Aufwertung

Hilchenbacher Politiker fordert weniger Parkplätze am Markt

Die Diskussion um den Hilchenbacher Marktplatz geht weiter. Der Fachausschuss streitet sich über den Wegfall von Parkflächen.

Die Diskussion um den Hilchenbacher Marktplatz geht weiter. Der Fachausschuss streitet sich über den Wegfall von Parkflächen.

Foto: Hans Blossey

Hilchenbach.  Hilchenbachs Mitte soll attraktiver werden. Die Verwaltung soll bis Januar ein Bündel an Maßnahmen erarbeiten, um das zu erreichen.

Der historische Marktplatz im Herzen Hilchenbachs soll für Besucher attraktiver werden – möglichst schnell, kostenneutral und unkompliziert. Das fordern die Grünen. Diskutiert werde schon lange, es passiere aber bisher nichts. Der Stadtentwicklungsausschuss ist dem Grünen-Antrag gefolgt, der zum Ziel hat, die Umgestaltung des Platzes zu forcieren. Bei einer Enthaltung von Birgit Weiß (SPD) waren sich die Mitglieder einig, dass die Verwaltung bis zur Januar-Sitzung ein Maßnahmenbündel erarbeiten soll.

Der Antrag

„Viele Besucher wundern sich, dass so ein zentraler, attraktiver Ort als Parkplatz genutzt wird“, sagte Dr. Peter Neuhaus (Grüne) in der Sitzung. Der Platz könne mehr als nur Parkplatz sein. Die Belastung durch den fließenden und ruhenden Verkehr sei hoch. Das hatten Befragungen im Rahmen des IKEK-Prozesses und Analysen der Uni Siegen gezeigt. Aber auch fehlende Gelegenheiten zum Verweilen nennt die Fraktion in ihrem Antrag – und bringt auch direkt mehrere Beispiele, durch die das Problem „ohne gravierende finanzielle Belastungen durch die Stadt und zeitnah“ beseitigt werden könne:

Parken ist ein großes Thema: Der Vorschlag der Grünen lautet, Parkflächen auf der Nordseite des Marktes zu reduzieren. Außerdem sollen Dauerparker künftig ferngehalten werden.

Fahren sollen die Autos dann noch langsamer. Die Grünen regen eine Tempo 10-Zone und Kontrollen an.

Busse möchten die Grünen vom Marktplatz fernhalten und umleiten.

„Den Markt komplett autofrei zu gestalten wäre nicht sinnvoll und ist auch nicht unser Ziel“, stellte Neuhaus klar. Der Antrag sei „ganz bescheiden“ und als „Einstieg Positives zu schaffen“ zu werten.

Die Stimmen

Michael Stötzel (SPD) merkte an, dass es bereits viele Bemühungen in diese Richtung gebe und man die Verwaltung erst einmal arbeiten lassen sollte. Besonders die Meinung der Einzelhändler und Gastronomen gelte es zu beachten. Andreas Bolduan (UWG) sah das anders: „Was schnell gemacht werden kann, sollten wir auch realisieren.“ Man habe bereits oft über das Thema geredet und nichts erreicht, obwohl Handlungsbedarf bestehe. Auch Sven Wengenroth (Linke) sagte: „Der Antrag konterkariert nicht die Arbeit der anderen Gruppen.“

Birgit Weiß (SPD) ging das zu schnell. Besonders die Parkplätze lagen ihr am Herzen. Der Großteil der Menschen habe keine Zeit, wolle kurz halten und schnell wieder weg. Peter Gebhardt (FDP): „Wir werden nicht dahin kommen, dass Hilchenbacher eine Stunde über den Markt flanieren.“ Parkplätze müssten bleiben, mit dem Rest sei er auf einer Linie. „Rund um den Marktplatz gibt es 600 Parkplätze. Und wir diskutieren hier 30 Minuten lang über acht oder zehn lumpige Parkplätze, die weg sollen“, sagte Peter Neuhaus.

André Jung (CDU) merkte an, dass er gehört habe, der Marktplatz sei gut so wie er ist. Er regte eine zeitliche Begrenzung fürs Parken an. Wirtschaftsförderer Kyrillos Kaioglidis stellte klar: „Parken ist unter der Woche eingeschränkt – am Wochenende aber nicht.“ Das Ordnungsamt prüfe gerade, ob die Regelung aufs Wochenende ausgeweitet werden könne.

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