesessen haben soll. In den kommenden Tagen dürfte er von den Ermittlern in Deutschland vernommen werden.

Offen bleiben derzeit viele Fragen. Unter anderem die, wer für die Kosten der Übersetzung der Akten und die Überführung des Mannes nach Deutschland aufkommt. Unklar ist auch, was aus den Kindern des Mannes und seiner ein Jahr jüngeren Frau, die zuletzt in Essen gemeldet war, geworden ist. Nach der Tat hatte es geheißen, dass eine erwachsene Tochter in Deutschland geblieben sei, er aber die beiden minderjährigen Söhne bei der Flucht mit in den Kosovo genommen habe.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben