Fusion

Die Volksbank Siegerland stellt die Weichen für die Fusion

Die Volksbank Siegerland, hier der Hauptsitz an der Berliner Straße, steht wirtschaftlich solide da. Damit das so bleibt,fährt der Vorstand damit fort, Veränderungen vorzunehmen.

Die Volksbank Siegerland, hier der Hauptsitz an der Berliner Straße, steht wirtschaftlich solide da. Damit das so bleibt,fährt der Vorstand damit fort, Veränderungen vorzunehmen.

Foto: Hendrik Schulz

Siegerland.   Vorstand will auf Finanzmarkt-Veränderungen aus Position wirtschaftlicher Stärke reagieren – zusammen mit der Volksbank im Märkischen Kreis.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Die Volksbank Siegerland wächst. Nicht rasend schnell, aber stabil (siehe Zweittext). Trotz Nullzinsphase sei das Provisionsergebnis sehr gut, so Vorstand Jens Brinkmann: Die Volksbank sieht hier auch eine Konsequenz ihrer konsequent bedarfsorientierten genossenschaftlichen Beratung. „Wir sind nach wie vor schlagkräftig am Markt“, betont Brinkmann – gerade erst wurde die Volksbank Siegerland als „Beste Bank vor Ort“ in Siegen von der Gesellschaft für Qualitätsprüfung ausgezeichnet.

Ihre Erträge erwirtschaftet die Volksbank Siegerland vor allem mit Wertpapieren, Immobilien und Firmenkunden. Um angesichts veränderter Rahmenbedingungen im Finanzsektor weiterhin zukunftsfähig aufgestellt zu sein, treibt der Vorstand die Fusion mit der Volksbank im Märkischen Kreis weiter voran.

Die Zukunft

3 Monate noch, dann stimmen die Mitgliedervertreter über die Fusion ab, die Rückmeldungen dazu seien bislang ausnahmslos positiv, so Vorstandssprecher Norbert Kaufmann. Ziel: Weg von einer lokalen hin zu einer regionalen Bank. Die Volksbank Siegerland soll übrigens als Marke unter dem Dach der Volksbank Südwestfalen erhalten bleiben.

Der Vorstand reagiert damit auch auf die Konzentrationswelle im Bankenwesen: Laut Beratungsgesellschaft Oliver Wyman gebe es 2030 noch 150 bis 300 Geldinstitute in Deutschland statt heute 1600. Die genaue Zahl lasse sich kaum prognostizieren, aber die Tendenz sei eindeutig. Gründe, so Kaufmann, seien Digitalisierung, Demografie, verändertes Kundenverhalten, zunehmender Wettbewerb.

Denn das Drei-Säulen-Modell aus Sparkassen, Genossenschafts- und Privatbanken werde ergänzt durch Direktbanken. Zusätzliche Marktteilnehmer und niedrigeres Ertragspotenzial seien Gründe, aus einer Position der wirtschaftlichen Stärke heraus zu handeln, um langfristig das Leistungsangebot auch qualitativ aufrechtzuerhalten und als größere Einheit besser im Wettbewerb agieren zu können – „bevor wir unter Handlungsdruck geraten“, betont Kaufmann.

Die Mitarbeiter

273 Beschäftigte waren bei der Volksbank Siegerland zum Jahreswechsel angestellt; acht weniger als ein Jahr zuvor. „Weniger Mitarbeiter erbringen heute mehr Leistung in einem herausfordernden Umfeld“, lobt Jens Brinkmann – auch dank zunehmender Digitalisierung. Grund für die Reduzierung ist die natürliche Fluktuation – Ruhestand, Schwangerschaften –, betont Norbert Kaufmann, es gebe keinen gesteuerten Stellenabbau, alle Mitarbeiter sollen bei der Fusion mitgenommen werden. Aber gleichwertigen Ersatz zu finden, sei schwierig.

Strategische Ausrichtung: Die Volksbank begreift die angestrebte Fusion als Chance, das Haus dahingehend umzustrukturieren, um mit weniger Mitarbeitern effizienter zu arbeiten.

So gelte es etwa, Synergieeffekte in der Administration zwischen beiden Häusern zu nutzen. Bei den Kundenberatern werde nicht reduziert, betont Brinkmann, um weiter Präsenz in der Region zu zeigen, auch persönlich.

Fachkräfte: Es sei schwieriger geworden, Nachwuchs zu finden, sagt Jens Brinkmann. 1988 beispielsweise bewarben sich 360 junge Menschen für eine Ausbildung, heute müsse man 60 zusammenkratzen, sagt er.

  • Die Lokalredaktion Siegen ist auch auf Facebook.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben