Bildung

Xanten: Stiftsgymnasium bietet Digitalisierung als Schulfach

Schulleiter Franz-Josef Klaßen (Mitte links) und Lehrer Nils Rohde schauen, was die Kinder des IBI-Kurses in Xanten gelernt haben.

Schulleiter Franz-Josef Klaßen (Mitte links) und Lehrer Nils Rohde schauen, was die Kinder des IBI-Kurses in Xanten gelernt haben.

Foto: Jasmin Ohneszeit

Xanten.  Das Stiftsgymnasium unterrichtet seine Schüler in informationstechnischer Bildung – kurz IBI. Der Kurs soll digitale Medienkompetenz vermitteln.

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Gekonnt klicken sich Konstantin, Carolin und ihre Mitschüler durchs Schreibprogramm am Computer. Formatierungen oder ein Inhaltsverzeichnis anlegen, ist für die Sechstklässler mittlerweile kein Problem mehr. Seit einem halben Jahr unterrichtet Lehrer Nils Rohde die Klasse in informationstechnischer Bildung – kurz IBI – einem neuen Kurs, den das Xantener Stiftsgymnasium zu Beginn des Schuljahres eingeführt hat.

Damit reagiert das Gymnasium auf die zukünftigen Anforderungen des Schulministeriums NRW, den Bereich digitale Bildung verstärkt abzudecken. „Ein Plan des Ministeriums sieht vor, dass in jedem Fach zusätzliche Medienkompetenz erworben wird“, erklärte Schulleiter Franz-Josef Klaßen.

Neues Schulfach in Xanten: Der Umgang soll gelernt werden

„Für das Fach Deutsch ist zum Beispiel vorgesehen, Daten aus Print- und Digitalmedien zu entnehmen. Das ist für uns nicht neu.“ Manches könne man über die Fächer abdecken, manches sei aber so speziell, dass sich das Stiftsgymnasium dazu entschloss, einen eigenen Kurs einzurichten. Dabei geht es in erster Linie nicht darum, ausschließlich die technische Seite der Geräte zu verstehen, sondern den Umgang mit ihnen zu erlernen. Jeweils ein Halbjahr in Klasse 5, 7 und 9 soll IBI gelehrt werden. Als Pilotprojekt startete IBI nun aber erst in der sechsten Klasse. „Es ist wichtig, dass die Schüler mit Themen, wie Datensicherheit, oder dem Austausch von Nachrichten in sozialen Netzwerken vertraut gemacht werden“, sagte der Schulleiter.

Im ersten IBI-Halbjahr lernten die Schüler den Umgang mit der Standard-Software eines PCs. „Wir wissen jetzt auch, was eine Powerpoint-Präsentation ist und können digitale Dokumente erstellen“, erzählte Schüler Konstantin stolz. Die Sechstklässler legen derzeit ein Buch mit Fabelgeschichten an und lernen dabei die richtige Formatierung. Dabei entsteht eine Verknüpfung zu anderen Fächern.

Digitalisierung am Stiftsgymnasium: Anders als Informatik

Die Fabeln, die die Schüler in IBI abgetippt haben, haben sie im Deutschunterricht zuvor selbst verfasst. IBI dürfe man nicht mit dem Schulfach Informatik gleichsetzen, betonte Schulleiter Klaßen. Informatik wird derzeit als Wahlfach in den Klassen 8 und 9 sowie als Grundkurs in der Oberstufe angeboten. „Informatik ist in die Freiwilligkeit gerutscht. Man kann, muss es aber nicht wählen“, so Klaßen. Darauf wolle man mit IBI und einer zusätzlichen Informatik-AG reagieren.

Diese freiwillige AG wird ab dem kommenden Schuljahr für die Klassen 5 und 6 angeboten. In ihr lernen die Schüler anhand eines Mikro-Controllers, wie die Algorithmen eines Computers funktionieren. Ab dem Schuljahr 2021/22 könnte es dann wieder eine Änderung geben. Dann sieht der Lehrplan des Ministeriums nämlich vor, das Fach Informatik bereits in der fünften und sechsten Klasse zu unterrichten. „Das wäre für uns kein Problem, da wir die AG dann als Informatikfach weiterlaufen lassen könnten“, erklärte Klaßen. „Wir sind technisch und strukturell darauf vorbereitet.“

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