Suche nach Leiche

Zwei Männer sollen Vermissten in die Emscher geworfen haben

Die Leiche eines vermissten Bulgaren soll vor mehr als zweieinhalb Jahren in die Emscher geworfen worden sein. Die Ermittlungsbehörden werden auch dort in den nächsten Tagen weiter nach Spuren und Hinweisen suchen.

Die Leiche eines vermissten Bulgaren soll vor mehr als zweieinhalb Jahren in die Emscher geworfen worden sein. Die Ermittlungsbehörden werden auch dort in den nächsten Tagen weiter nach Spuren und Hinweisen suchen.

Foto: Jörg Schimmel / FUNKE Foto Services (Archiv)

Oberhausen.  Vor zweieinhalb Jahren verschwand ein Bulgare (35) in Oberhausen. Er soll getötet und dann von zwei Männern in die Emscher geworfen worden sein.

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Vor einigen Tagen rückte die Polizei ans Emscherufer aus. Passanten hatten dort einen Gegenstand im brackigen Wasser treiben sehen und eine Leiche vermutet. Am Ende zogen die Beamten einen alten Teppich aus dem Schlick. In den kommenden Tagen werden die Ermittler erneut am Ufer des Flusses suchen, der in Oberhausen zu einem großen Teil eine Kloake ist. Diesmal spüren die Behörden nach Hinweisen in einem Vermisstenfall, der längst ein Kriminalfall ist. Es geht um das plötzliche Verschwinden eines damals 35-Jährigen Bulgaren vor rund zweieinhalb Jahren. Polizei und Staatsanwaltschaft gehen von einem Kapitaldelikt aus. Aber noch fehlt ihnen in diesem rätselhaften Fall nicht nur eine Leiche.

Inzwischen gehen die Ermittlungsbehörden davon aus, dass ein 22-Jähriger den schmächtigen Bulgaren getötet hat. Ein 23-Jähriger will ihm später dabei geholfen haben, den Leichnam in Oberhausen in die Emscher zu werfen. 24 Stunden später sollen sie noch einmal an das Ufer zurückgekehrt sein, um mögliche Spuren beseitigen zu können. Die beiden Oberhausener hatte die Polizei Anfang November nach „akribischen und langwierigen Ermittlungen“ festgenommen. Beide gaben laut Polizei danach zu, „an dem Tod des 35-Jährigen in Oberhausen beteiligt gewesen zu sein“.

Tatverdächtiger sitzt wegen Totschlags in Untersuchungshaft

Der Ältere der beiden, der wegen diverser kleinerer Delikte bereits polizeibekannt ist, sitzt seit seiner Festnahme wegen des Verdachts des Totschlags in Untersuchungshaft. Der Jüngere, gegen den zunächst ebenfalls ein Haftbefehl erlassen worden war, ist inzwischen wieder auf freiem Fuß. Er könnte für die Ermittlungsbehörden nicht nur Verdächtiger, sondern auch ein wichtiger Zeuge sein.

Der 35-Jährige war am 1. Mai des vorvergangenen Jahres letztmals gesehen worden, als er am frühen Morgen seine Wohnung an der Linsingenstraße in der Innenstadt verlassen hatte. Drei Wochen später veröffentlichte die Polizei einen Suchaufruf, eine Beschreibung und ein Foto des Vermissten, weil der Bulgare sich auch bei seiner Familie nicht mehr gemeldet hatte.

Vermisster „More“ hatte Kontakte ins Oberhausener Rotlicht-Milieu

Hinweise auf eine Straftat im Zusammenhang mit seinem Verschwinden gab es laut offiziellen Angaben in den ersten Wochen danach zunächst nicht. Später wurden dann Kontakte des unter dem Spitznamen „More“ bekannten Mannes ins Oberhausener Rotlicht-Milieu bekannt. Inzwischen sprechen Polizei und Staatsanwaltschaft auch von Ermittlungen „in einem komplexen Umfeld“.

Der Vermisste könnte bereits kurz nach seinem Verschwinden getötet worden sein, aber das ist wie viele weitere Fragen derzeit noch offen. Die Ermittlungen stehen alles andere als kurz vor dem Abschluss. „Wir wissen weder wie noch wo oder wann er getötet worden ist“, sagt der zuständige Staatsanwalt Martin Mende, „da ist noch viel in Bewegung.“ Auch warum der 35-Jährige getötet wurde, können die Ermittler derzeit nicht sagen, sie forschen noch nach einem möglichen Motiv.

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