Digitalisierung

Digi-Camp am Stift Keppel: Digitalen Stress vermeiden

Beim Digi-Camp im Hilchenbacher Gymnasium Stift Keppel lernen Achtklässler den bewussten Umgang mit Medien. Es gibt auch Workshops rund um Podcasts, Prezi und Fototechniken.

Beim Digi-Camp im Hilchenbacher Gymnasium Stift Keppel lernen Achtklässler den bewussten Umgang mit Medien. Es gibt auch Workshops rund um Podcasts, Prezi und Fototechniken.

Foto: Jennifer Wirth

Hilchenbach.  Im Digi-Camp am Gymnasium Stift Keppel lernen Jugendliche, wie sie digitale Medien geschickt und verantwortungsbewusst nutzen können.

Es vibriert in der Hosentasche. Eine neue Nachricht bei Instagram. Die Freundin hat das Bild von Influencerin Caro Daur weitergeleitet: „Hast du das schon gesehen?“ Nur ein kurzer Blick, fix eine Antwort getippt. Smartphone wieder in die Tasche. Wieder vibriert es und direkt noch einmal. Dieses Mal ist es der Gruppenchat bei WhatsApp. Alle warten auf eine Antwort, dabei stehen eigentlich gerade die Hausaufgaben auf der To-Do-Liste oben...

„Der Druck ist da, wenn man auf eine Nachricht nicht sofort antworten kann“, sagt die 13-jährige Paula. Sie geht in die achte Klasse auf dem Gymnasium Stift Keppel. „Besonders bei WhatsApp ist der Stress hoch“, sagt auch Freundin Nele. Wie sie mit diesem Stress in Zukunft besser umgehen und ihn sogar vermeiden können, lernten die beiden Mädchen und ihre Klassenkameraden jetzt im Digi-Camp. Unter dem Motto „Immer online – nie mehr allein?“ haben sich die Jugendlichen drei Tage mit digitalen Medien, dem verantwortungsvollen Umgang damit und den Tücken beschäftigt.

Die Probleme erkennen

Beim für die Schule kostenlosen Präventionsprojekt von der Barmer Krankenkasse, dem TÜV Rheinland und dem Start-up BG3000 geht es vor allem um Eigenverantwortung und Aufklärung. Dafür haben an Tag eins Medienpädagogen, Psychologen sowie Ernährungs- und Fitnessexperten mit den Jugendlichen verschiedene Inhalte durchgenommen. Wie ernähre ich mich richtig? Macht Internet eigentlich süchtig? Wie gehen wir online respektvoll miteinander um? „Wir haben zum Beispiel gelernt, dass echte Freunde besser sind als digitale“, sagt die 13-jährige Lavina.

An den darauffolgenden Tagen standen die praxisbezogenen Workshops „Prezi – Powerpoint war gestern“, „Smart Photography“ und „Top of the Pods: Podcasts, Beiträge und Co“ auf dem Plan.

Digitaler Stress macht krank

Irgendwie ist man immer erreichbar, auch wenn es gerade eigentlich gar nicht so gut passt. „Wir haben Regeln aufgestellt, damit man nicht mehr so einen Stress hat“, sagt Jorle (13). Denn digitaler Stress kann krank machen. Kopf-, Rücken- und Nackenschmerzen sind genauso Symptome wie Suchterscheinungen, Bewegungsmangel und Übergewicht. Aber auch seelische Schmerzen können entstehen, wenn Kinder im Netz gemobbt werden. „Ich bin interessiert daran, dass Probleme, die durch Social Media entstehen, thematisiert werden“, sagt Aleksander Perkovic. Er leitet den Fotografie-Workshop. Dort lernen die Kinder, wie sie Apps sinnvoll nutzen können – gemeinsam mit ihren Freunden.

...Schluss jetzt. Eine digitale Auszeit tut gut. Ab in die Einstellungen und die Bildschirmzeit einstellen. Auch die Benachrichtigungen können jetzt mal warten. Vor der Tür steht schon die Freundin. So richtig in echt, ganz ohne Filter.

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