Lernen

50 Jahre Gymnasium Kreuztal: Große Party in Buschhütten

Zum Rahmenprogramm gehört auch Tanz. 

Zum Rahmenprogramm gehört auch Tanz. 

Foto: Michael Kunz

Buschhütten.  Das Kreuztaler Gymnasium feiert den 50. Geburtstag mit schönen Momenten in Buschhütten. Es gibt Rück- und Ausblicke und ein buntes Programm.

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Ausgerechnet zur großen Geburtstagsfeier konnte die Stadthalle nicht genutzt werden, die zugleich seit vielen Jahren Aula und Kulturstätte des Kreuztaler Gymnasiums war. Die benachbarte Mensa der Gesamtschule ist zu klein, also musste das 50-jährige Bestehen der Schule „außer Haus“ gefeiert werden. Am Freitag und Samstag war dafür die Turn- und Festhalle in Buschhütten ‚geblockt’ und platzte gleich beim ersten Durchgang praktisch aus allen Nähten.

Schon im kleineren Clubraum wurde es ordentlich voll, in dem Schulleiter Herbert Hoß gegen 18.30 Uhr die Ehrengäste aus Gesellschaft und Politik begrüßte sowie die kleine Ausstellung eröffnete. In Gestalt eines „hängenden Bilderbuches“ waren Dokumente, Zeitungsartikel und natürlich viele Fotos zu sehen, die fünf Jahrzehnte Schulgeschichte Revue passieren ließen, vom lange vergeblichen Versuch der Gründung über die Anfänge über die Namenskontroverse bis in die Gegenwart der Schule. Dann sollten nach Plan zwei Stunden Programm inklusive einer Pause folgen, was zeitlich allerdings überhaupt nicht einzuhalten war.

Dafür sorgte nicht zuletzt gleich der Schulleiter, der sich in der Ausstellung kurz fasste, vor der versammelten Festgemeinde aber verständlicherweise schon etwas weiter ausholte, dabei immer noch im Rahmen blieb. 50 Jahre sind nun einmal eine ordentliche Zeitspanne, über die es das eine oder andere zu sagen gibt, wenngleich im Vergleich zu anderen Schulen immer noch überschaubar, wie an diesem Abend immer wieder zu hören war.

Erst 77, heute 4992 Schüler

Herbert Hoß nutzte die Gelegenheit neben dem kleinen Rückblick (vom bescheidenen Start mit 77 Schülern bis zu 4992 nach 50 Jahren – „leider keine 5000“, bedauerte Hoß launig) vor allem, vielen Menschen Danke zu sagen: Früheren Kollegen und dem aktuellen Lehrkörper, dem Förderverein, den Eltern und Schülern, auch der Verwaltung in Person von Alt-Bürgermeister Rudolf Biermann sowie seinem Nachfolger Walter Kiß. Der frühere Stadtdirektor Kurt Erdmann hatte kurzfristig aus gesundheitlichen Gründen absagen müssen, blieb aber ebenfalls nicht unerwähnt. Und dann war da noch Dieter Loske, der wie kein anderer die Schule im Rathaus in verschiedenen Funktionen begleitet habe.

Walter Kiß wurde zum Gespräch auf die Bühne gerufen, vor einem Foto, dass ihn 1974 bei der Eröffnung des Neubaus an der Stählerwiese zeigte. Wie doch die Zeit vergehe, befand der Verwaltungschef und äußerte gemischte Erinnerungen an seine Zeit auf dem Gymnasium, erinnerte sich an kräftige Disziplin und eher schlechte Noten, war daher freudig überrascht, als ihm Herbert Hoss immerhin eine „Zweiminus“ in Geschichte bescheinigen konnte. Seit 1978 würden alle Abiturarbeiten und andere wichtige Papiere gesammelt, betonte der Schulleiter: „Falls doch mal einer meiner Schüler Bundeskanzler wird…“

Landrat singt Beatles-Hit

Walter Kiß und nach ihm Landrat Andreas Müller lobten ihrerseits die Arbeit der Schule und zeigten sich überzeugt, dass gutes Lernen gerade in der Zukunft einen wichtigen Platz für die Entwicklung junger Menschen einnehme. Der bekennende Sänger Andreas Müller kam nicht von der Bühne, ohne mit dem Schulleiter und dem Moderatorenquartett (die Lehrer Gerd und Martin Sprenger, Frank Krattinger sowie Schülerin Anna Lena Schmidt) einen Beatles-Hit aus dem Gründungsjahr der Schule anstimmen zu müssen: „Ob-La-Di, Ob-La-Da“. Schon zum Auftakt hatten die Pädagogen eine ganz eigene Version von „Sentimental Journey“ gesungen, während beim Finale die neugeschriebene Schulhymne auf dem Programm stand, und alle durften mitsingen.

Überhaupt war der buntere Teil der Feier in die zweite Hälfte gelegt worden, mit Gesang, Tanz und einem kabarettistischen Beitrag, während die erste „Halbzeit“ der wörtlichen Erinnerung diente. Da ging es humorig und nachdenklich zugleich um das Thema des „falschen Namens“, um die Umbenennung der Einrichtung von „Friedrich-Flick-Gymnasium“ in „Städtisches Gymnasium Kreuztal“, die vom Landrat noch einmal ausdrücklich begrüßt wurde.

Deutlich ausführlicher wurden die drei bisherigen Schulleiter gewürdigt. „Können wir machen, machen wir aber nicht“, erinnerte Gerd Sprenger an einen der Wahlsprüche und andere Eigenschaften vom Gründungs-Leiter Günther Schweizer, der die Schule als erster geführt hatte. „Er kam mit mir und er ging mit mir“, würdigte Martin Sprenger anschließend Christoph Heilmann, den er selbst 1992 als Nachfolger Schweitzers begrüßt hatte. Da sollte eigentlich ein historisches Video laufen, wurde aber aufgrund schlechter Qualität von zwei Schülerinnen nachgesprochen.

Schulleiter im Kreuzverhör

Eines stehe heute fest, „wir haben es geschafft“, freute der ehemalige Schüler und jetzige Lehrer sich dann über die persönliche Anwesenheit des zweiten Schulleiters, der danach von Herbert Hoß einen Blumenstrauß bekam. Der amtierende Schulleiter selbst, der 1979 als Referendar erstmals nach Kreuztal kam, wurde von Anne Lena Schmidt und Frank Krattinger schließlich in ein humoriges „Kreuzverhör“ genommen, suchte sich den Filmtitel „Herbie groß in Fahrt“ für spätere Ruhestandszeiten aus und durfte sich dann noch über eine persönliche Ehrung für 40 Jahre im Schuldienst freuen.

Dezernentin Annette Meyer aus Arnsberg gratulierte „Herbie“ mit einem Ständchen und bekam dafür eine herzliche Umarmung, ein durchaus passendes Symbol für das harmonische Gesamtbild der Stimmung an diesem festlichen Abend.

Für dessen Rahmen sorgten die verschiedenen Chöre des „SGK“, ein eindrucksvolles Violinsolo von Johanna Sobanski, mehrere Tänze und Sketche von Schülern und Lehrern. Und danach wurde noch lange geplaudert und reminisziert.

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