Gesundheit

Gelenktag in Freudenberg: Experten informieren sich

Jan Meyer, Verwaltungsdirektor des Diakonie Klinikums, sowie die Referenten Dr. Dr. Jan-Falco Wilbrand, Dr. Birgit Schulz, Dr. Eberhart Kühn, Farouk Hammour, Dr. Damir Erkapic und Guido Harig (von links) begrüßten mehr als 100 Gäste zum Freudenberger Gelenktag.

Jan Meyer, Verwaltungsdirektor des Diakonie Klinikums, sowie die Referenten Dr. Dr. Jan-Falco Wilbrand, Dr. Birgit Schulz, Dr. Eberhart Kühn, Farouk Hammour, Dr. Damir Erkapic und Guido Harig (von links) begrüßten mehr als 100 Gäste zum Freudenberger Gelenktag.

Foto: Diakonie

Freudenberg.  Beim elften Gelenktag im Diakonie Klinikum Bethesda in Freudenberg ging es um Therapiemöglichkeiten für die Schulter, den Mund und das Herz.

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Experten aus den Bereichen der Orthopädie und Chirurgie sowie Fachleute aus angrenzenden Disziplinen informierten sich kürzlich beim „Gelenktag“ über die neuesten Diagnose- und Therapiemöglichkeiten. In sechs Vorträgen gaben die Mediziner des Diakonie Klinikums Bethesda in Freudenberg und des Diakonie Klinikums Jung-Stilling in Siegen ihr Wissen an rund 100 Besucher im Konferenzraum des Freudenberger Krankenhauses weiter.

Das Motto der Veranstaltung war „Weiter Denken“. „Es ist sinnvoll, auch einmal weiter zu denken, denn operative Eingriffe werden von anderen Disziplinen enorm beeinflusst“, erläuterte Organisatorin Dr. Birgit Schulz, Departmentleitung Schulterchirurgie und Arthroskopie am Diakonie Klinikum Bethesda. Deshalb hatte die Schulterspezialistin erstmals auch Vorträge aus den Bereichen der Anästhesie, der Elektrophysiologie sowie der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie auf die Agenda gesetzt.

Freudenberger Schulterspezialistin informiert über Operationsmethoden

In ihrem Eröffnungsvortrag klärte Schulz darüber auf, weshalb es nicht ausreicht, eine ausgerenkte Schulter in die Normalposition zurückzubringen. „Es ist wichtig, dass die Schulter beim ersten Mal korrekt behandelt wird“, hob Schulz hervor. Dabei stehen den Chirurgen je nach Verletzungsgrad unterschiedliche Operationsmethoden zur Verfügung. Um weitere Beschwerden zu verhindern und die richtige Methode auszuwählen, sei eine umfangreiche Diagnose auch mit Kernspintomografie und CT unerlässlich. „Außerdem sollte die Therapie so zeitnah wie möglich erfolgen“, betonte die Expertin.

Wie eine Schultereckgelenk-Sprengung diagnostiziert und behandelt wird, vermittelte Farouk Hammour, Assistenzarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie im Diakonie Klinikum Bethesda. „Die Verletzung kann durch Stürze auf den gestreckten Arm oder direkt auf die Schulter entstehen“, erklärte Farouk. Je nach Schweregrad der Verletzung kommen unterschiedliche Behandlungsmethoden infrage, darunter die Physiotherapie oder der Einsatz einer sogenannten Hakenplatte, um die Schulter zu stabilisieren. „Ziel ist es, die Schmerzen zu lindern und die Funktion des Arms wiederherzustellen“, so Farouk Hammour.

Krankheitsgeschichte des Patienten muss berücksichtigt werden

Was bei einem Verdacht auf einen Tennisellenbogen beachtet werden muss, stand im Zentrum des Vortrags von Guido Harig, Oberarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie im Diakonie Klinikum Bethesda. „Der Tennisellenbogen ist eine Überlastungsreaktion“, sagte der Fachmann. „Es kann sich aber zum Beispiel auch um einen Ausstrahlungsschmerz von der Halswirbelsäule handeln.“ Um die korrekte Diagnose zu stellen, sei es deshalb wichtig, die Krankheitsgeschichte des Patienten zu berücksichtigen. Therapiemöglichkeiten umfassen etwa das Ruhigstellen und Kühlen bei akuten Beschwerden oder eine Operation bei chronischem Verlauf.

Dr. Eberhart Kühn, Chefarzt der Anästhesie im Diakonie Klinikum Bethesda, informierte das Fachpublikum über die Vorteile des Einsatzes von peripheren Nervenblöcke zur Schmerztherapie. Anhand von Ultraschall-Aufnahmen verdeutlichte der Experte, wie das Anästhetikum gespritzt wird, um den Schmerz lokal auszuschalten. Die Methode, die oft in Kombination mit einer Vollnarkose eingesetzt wird, hat Vorteile für Patienten und Mediziner: „Wir verbrauchen weniger Narkosemittel, die Patienten verspüren deshalb weniger Übelkeit und erwachen schneller“, so Kühn.

Siegener Arzt: Erhöhte Entzündungswerte im Mund- und Zahnbereich

„Bridging ist out“ – unter diesem Motto referierte Privatdozent Dr. Damir Erkapic zum Umgang mit Gerinnungshemmern etwa bei Herzerkrankungen rund um einen operativen Eingriff. „Wenn wir bridgen, also stattdessen hoch dosiert Heparin geben, ist die Gefahr für Blutungen um das Achtfache erhöht“, erklärte der Leiter der Elektrophysiologie im Diakonie Klinikum Jung-Stilling. Ob Heparin zum Einsatz kommt, müsse deshalb von Fall zu Fall entschieden werden. „Man muss das Blutungs- und das Schlaganfallrisiko gegeneinander abwägen“, betonte Erkapic.

Die Folgen von chronischen oder akuten Entzündungen im Kopf- und Halsbereich verdeutlichte Privatdozent Dr. Dr. Jan-Falco Wilbrand, Chefarzt der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie im Diakonie Klinikum Jung-Stilling. „Die Ursache für erhöhte Entzündungswerte ist oft im Mund- und Zahnbereich zu finden“, erklärte der Fachmann. Er erläuterte, wie sich eine Entzündung etwa von einem abgestorbenen Zahn aus ausbreiten kann und erläuterte, wie Abszesse im Mund- und Kopfbereich operativ behandelt werden können. „Denken Sie auch an die Zähne, schauen Sie den Patienten einmal in den Mund“, so Dr. Dr. Jan-Falco Wilbrand.


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