Feuerdrama

Bei Großbrand auf Bauernhof in Netphen sterben 35 Tiere

Großbrand auf einem Bauernhof in Netphen. 35 Tiere sind im Inferno verendet.

Großbrand auf einem Bauernhof in Netphen. 35 Tiere sind im Inferno verendet.

Foto: Jürgen Schade

Netphen.   Bei dem Großbrand auf einem Bauenhof in Netphen sind vier Pferde, 30 Hühner und eine Katze ums Leben gekommen. Die Bewohner bleiben unverletzt.

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Vier Pferde, 30 Hühner und eine Katze sind bei einem Großbrand auf einem Bauernhof in der Ketteler Straße verendet. Der Stall und das Wohnhaus seien durch die Flammen komplett zerstört worden, sagte ein Sprecher der Polizei am Sonntag. Die Beamten beziffern den Schaden auf mehrere 100 000 Euro.

Bewohner rechtzeitig aus dem Haus

Die drei Bewohner konnten das Haus rechtzeitig verlassen. Laut Polizeisprechen sind sie nicht verletzt worden. Das Feuer war in der Nacht zu Samstag aus bislang ungeklärter Ursache im Stall des Hofs ausgebrochen. Die Ermittlungen laufen.

Um 23.54 Uhr löste die Kreisleitstelle der Feuerwehr Siegen einen Großalarm für alle Löschzüge und Gruppen der Feuerwehren aus Netphen aus. Auch Kreisbrandmeister Bernd Schneider wurde alarmiert. Bereits beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte stellten der stellvertretende Leiter der Feuerwehr Netphen und Einsatzleiter Sebastian Reh fest, dass dieser Brand die Feuerwehren in Atem halten wird.

„Obwohl wir innerhalb weniger Minuten nach der Alarmierung an der Einsatzstelle waren, brannten zeitgleich zwei große Scheunen und innerhalb weniger Minuten griff das Feuer auch auf das Wohnhaus über“, so Sebastian Reh. Der Feuerwehrfachmann ordnete sofort eine „Riegelstellung“ an, um das Wohnhaus zu retten, aber die Flammengewalt war einfach zu groß.

Insgesamt 130 Feuerwehrleute haben gegen die Flammen angekämpft, so der Sprecher. Der Einsatz am Samstag dauerte mehr als 18 Stunden. Am Sonntag musste die Feuerwehr dann erneut zu Nachlöscharbeiten ausrücken.

Gerettete Hühner schlafen weiter

Fünf Pferde, fünf Kühe und 20 Hühner konnten gerettet werden. Für einige Tiere wurde auf einem befreundeten Hof eine Unterstellmöglichkeit gefunden. Die Feuerwehrmänner haben die geretteten Hühner während der Löscharbeiten auf eine angrenzende Wiese gesetzt: Hier schliefen sie dann einfach weiter so als wenn nichts geschehen wäre.

Probleme bereitete den Einsatzkräften die Löschwasserversorgung, denn obwohl sie den Netphebach gestaut hatten und für die lange Wegestrecke zwei zusätzliche Förderpumpen eingesetzt hatten, konnten sie auch aus dem Kanalnetz nicht genügend Wasser fördern – wie sie für den Löschvorgang gebraucht hätten.

Durch das Löschwasser sind zwei Güllegruben vollgelaufen. Die Gülle von 16 Kubikmetern lief in einen Bach. Mit einem Kanalspülwagen wurde schließlich der Güllerest abgepumpt.

Feuerwehrmann im Krankenhaus

Ein Feuerwehrmann musste ins Krankenhaus eingeliefert werden, er hatte sich trotz der neuen Einsatzkleidung Brandverletzungen zugezogen. Um Ordnung in die zusammengefallenen Stallungen zu bringen, forderte Sebastian Reh das Technische Hilfswerk an. Der erste Bergungszug des THW Siegen-Olpe rückte dann mit Lastwagen, Bagger und einem Radlader an und sorgte dafür, dass Brandnester abgelöscht werden konnten.

>>> Sammelaktion über Facebook gestartet

Freunde der betroffenen Familie haben auf Facebook zu einer Hilfsaktion aufgerufen, da der gesamte Besitz der Familie verbrannt ist. Gesucht werden Kleidung für Männer (Größe M und L), für eine ältere Frau sowie Halfter, Stricke, Decken für die Pferde. Der Reitverein Netphen hat eine Sammelstelle eingerichtet.

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