Klassikkonzert

Jubel bei der Kreuztaler Operngala im Siegener Apollo

Bei der Opern- und Operettengala 2019 gibt Maurizio Quaremba den Ton an, für das MAKSi-Orchester und den MGV aus Irmgarteichen, der erstmals bei der Gala auftritt.

Bei der Opern- und Operettengala 2019 gibt Maurizio Quaremba den Ton an, für das MAKSi-Orchester und den MGV aus Irmgarteichen, der erstmals bei der Gala auftritt.

Foto: Michael Kunz

Siegen.  Die Opern- und Operettengala ist fest mit Kreuztal verbunden. Sie überzeugt aber auch im Siegener Apollo-Theater rundherum.

Neuer Schauplatz, gewohnte Qualität mit vielen vertrauten Ohrwürmern. So lässt sich in Kurzform das Konzert zusammenfassen, das am späten Sonntagnachmittag viele Menschen ins Apollo-Theater lockte. „Zauberhafte Melodien“ waren dort angekündigt, präsentiert von einer bewährten Gemeinschaft von Musikern und Sängern, die seit vielen Jahren dafür sorgen, dass solche Ankündigungen auch mit adäquatem Inhalt gefüllt werden. Das schafften sie auch diesmal, mit der 17. Auflage der „Opern- und Operettengala“, die aufgrund der Arbeiten in der Kreuztaler Stadthalle diesmal umziehen musste.

Apollo punktet mit Akustik

Schon vor einem Jahr hatten die Verantwortlichen der Kreuztaler Chorgemeinschaft von 1851 versprochen, einen neuen Aufführungsort zu finden, wenngleich das aufgrund der vielen Mitwirkenden im Stadtgebiet problematisch werden könnte. Am Ende bot das Siegener Apollo die besten Möglichkeiten und konnte im Vergleich zum „Stammhaus“ der Kreuztaler vor allem mit seiner Akustik punkten.

Eine Schwierigkeit war, „dass es hier 100 Plätze mehr zu füllen gibt“, stellte Moderator Boris Leisenheimer zu Beginn des Abends fest, konnte zugleich aber auch für die Treue des Publikums Dank sagen: „Wir sind auch diesmal wieder ausverkauft!“ Wenngleich die eine oder andere kleinere Lücke in den Rängen erkennbar war. Ansonsten unterschied sich der Abend nicht von den 16 vorangegangenen Gala-Konzerten. Schon mit den ersten schwungvollen Klängen der Carmen-Ouvertüre von George Bizet zeigte das MAKSi Akademieorchester unter Leitung von Maurizio Quaremba seine Spielfreude, die auch bis zum Schluss des Konzerts nicht nachließ.

Gemischter Projektchor diesmal nur im zweiten Teil

Wie immer bildeten die Musiker eine perfekte Gemeinschaft mit dem „Rest“ der Aktiven, darunter der gemischte Projektchor, der allerdings diesmal nur im zweiten Teil des Programms auf die Bühne kam. In der ersten Hälfte wurden das Orchester und die vier Solisten erstmalig vom MGV 1862 „Cäcilia“ Irmgarteichen kraftvoll unterstützt.

Die Herren aus dem Johannland durften den „Jägerchor“ aus Webers „Freischütz“ anstimmen, ihre Vielseitigkeit mit dem stimmungsvollen „Abendchor“ aus dem „Nachtlager von Granada“ von Conradin Kreutzer beweisen und schließlich noch Hermann Dostals „Fliegermarsch“ aus „Der fliegende Rittmeister“ schmettern – der übrigens im Programm fälschlicherweise Dostals Neffen Nico zugeschrieben wurde.

Grandioses Duett

Schließlich lieferte der MGV auch noch die Begleitung zu „Alle sind wir Sünder“ aus der „Csárdásfürstin“ von Emmerich Kálmán, zugleich ein grandioses Duett der beiden Solisten Matthias Lika (Bass-Bariton) und Boris Leisenheimer. Der Tenor gehört inzwischen seit vielen Jahren zu dieser Veranstaltung und sorgt neben seinem Gesang auch für die charmanten Zwischentexte.

Nach dem Schwerpunkt rund ums „Weiße Rössl“ vor einem Jahr war 2019 wieder größere Vielfalt und weniger politische Nachdenklichkeit angesagt, mit fröhlichen Singspiel-Melodien eben von Kálmán und Offenbach, Franz Léhar oder Paul Linke, dazu eine kräftige Prise Oper, vertreten durch Verdi und Rossini. Dessen „Barbier von Sevilla“ bot etwa der australischen Mezzosopranistin Joslyn Rechter die Chance für einen temperamentvollen und bejubelten Auftritt mit „Una voce poco fa“, dem ihre in Neapel geborene Kollegin Valentina Bilancione (Sopran) allerdings in nichts nachstand.

Tadellose Leistungen

Sie begeisterte das Siegerländer Publikum in der ersten Hälfte mit „È strano“ aus „La Traviata“. Beide Sängerinnen waren dann nach der Pause auch noch mit spritzig-humorigen Einlagen von Kálmán und Offenbach vertreten. Während Joslyn Rechter zusammen mit Boris Leisenheimer bereits seit Jahren beliebtes „Gesicht und Stimme“ der Opern- und Operettengala ist, fügten sich die beiden „Neuen“ fugenlos ins Ensemble ein, bekamen nach jedem Auftritt den Applaus der anderen Musiker – und wurden vom Publikum dank tadelloser Leistungen ebenso in die „Familie“ aufgenommen.

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